I am Henning

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Sony Alpha a6000, erste Eindrücke (jetzt mit Produktfotos).

Die kleine Sony wird vielleicht mein letzter Versuch sein, mich mit einer spiegellosen Kamera zu befassen. Hauptgrund für deren jetzigem Kauf war die fortwährende Suche nach etwas noch kleinerem und unauffälligerem für Streetaufnahmen (und nichts anderes) als eine D3300. Größe, APS-C Sensor und hochgelobte AF Geschwindigkeit sprachen für die a6000. Eigentlich war die Coolpix A schon ausreichend, hatte aber kein Zoomobjektiv. 
Ein Zoom ist für mich jedoch unabdingbar, gehört zur absoluten Gundausstattung, ähnlich wie AF und zumindest eine Zeitautomatik. Andere verfechten vehement den Gebrauch von Festbrennweiten, ich allerdings verkaufe diese regelmäßig wieder wegen deren Unflexibilität. Das immer aufkommende Argument des "Turnschuhzooms" verfängt bei mir nicht, weil ich eben nicht immer auf etwas zugehen oder mich von ihm entfernen kann um so den rechten Bildwinkel zu bekommen. Vor allem in Räumen ist man u. U. sehr eingeschränkt, wenn man kein genügendes Weitwinkel mitnimmt. Die Staubgefahr durch öfteren Wechsel der Festbrennweiten erwähne ich bloß nebenbei, die ist bei "staubsaugenden" Zooms nämlich kaum geringer. Langer Rede kurzer Sinn, u. a. aus diesem Grunde konnte die Coolpix A bei mir nicht aureichend punkten. Andere von Fuji oder Olympus hatten zu kleine Sensoren mit all deren Nachteilen, oder gefielen nicht mit ihren Menues oder anderem.

Die a6000 kam in kleinem Karton und lieferte gleich mal erste kleine Enttäuschungen: 

Im Kit gekauft mit dem sehr kompakten 16-50mm Zoom, hatte Sony das Glas gleich an die Kamera angeflanscht und sparte sich sowohl den Bodydeckel als auch den Bajonettdeckel des Objektives. Kein Witz, im versiegelten Karton fand sich keiner der beiden Deckel. Habe ich mich über Nikon und deren Billig - Rückdeckel am 18-55mm mokiert, liefert Sony hier gleich mal gar nichts!

Daß das Objektiv auch keine Geli hat, kannte ich so schon von den Nikon AF-S / AF-P 18-55mm VR und ist gleichfalls erbärmlich, von beiden Herstellern. Es sind billigst zu produzierende Plastikteile für jeweils kleine Objektive und ich finde das unentschuldbar. Daß Canon so schon lange verfährt, macht das Ganze auch nicht angenehmer.

Eine Abdeckung des Blitzschuhes fehlte bei der a6000 leider genau so wie neuerdings bei Nikon, aber da passte so ein nachgekauftes Nikonteil dann immerhin exakt rein.

Die Enttäuschung ging weiter, als ich das Ladegerät suchte, denn der Akku war rappelleer. Tja, gibt es kein gewohntes, bloß ein Mini Netzteil mit europäischem und amerikanischem Netzkabel und Micro USB Kabel. Geladen wird der Akku nämlich dummerweise in der Kamera. Saublöde und richtig realitätsfern, denn man kann so keinen Ersatzakku etwa im Hotelzimmer laden, wenn man gleichzeitig noch fotografieren möchte. Vielmehr muß man jeden Akku nacheinander in die Kamera stecken und laden. Wie dumm und Anwenderunfreundlich ist denn so etwas bitte? Ich habe mir gleich zwei Ersatzakkus von Patona samt Doppelladegerät bestellt. 
Die eh nicht so ganz günstige Kamera, im genannten Kit und im Sonderangebot bei OTTO samt Täschchen, 32GB Sony SD Karte und 10,- Fotogutschein zu exakt 599,- Euro (Kitpreis ohne die Zugaben bei Amazon: 649,- Euro), wo die D3300 im 18-55mm Kit momentan bei gerade 399,- auf Amazon liegt, hat mich mit den fehlenden Deckeln (4,76) und der Geli (Metall-Gegenlichtblende in einfachem Design und anders als die immens teure Originalgeli: 6,64) und dem Akkuset (29,46) nun schon insgesamt 639,86 Euro gekostet, bloß um sie praktikabler zu machen. Die Akkus sind dabei dringend nötig, weil Spiegellose wegen den permanet laufenden Displays oder elektronischen Suchern doch deutlich mehr Strom benötigen als eine DSLR. Das ist leider so. Man könnte die neue D3400 im Kit mit dem AF-P 18-55mm als Gegenbeispiel anführen, die bei Amazon 569,- Euro kostet. Aber die liegt quasi noch beim Einführungspreis, während die a6000 ja schon länger und mehrfach im Preis sank. Die D3400 wird in wenigen Monaten gewiß auf ähnlich niedrigem Niveau wie die 3300 liegen. 

Dazu kommt ein Displayglas zu 13,50 Euro. Und eine schmale Handschlaufe werde ich mir wohl zulegen. Beides kann man aber nicht zählen, weil es nicht unbedingt benötigt wird und woanders auch nicht zur Grundausstattung zählt.

Die Kamera wirkt leicht und etwas filigran, geht aber so in Ordnung und liegt recht gut in der Hand, wenn auch nicht so gut wie die D3300. Die Verarbeitung scheint solala, wirkt etwas weniger wertig als erwartet und bei der Fuji X10 erfahren. Bis auf den tief einzudrückenden Taster des Blitzgerätes, sind alle Taster und Schalter in Ordnung und gut erreichbar, das Steuerkreuz/rad allerdings etwas klein geraten. Den billigsten Eindruck machen der Einschalter am Auslöser, sowie der Auslöser selbst, der aus billigem Plastik wirkt, ohne sein Material allerdings wirklich mitzuteilen.

Das Einschalten der Kamera geht recht langsam vor sich und wie erwähnt mußte ich erstmal über Stunden den zunächst nicht reagierenden Akku laden. 
Dreht man den Schalter zur Seite gibt es eine Art halbe Gedenksekunde, dann fährt das Objektiv in einer gefühlten weiteren halben Sekunde vorne raus und das Display geht an. Das geht bei der 3300 und anderen DSLR mal deutlich schneller.

Egal ob ich den mittleren Fokuspunkt wähle, wie ich es gewohnt bin, oder ein großes Feld von AF Punkten vorwähle, der AF ist langsamer als mit dem kleinen AF-P 18-55mm an der D3300. Wenn beide Kameras so verwendet werden wie sie gedacht sind, also die D3300 als DSLR mit Spiegel und die a6000 als ständig im LiveView arbeitend. Die D3300 ist dann immer ungleich schneller und bei schlechtem Licht geradezu haushoch führend, weil die Sony öfters und frühzeitig anfängt zu pumpen und so langsam wie eine normale Kompaktknipse wird. Das hatte ich so jetzt nicht erwartet, denn ich dachte durchaus die a6000 könnte zumindest im Hellen der 3300 Paroli bieten oder zumindest ebenbürtig sein. 

Hier gebe ich allerdings auch zu bedenken, daß beide mit dem jeweiligen Kitobjektiv bestückt sind und verglichen wurden. Das reicht der kleinen Nikon wegen dem wirklich mal rasend schnellen AF-P absolut zum Vorteil und der a6000 mit dem gleich dunklen 16-50mm frühzeitig zum Nachteil, wenn das Licht fehlt. Und natürlich ist die Nikon im LiveView dann deutlich langsamer als die Sony, was bei DSLR und speziell bei Nikon ein übliches Problem ist. Trotzdem geht aber in diesen Konstellationen der Punkt eindeutig an die Nikon D3300. Ob der AF der a6000 nun für Street ausreicht, wird sich (hoffentlich) ja noch zeigen.

Wie sich die Sony mit anderen und weit teureren Objektiven schlagen würde, werde ich wohl kaum erfahren, von vielleicht einer noch zu erwerbenden Festbrennweite einmal abgesehen. Denn die a6000 werde ich wahrscheinlich bloß mit diesem einen Zoom-Objektiv verwenden, welches mir von den Brennweiten her  für Street sehr geeignet scheint. Die Nikon ist dagegen etwa mit dem Sigma 17-50mm f/2,8 deutlich langsamer als mit dem AF-P und in etwa auf gleichem Niveau wie die a6000 mit deren Kitglas.

Die Bildqualität spricht in JPEG (wie ich es gewohnt bin) nach erster Sichtung gleichfalls eher für die Nikon. Die hat den meiner Meinung nach besseren Bildprozessor (Sensor?) und bügelt auch das Rauschen weit weniger und feiner glatt als die Sony. Hier hätte ich eher Gleichstand vermutet, weil die Sensoren sehr ähnlich oder sogar gleich sein dürften?? Allerdings fällt mir auf, daß der automatische Weißabgleich der Sony besser arbeitet und die Farben bei Kunstlicht natürlicher wirken. 
Das alles ist aber bloß ein allererster Eindruck von den ersten beiden Tagen mit der Sony, die ich noch besser kennen lernen muß. Außerdem bin ich die D3300 gewohnt und liebe sie und bin von daher durchaus von ihr geprägt und voreingenommen, keine Frage.

Das Menue ist gar nicht mal sooo unähnlich und wo bei Nikon  die Kategorien untereinannder liegen, liegen sie bei der Sony halt nebeneinander. Ich weiß nicht mehr wie das damals bei der a700 aussah, aber ich weiß noch, daß ich nach dem Wechsel auf die Nikon D300s dann auch sehr schnell zurecht kam, weil alles nicht so weit auseinader war wie man bei zwei verschiedenen Herstellern hätte vermuten können.

Das Auslösegeräusch ist sehr angenehm, wirkt fast altmodisch mechanisch. Ganz anders als bei den fast lautlosen, ereignislosen und mir von daher unangenehmen Nikon Coolpix A und Fuji X10.

Das leider nur elektronische Zoomen ist so eine Sache. Man kann vorne am Ring drehen und der Zoom setzt sich leicht verzögert, rappelig und deutlich hörbar in Bewegung. Das klingt etwas ungesund oder zumindest gewöhnungsbedürftig. Links am Objektiv hat man noch einen Schiebeschalter, wodurch das Zoomen etwas geschmeidiger und ein wenig leiser vonstatten geht, wohl für Video gedacht. Aber auch das ist absolut kein Vergleich zu händischem, direktem Zoomen.

Spannend ansich fänd ich bei der a6000 eigentlich die Möglichkeit der Adaptierung alter und markenfremder Objektive, werde das aber aller Wahrscheinlichkeit wohl nicht machen. Sie ist wie erwähnt bloß für Street gedacht und alles andere käme einem regelrechten Zweitsystem nahe, mit allen Folgekosten. Das will und werde ich neben Nikon DX und FX so sicherlich nicht machen. Evtl. kommt aber der Wunsch nach einem kleinen Blitzgerät irgendwann mal auf, da muß ich dann sehen was es evtl. gebraucht gibt und sehr klein ist. Und die Festbrennweiten von Sigma sind so günstig, daß mich ein 19mm f/2,8 schon reizen würde. Aber meine Nikkore, Sigmas oder Tamrons zu adaptieren wäre Blödsinn, denn alle würden die Kamera ungleich vergrößern und weder AF noch Stabis funktionieren mit irgendwelchen Adaptern.

Hier nun Fotos der Kamera, auch im Vergleich mit der kleinen DSLR Nikon D3300.

Die a6000 ist gefällig gestaltet, keine Frage. Der Griff ist ausgeprägt. Aber weil der Body sehr flach ist, liegt mir die D3300 trotzdem besser in der Hand. Angebracht ist schon die Nikon Blitzschuh - Schutzkappe. Der elektronische Sucher oder vielmehr dessen Augenmuschel, ragt sehr weit ab und schränkt so die Jackentaschentauglichkeit ziemlich ein. Ich kann mir vorstellen, daß man damit einige male in der Jackentasche hängen bleibt und das gute Stück evtl. verliert. Es wird ja bloß aufgesteckt und nicht wie bei den meisten DSLR aufgeschoben.:





Die rückwärtigen Bedienelemente sind wie erwähnt gut erreichbar und bedienbar und recht logisch angeordnet:



Das Display ist ein Klappdisplay und kein Schwenkdisplay wie etwa bei der D5500. Es ist gut aufgelöst und gut ablesbar. Nach unten kann man es aber bloß geschätzte 45° klappen, nach oben ganz horizontal. Gut für bodennahe Aufnahmen, nicht ganz optimal für Aufnahmen über Kopf:





Die Unterseite bietet das mittig angeordnete Stativgewinde, das Typenschild und die Ladeklappe für Akku und SD-Karte. Die Karte zu entnehmen, ist wegen der Lösung wie bei den meisten Kompaktkameras leider etwas fummelig, weil sie direkt hinter der Klappe steckt:




Sehr bescheiden sieht es mit Anschlüssen aus. Lediglich HDMI und Micro USB werden geboten. Nicht mal ein externes Micro läßt sich anschließen. Etwas merkwürdig für eine Kamera die ausdrücklich mit der Videofunktion beworben wird:



Das E-Mount Bajonett, sowie das sehr kompakte Objektiv von der Vorder und Rückseite:






Betriebsbereit, ist das Glas allerdings weit weniger kompakt, weil es halt auch erstmal ausfährt. Hier in der kleinstmöglichen Stellung:


In direktem Vergleich mit der Nikon D3300 wirkt sie erstmal weit filigraner, ist wegen fehlendem Spiegelkasten und Pentaspiegelgehäuse natürlich auch flacher und nicht so hoch. In der Breite liegen sie allerdings sehr ähnlich beieinander:



Mit betriebsbereit ausgefahrenem Objektiv sind beide nicht mehr wirklich kompakt:


Hier das eingetroffene Patona Doppel - Ladegerät, welches sehr gut funktioniert und zwei kompatible, aber etwas schwächere Akkus mitbringt. Rechts der Originalakku, links eine der Kopien:


Alles weitere muß sich noch zeigen und ich warte noch auf etwas Zubehör. Mal schauen, ob ich das dann hier zeige, oder einen neuen Blogeintrag machen werde.
Hier noch ein paar schnelle Beispielfotos:






Ciao

Nachtrag vom 07.12.2016:

So, keine Ahnung was am AF der a6000 so schnell sein soll, oder ob das in Relation zu anderen Spiegellosen gemeint war. Die D3300 ist deutlich schneller, zumindest mit dem AF-P 18-55mm und in den meisten Situationen auch schneller mit dem 17-50'er Sigma. Habe also zuerst das Sigma 19mm verkauft und danach auch die Kamera. Ich werde mit Spiegellosen einfach nicht warm, das ist nicht mein Ding.

Ciao





Sonntag, 16. Oktober 2016

Sigma AF 14mm f/3,5

Sigma ist bekannt für allerlei Weitwinkellinsen. Schon früh gab es relativ günstig Objektive, für die man beim Originalhersteller ein kleines Vermögen zahlen mußte, wenn man sie denn überhaupt so bekam.
Relativ günstig kam ich an ein altes Sigma AF 14mm f/3,5. Leider aus der Ära, als Sigma diesen komischen Gummilack über seine Bodies zog. Von dem Glas gab es noch eine Variante mit manueller Fokussierung und angeblich gleicher Linsenrechnung. Später gab es noch ein kompakteres und moderneres Sigma AF 14mm f/2,8 EX, mit anderer Rechnung und ganz anderem Aussehen.
Zu meinem Glas habe ich im Netz noch nicht allzu viel gefunden. Es gibt u. a. einen nicht sehr ausführlichen Review auf Englisch und eine Flickr Gruppe mit Beispielfotos:

Tom Hogan 

Flickr 

Das Glas ist von der Bauart her etwa dem alten Sigma AF 24mm f/2,8 Super Wide II sehr ähnlich, halt auch mit diesem Gummilack und ähnlichem Blendenring. Gott sei Dank hat es aber nicht dessen Lautstärke beim AF. Im Gegenteil ist es recht leise und außerdem wirklich sehr schnell.

Obwohl es ein Glaspalast mit kuppelartiger Frontlinse ist, sieht es nur aus wie ein Fisheye, für das es Unwissende schnell halten können. Es ist aber ein korrigiertes Superweitwinkel mit damals sehr extremer Leistung und wenig Verzeichnung. Dafür ist es sehr Flareanfällig und vignettiert offen recht stark.

Ausprobiert habe ich es noch nicht wirklich, aber offen scheint es kein Schärfewunder zu sein. Ich denke mal, die Stärken liegen eher stärker abgeblendet bei Landschaftsfotografie, am besten auf dem Stativ. 

Es ist sehr schwer, aber wegen der kompakten Bauweise eher nicht unhandlich oder kopflastig. Im Gegenteil ist die recht große D600 damit gut ausgewogen. Der mechanische Stangen AF ist wie erwähnt sehr schnell und angenehm leise, was damals keineswegs Selbstverständlichkeit war.

An der Kamera fällt das Teil bloß wegen der kuppelartigen Frontlinse auf, sonst wäre es kaum größer als ein 50mm samt Gegenlichtblende: 





Der Glasklotz liegt ziemlich ungeschützt zwischen der Geli und man muß sich wundern, daß es bisher keine Kratzer oder Vergütungsschäden gibt:


Das liegt gewiß auch daran, daß die Geli so weit hervorragt, daß man das Glas sogar zuvorderst abstellen kann und trotzdem etwa 1cm Luft verbleibt:


Die Gegenlichtblende ist aus dickerem Metall und fest am Objektiv verbaut. Leider ist sie gleichfalls mit diesem Gummilack beschichtet:




Die Rückseite ist weit weniger spektakulär, eher ganz normal:




Fokusskala hinter Glas und ein arretierbarer Blendenring gehörten in der analogen AF Aera noch zum guten Ton:




Die Frontkappe dient nicht bloß zum Aufsetzen des Frontdeckels und damit zum Schutz der Frontlinse. Vielmehr hat sie auch ein Filtergewinde, wobei man bei deren Verwendung mit sehr starker Vignettierung rechnen muß:




Ich muß es bei besserem Wetter mal draußen probieren, dann wird sich zeigen ob es bleibt. Stimmt die Schärfe, hat es gute Chancen und dann zeige ich hier auch Beispielbilder. Wenn nicht, geht es in den Verkauf.

Ciao