I am Henning

Donnerstag, 8. September 2016

AF-P DX Nikkor 18–55mm f/3,5–5,6G VR

Mancher hat sich zunächst gedacht, was das denn nun wieder sein soll. Eine nun schon fünfte Auflage des gleichermaßen geschätzten wie unterschätzten Standard Kit-Zooms? Diese fünfte Auflage sogar in gleich zwei Versionen, einmal mit und einmal ohne VR (Stabilisator)?

Der Grund liegt hierbei alleine im Videobereich. Selbst der ansonsten eher leise AF-S wird relativ laut aufgenommen, wenn man nicht wenigstens ein externes Mikrofon verwendet. Außerdem ist er beim Filmen eher langsam und neigt zum Pumpen. Manuelles Fokussieren der Kitgläser ist nicht ganz hilfreich, weil diese dabei kaum weniger störende Geräusche machen. 

Mit Video habe ich selbst nichts am Hut, aber beim Fotografieren kann ich sagen, daß ich noch kein so schnelles Objektiv verwendet habe wie heute dieses Miniteil. Das erinnert an die Performance etwa meiner ehemaligen Nikon 1 V1, so schnell ist das Ding.

Hier auf der Originalseite von Nikon: Nikon - AF-P 18-55mm VR

Und hier Daten im Vergleich mit dem direkten Vorgänger AF-S DX Nikkor 18-55mm f/3,5-5,6G VR II: Digitalkamera.de

Auf den ersten Blick ist es seinem Vorgänger sehr ähnlich, aber dann fällt schon auf, daß die Schalter für AF/MF und den VR fehlen. Das wird ab jetzt über das Menue geschaltet, bei Kameras die das können! Das Objektiv kommt (im Kit jedenfalls) ohne Streulichtblende (Nikon HB-N106) und mit einfacher, halbdurchsichtiger Bajonettkappe Und mit der üblichen vorderen Kappe, die ich für die Fotos aber abnahm:



Wer jetzt meint, das sei doch das gleiche wie vorher, der irrt wirklich. Sie unterscheiden sich deutlich in der Form und teils in der Größe. Das AF-P (rechts) hat jetzt einen richtigen Fokussierring, wo man beim AF-S noch den ganzen Tubus mitdrehte:



Der Entriegelungsknopf liegt weiter zur Kamera und wie erwähnt fehlen die Schalter für AF/MF und VR:



Das Filtergewinde ist jetzt 55 statt 52mm groß, die Nahgrenze mit 25cm nun nochmals besser als die eh schon guten 28mm des Vorgängers:



Daß es auch von hinten anders aussieht, erklärt sich evtl. mit der ganz anderen Linsenrechnung. Statt 11 Linsen in 8 Gruppen, sollen es nun 12 Linsen in 9 Gruppen sein. Auch daran erkennt man, daß sich Nikon mit dem kleinen Teil durchaus Mühe gibt:



Daß die kleinen Kitgläser ständig unterschätzt, belächelt oder sogar schlechtgeredet werden ist traurig, denn sie sind weit weit besser als ihr Ruf. Sicher sind sie lichtschwach, etwa gegenüber einem Sigma 17-50mm f/2,8. Und sicher sind sie gegenüber einer solchen Linse auch etwas windig verbaut. Aber sie sind knackscharf, im Falle des AF-P jetzt auch sauschnell fokussierend und wer in JPEG fotografiert, kann die kamerainterne Verzeichnungskorrektur verwenden. Das geht so bei Fremdobjektiven nicht.

Hier freihändig aufgenommene und unbearbeitete JPEG Beispielbilder von dem kleinen Ding, die mich jedenfalls mal wieder begeistern. Allesamt übrigens offenblendig:

18mm f/3,5

Ausschnitt:

55mm f/5,6. Darunter ein Ausschnitt:


Noch drei offenblendige Beispiele, diesmal ohne Auschnitte. Jeweils 55mm f/5,6 und bei den unteren beiden sieht man sogar etwas wie Freistellung und Bokeh:



Wer da noch ernsthaft behaupten will, die Dinger taugen nix, dann weiß ich ja auch nicht weiter. Meine Empfehlung geht ganz klar in diese Richtung: Bei Angeboten bei denen das jeweilige Kit mitsamt AF-P 18-55mm VR kaum teurer ist - sofort zuschlagen und die kleine Linse mitnehmen. Erstens ist das ein superleichtes und trotzdem sauscharfes Teil, wenn einem ein 17-50mm 2,8 oder ähnliches mal zu schwer ist. Zweitens bekommt man es immer wieder verkauft, wenn man es dann doch nicht mehr möchte. Und wer filmt, macht in keinem Fall etwas falsch damit. Es ist außerdem wirklich superschnell und superleise, das hat man mit anderen Gläsern zur Zeit noch nicht.

Ciao

Nachtrag vom 10.09.2016.

Bildbeispiele von heute: