I am Henning

Dienstag, 25. August 2015

KMZ Revolversucher. / Universal - Aufstecksucher

Da die Coolpix A bekanntlich keinen Realsucher hat, suchte ich schon vor ihrem Erwerb nach einem adäquaten Aufstecksucher. Des günstigen Preises wegen, kaufte ich über Ebay aus Bulgarien den bekannten KMZ Turret Viewer / Universal Viewer, des KMZ Werkes Krasnogorsk. Dieser wurde für die vielen Contax Kopien hergestellt und steckte gewiß auch auf mancher Leica Kopie aus Russland. Der Sucher selbst ist ja auch eine Kopie des Carl Zeiss Universalsuchers, den es in verschiedenen Varianten gab und als links- oder rechtsseitige Ausführung. Hier kann man auf Deutsch und Englisch ein wenig darüber nachlesen:

Eric Fiss - KMZ Revolversucher

Nick Spur - KMZ Universal Viewer

Erwartet hatte ich ein Teil in ähnlich lässig - robuster (russischer) Verarbeitung wie meine ehemalige Fed 3. Doch das erwies sich als haltloses Vorurteil, der Sucher ist absolut klasse verarbeitet und in super Erhaltung. Er ist absolut gut verwendbar, weil präzise gefertigt, mit sahnig laufendem und exakt rastendem Objektivrevolver. Der Sucherdurchblick ist klein und heutzutage vergleichsweise dunkel, aber sehr sehr klar, scharf und damals gewiß auch ausreichend hell. Es gibt einen Rahmen, einen wohl eingefrästen dunkelgrauen Rand. Bestehend aus einer Anzahl eng gesetzer und sehr feinen Linien, die das Bildfeld anzeigen. 
Ganz toll ist ein keineswegs störendes, weil sehr feines Fadenkreuz bei jeder Brennweite. Damit kann man sein Motiv exakt anvisieren, die Parallaxe wird bei etwa 2m Abstand aufgehoben, wie ich bemerkte. Geboten werden die damals wie heute an 24-36mm gebräuchlichen Brennweiten von 28, 35, 50, 85 und 135mm. 
Nicht vergessen darf man, daß man damals aber zusätzlich immer noch die Entfernung abschätzen oder sogar abmessen mußte, wenn man keine Messucherkamera benutzte.

Damals wird der KMZ ein absolut brauchbares und wertvolles Tool gewesen sein, heute sieht er an den meisten Kameras wohl zu groß und auch etwas wichtigtuerisch aus. Zudem hat meine Coolpix A auch bloß 18,5mm Objektiv, das Kleinbildäquivalent etwa wie ein 28mm abbildet. Im Vergleich mit meinem kleinen Ricoh GV-2 Sucher für 28mm hat der KMZ leider wenig Chancen, man müßte schon sehr stark auf Retro stehen. Er ist zu groß mit an der Coolpix unnötigen Brennweiten, dunkler mit kleinerem Einblick und läßt das Blitzgerät gerade so herauskommen. Sicher kann man deswegen den KMZ auch in rechtsseitiger Ausführung kaufen, oder das entsprechende Original von Zeiss, aber dann bleiben die anderen Nachteile. 
An einer großen sucherlosen Fuji aber, etwa an einer X-M1, sieht das gewiß anders aus, aber die hat ja auch einen elektronischen sucher. ich will den KMZ aber nicht schlecht reden, er ist wunderbar verarbeitet und ganz gewiß sehr sehr brauchbar wenn man eine entsprechende Kamera hat. An der A ist mir der Ricoh aber lieber, weil er klein, leicht und mit vergleichsweise riesigem Durchblick bestückt ist. Dazu ist er heller und hat einen wirklichen Leuchtrahmen.

Jetzt zeige ich das wunderschöne Teil aber mal. Es ist komplett erhalten und in wunderbarem Zustand. Verpackt ist es in einer zeitgenössischen Bakelitdose, in die das Gerät nur auf eine Art und Weise passt, sodaß man sich nicht vertun kann:




Das Teil ist rundum sehr gut verarbeitet und wird dem Original von Zeiss kaum nachstehen:









Die Brennweiten rasten exakt, aber sahnig ein. Das Ganze macht wirklich Freude bei der Bedienung. Die Brennweiten werden noch in cm angegeben statt in mm:


Durch den kleinen Suchereinblick sehr sehr schwierig zu fotografieren war das Fadenkreuz, ich bitte die schlechte Aufnahme zu entschuldigen:


Der Größenunterschied zum Ricoh GV-2 ist beträchtlich:


Suchereinblick und Leuchtrahmen sprechen neben anderem klar für den Ricoh:


Der Sucher ist zu groß, oder die Kamera zu klein. Wie man es nimmt, es paßt einfach nicht:




Der Blitz klappt so nicht mehr ganz aus, beleuchtet aber erstaunlicherweise ohne Abschattungen:


Der Ricoh ist wie gemacht für die kleine Kamera, da geht kein Weg dran vorbei:


Den KMZ werde ich also wieder verkaufen, an der Coolpix A macht das keinen Sinn.

Ciao


Samstag, 22. August 2015

Silberne Nikon Coolpix A beledert.

Hier hatte ich mich über meine letzte Kompakte ausgelassen, eine Fujifilm X10. Letztlich genügte mir der kleine Sensor nicht und war die Bedienung viel zu weit weg von Nikon: 

http://i-am-henning.blogspot.de/2015/01/fujifilm-x10.html

Hier hatte ich meine letzte kompakte Nikon besprochen, die 1 V1. Hier störten mich entscheidend die sehr sehr rudimentäre äußere Bedienung und der ebenfalls zu kleine Sensor, sowie das doch andere Menue als bei den übrigens Nikons:

http://i-am-henning.blogspot.de/2014/05/nikon-1-v1.html

Davor hatte ich die sehr gute, aber leider ewig langsam fokussierende Nikon Coolpix P7700, die zudem alle Nachteile des für eine Kompakte zwar großen, aber dennoch unterlegenen Sensors bot. 

Warum also wieder eine Kompakte? Ganz klar, weil die Coolpix A minimalste Größe bei maximalem Sensor bietet und ich trotzdem bei Nikon bleiben und z. B. zur Not die großen Blitzgeräte verwenden könnte.
Die A hat den 16MP DX (APS-C) Sensor der D5100 und 7000 und das ohne Tiefpassfilter. In einigen Tests wurde ihr daher sogar bessere Bildqualität als mit den genannten DSLR bescheinigt. Das mag sogar stimmen, aber diese bieten dafür das ganze Brennweitenspektrum eines DSLR Wechselobjektivsystems, wo die A ein fest eingebautes 18,5mm f/2,8 Objektiv hat. 
Dieses bildet in etwa wie ein Kleinbild 28mm Objektiv ab. Das ist mutig, denn es fordert den Fotografen. Andere Hersteller bestücken ähnliche Kameras mit Kleinbildäquivalenten Brennweiten von eher 35 - 50mm.

Das macht die A zu einer Reportage und Schnappschußkamera, wohl hauptsächlich für City und Landschaft, ganz besonders aber für die sogenannte Street - Fotografie, bei der Szenerien auf der Straße eingefangen werden. Aber auch Innenräume werden zu großen Bereichen abgebildet, ohne daß man sich gleich in die hinterste Ecke drücken muß um alles drauf zu bekommen. 
Gleichwohl kann man vernünftige Portraits durch die weitwinkelige Anmutung getrost vergessen und Makro wird halt zum Weitwinkelmakro. Makro kann die Kamera theoretisch ganz gut, der AF läßt sich seitlich am Body in einen entsprechenden Modus schalten. In diesem Modus soll das Objektiv aber nicht gerade durch schnellen AF glänzen, sondern durchaus auch pumpend sein Ziel verfehlen.

Eigentlich hätte ich das schwarze Modell haben wollen, aber sehr sehr günstig konnte ich eine ungebrauchte Silberne erwerben. Wo die Schwarze durch matten Lack gewiß einen Hauch Griffigkeit geboten hätte, gab es bei der Silbernen bloß glattes Metall oder metallähnlichen Kunststoff, ich habe mich dahingehend noch nicht belesen. Jedenfalls ist das Ganze sehr wenig griffig. Aber auch rein wegen der Optik, hatte ich schon eine künstliche "Belederung" bestellt, die man für rund 16,- Euro etwa über Amazon bekommt. 
Fest eingebaute Objektive von Kompaktkameras sind immer sehr sehr grazile Gebilde, die es zu schützen gilt. Die Fuji X10 war da eine schöne Ausnahme. Aus Prinzip habe ich daher auch einen Filteradapter samt Gegenlichtblende bestellt, beides aus Metall und das kleine Objektiv sehr gut schützend. Da aus Übersee kommend, dauert das aber noch etwas. 
Den empfindlichen Kunststoffboden werde ich durch eine Kunstleder - Bereitschaftstasche schützen, den ich wie bei der X10 ohne das Oberteil verwenden werde.

Außer der Belederung und einem Ricoh GV-2 Aufstecksucher für 28mm Bildfeld ist ja noch nichts da, sodaß ich mich später erst über die Bedienung etc. der kleinen Kamera auslassen werde.
Hier nur kurz ein paar Fotos der ursprünglichen Kamera und nach der Belederung.
Ganz in Silber sieht sie aus wie jede zeitgenössische Kompaktkamera, was ich wenig vorteilhaft fand und gerade Silber zieht Macken geradezu an:




Die Belederung besteht aus zwei großen Frontstücken und wird sehr sehr einfach aufgeklebt. Hier ein Beispiel bei einer Olympus, mit dem Leder einer anderen Firma:

Leder - Olympus E-P1 

Falls man das Cover mal entfernen muß, ist das auch einfach möglich:

Olympus E-P1 Leder entfernen 

Nach der Belederung sieht die kleine A meiner Meinung nach jedenfalls sehr viel klassischer aus. Spontan erinnerte mich das Ergebnis etwas an eine schöne alte Werra Matic. Der augesteckte Ricoh GV-2 Sucher ist übrigens kein schmückendes Beiwerk, sondern ein superguter Durchsichtsucher. Er ist hell und hat einen wunderbaren Leuchtrahmen. Vor allem aber ist er auch gebraucht weit weit günstiger als das unverschämt teure Nikon Pendant:








Erst im Vergleich, etwa mit der alten Nikon EL2, die gleichfalls in Silber und Schwarz daherkommt, sieht man die wirklich klassische Anmutung der kleinen Schönheit:




Mit den zwei Kunststoffapplikationen bekommt man aber nicht nur eine weit klassischere Optik, sondern auch die Griffigkeit wird ganz entschieden verbessert. Diesen Aspekt kann man gar nicht hoch genug bewerten, da Nikon selbst ja bloß den kleinen Lederwulst vorne, plus das winzige Daumenpad hinten bietet.
Man sieht im Vergleich mit der wunderschönen EL2 übrigens auch, wie sehr sich Nikon bei der A an klassischen Vorbildern orientierte, was die oberen Bedienelemente betrifft. Ich denke mal das haben sie ganz gut der Neuzeit angepasst:


Mehr zu der kleinen Kamera aber erst, wenn die restlichen Teile angekommen sind. 

Ciao

 


Freitag, 21. August 2015

Nikon Batteriegriff MB-D11 für D7000, Gummierung vorne erneuert.

Nikon hat ja doch allgemein eher gute Qualität. Ich schreibe bewußt eher, weil es Bauteile gibt, die anscheinend woanders länger halten als bei Nikon oder hier nicht ganz durchdacht verbaut wurden. Wer klebrige Kameragehäuse kennt, oder sich ablösende Gummierungen, bei gar nicht mal so alten Kameras, der weiß wovon ich schreibe. 
D300/s und D700 häufen sehr gerne Staub hinter dem großen Rückdisplay an und verlieren sich weitende Gummierungen, mindestens zweimal hatte ich von sich ablösenden Daumenpads an den D50 und D90 berichtet, Die D70/s klebt im Alter an Body und Gummierung, die D200 (bzw. die baugleiche Fuji Finepix S5 Pro) ist bekannt für sich komplett ablösende Gummierungen am ganzen Body. 
Muß so etwas wirklich sein? Kann man nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und andere Materialien verarbeiten, die etwa bei Canon oder Pentax verwendet werden? Sicher, dort gibt es andere Probleme, etwa sich abreibende Kamerabeschichtungen bei Canon. Aber so hätte man wenigstens das lästige und ja doch wirklich schon seit Jahren bestehende Problem der sich weitenden und dann ablösenden Gummierungen gelöst.

Mich hat es neuerdings beim MB-D11 für die D7000 erwischt. Die 7000 kam 2005 auf den Markt, also vor ganzen 10 Jahren. Muß es denn sein, daß man sich da schon nach einer teils abgelösten Gummierung am Batteriegriff umschauen muß? Einen Griff, den man weit weniger häufig anfasst als den eigentlichen Kameragriff, es sei denn man ist Hochformatfetischist und fasst den BG dort um so mehr an?

Bei Ebay oder überhaupt im Netz gab es leider absolut nichts zu finden, ich suchte sporadisch mehrere Wochen lang. Der MB-D10 einer D300/700 scheint verbreiteter, denn dafür hätte ich locker günstigen Ersatz gefunden, oder rückwärtige Daumenpads der Kameras zuhauf. 

Also zwangsläufig doch bei Nikon angefragt. Online im Nikon Supportcenter verwies man mich schriftlich an eine Telefonnummer eines Nikon Servicepoint in Frankfurt. Ich telefonierte mit einer Dame unter der genannten Nummer, die mir aber lieber eine Emailadresse mitteilte unter der ich direkt nachfragen sollte. 
Nungut, dann eben so. Per Email also nach neuer Gummierung gefragt und dabei zaghaft angefügt, daß ich nur die vordere Gummierung bräuchte. Nämlich die um den Griff vorne selbt. Tagelang kam keine Antwort, also doch wieder angerufen. Man entschuldigte sich, der Kollege habe das wohl übersehen und mein Anliegen würde zuoberst befördert. Hat man dann wohl auch gemacht, denn Email mit Entschuldigung kam dann rasch. Man könne das besorgen, die Kosten betrügen 33,03 Euro inkl. Versand.
33,03 Euro für ein Stückchen Gummi und dessen Transport? Geht's mal noch?? Ja, richtig gelesen. Leider ist es ganz genau so und nicht anders. Ich möchte dabei gar nicht wissen, was denn die gesamte Gummierung für den Griff kosten würde, die ja immerhin dreiteilig ist und aus zwei etwa gleichgroßen Teilen plus dickem Bodenstück besteht. 
Das mußte ich mir überlegen, das war ja mehr als ein Drittel des Anschaffungspreises des gebraucht gekauften Griffes. Und zwischenzeitlich hatte ich mir zudem einen intakten Griff besorgt. 
Nach Tagen kam ich zum Schluß, daß ich in den sauren Apfel beißen muß. Ersatz war ansonsten nämlich immer noch nicht zu finden und ein Griff ohne Gummi ist nur schwer und mit Verlust zu verkaufen. Also verbindlich per Email bestellt und nach den Kto.daten gefragt. Das mußte ich über Tage insgesamt drei mal wiederholen, bis endlich Antwort kam und man mir die Kto.daten doch noch mitteilte. Email scheint nicht die Stärke des für Ersatzteile zuständigen Mitarbeiters im Servicepoint Frankfurt zu sein.

Um so schneller kam dann das bestellte, quasi sofort nach Überweisung des üppigen Preises. Per UPS kam ein so kleines Minipaket, daß ich schon befürchtete ein falsches Gummi zu bekommen. Aber es ist schon das richtige Teil und tatsächlich ein einziges Stück Gummi, wo ich insgeheim gehofft hatte für den horrenden Preis wenigstens die komplette Gummierung geliefert zu bekommen:




Hilft ja nichts, also los geht's. Man kann das Ganze erstmal mit noch aufgeklebtem Schutzpapier ausprobieren, passt aber wirklich sehr gut:



Also Papier abgezogen und losgelegt. Die gesamte Innenfläche ist mit der Klebeschicht eines doppelseitigen Klebebandes belegt: 





Da ich alleine war und beide Hände brauchte gibt es keine Detailfotos, man kann aber das Gummi ganz einfach überstülpen und in die Aussparungen drücken. Geht sehr einfach:


Eine Problemstelle gibt es allerdings, direkt vorne am Daumenrad steht das Ganze etwas über und gibt es eine spitze Ecke. Auf den Fotos sieht man sowohl oben beim neu bestückten, als auch unten beim anderen Griff, daß es sich dort um einen schlecht durchdachten Bereich handelt. Ich wette, genau dort beginnt irgendwann sich jeweils die Gummierung zu lösen:




Jedenfalls aber passt ansonsten alles und scheint auch gut zu kleben. Mit etwas Kameralack an einigen abgeriebenen Stellen sieht der Griff demnächst wieder ganz gut aus und wird verkauft, schließlich brauche ich keine zwei:




Beim MB-D15 der Nachfolgerin D7100 gibt es diese spitze Stelle übrigens so nicht und er schließt etwas besser am Griff ab, wenigstens da scheint man bei Nikon dazugelernt zu haben:



Mancher fragt sich gewiß, wieso der Depp das macht und sich nicht für das gleiche Geld oder weniger einen Nonname Griff holt. Nunja, genau darüber kann man in meinem Blog auch genügend lesen. Gerade mit der D7000 und dem neuartigen und immer noch gebräuchlichen Bodenstecker, begannen mit Noname Griffen ja diverse Kontaktprobleme. Vom einfach bloß wackelnden Griff bis zu Wackelkontakten mit blinkenden LED's und sich selbstständig einschaltenden Stabilisatoren in Objektiven (bei ausgeschalteter Kamera!!!) reichen meine Erfahrungen. Bei anderen saugten sich Akkus in ausgeschalteten Kameras leer oder man machte ähnliche und gleiche Erfahrungen wie ich. Das brauche ich nicht mehr und greife seitdem ausschließlich zu Originalen. Diese professionelle Magnesium - Gehäusequalität von Nikon wurde bisher auch von keinem Dritthersteller erreicht, auch nicht wenn ausdrücklich mit Magnesiumanteilen geworben wird

Ciao



Freitag, 14. August 2015

Sigma Contemporary 17-70mm f/2,8-4 und 18-200mm f/3,5-6,3

Long time no see, aber ich hatte einfach keine Zeit gehabt mich hier mitzuteilen. Dabei gab es ja doch größere Veränderungen, nach meinem vorläufigen Ausstieg aus dem digitalen Kleinbildformat (Vollformat). 
Die D610 samt fast allen Gläsern ist weg, dafür kam zu meiner schönen D7100 eine fast neue D7000, sowie mehrere DX Gläser. Zwei davon zeige ich heute.

Das Tamron 70-300mm VC ging mangels Verwendung weg, dafür kam das Sigma C 18-200mm f/3,5-6,3 DC OS HSM. Da mag mancher aufschreien, wie man denn ein solches dunkles Superzoom ernsthaft gegen ein scharfes und hyperstabilisiertes 70-300mm VC favorisieren kann. Nunja, die Antwort ist recht einfach. Das Sigma 18-200mm ist durchaus ausreichend scharf und genügend stabilisiert. Zudem ist es sehr kompakt, leicht und deckt vor allem genau die Brennweitenbereiche ab, welche ich bevorzuge und darüber hinaus. Damit wäre ich für den nächsten Urlaub tagsüber bestens gerüstet.

Noch exakter im bevorzugten Brennweitenbereich, ähnlich kompakt und dabei superscharf, ist mein Sigma C 17-70mm f/2,8-4 DC OS HSM. Schon der direkte Vorgänger des Sigma 17-70mm war eine Granate, was Schärfe und Lichtstärke für den Brennweitenbereich anging. Sowohl in Barcelona an einer D7100, als auch in Portugal an einer D3300, brachte es hervorragende Ergebnisse. Zum neueren Contemporary Modell kann ich sagen, daß es meiner Meinung nach nochmals in der Schärfe zulegte, etwas schneller fokussiert und dabei deutlich kleiner und ausreichend leicht ist. Auch dieses Glas wird mich in den nächsten Urlaub begleiten. Dabei wird das 18-200mm tagsüber bei gutem Licht mein idealer Begleiter sein und mich das lichtstarke 17-70mm abends oder etwa in dunklen Kirchen und ähnlichen Situationen mit scharfen Fotos belohnen.

Die alten Versionen sehen nach dem Herauskommen der neuen Contemporary Reihe schlagartig alt aus, was aber nur auf das Design zutrifft. Schon das alte 17-70mm hatte nämlich mein ehemaliges AF-S Nikkor 16-85mm mit zwar ähnlicher Schärfe, aber eben höherer Lichtstärke geschlagen. Und das AF-S Nikkor 18-200mm hatte weder als VR I noch als VR II eine Chance gegen das bessere bisherige Sigma 18-200mm DC OS HSM.

Ich will die zwei Gläser wie gewohnt etwas näher vorstellen, habe aber leider weder für das 17-70mm, noch für das 18-200mm die jeweilige Vorgängerversion zur Verfügung. Bloß das noch ältere 17-70mm f/2,8-4,5 ohne Stabilisator und mit Stangen AF kann ich als optischen Vergleich anbieten. 
Weiter unten dann ein paar schnelle Vergleichsfotos im Wohnzimmer, die ein wenig zeigen, daß man auch mit dem 18-200mm ausreichend gut aufgelegt ist.

Hier die zwei Exemplare samt Verpackung:


Man kann sie auf den ersten Blick kaum unterscheiden und tatsächlich schaue ich manchmal genauer, was ich denn jetzt an die jeweilige Kamera ansetzen möchte. 
Das rechte 18-200mm ist zwar höher, aber auch schmaler und genau 40gr leichter als das 17-70mm. Die gleich große Sonnenblende suggeriert, daß es sich um gleich große Frontlinsen handelt. Dabei hat das lichtstarke 17-70mm mit 72mm die deutlich breitere Frontlinse als das 18-200mm mit gerade einmal 62mm:


Beiden gemein ist die metallfarbene oder gar metallene "C" Plakette, welche die Zugehörigkeit zur Contemporary Reihe signalisiert:


Der AF Schalter zeigt durch eine weiße Ausfärbung auf den ersten Blick, ob er an oder ausgeschaltet ist. Komischerweise hat man sich das jeweils beim Schalter für den OS - Stabilisator gespart:


Das 18-200mm hat zusätzlich einen Lock - Schalter für den Zoom, damit dieser am Stativ oder Gurt nicht selbstständig ausfährt. Dieser zeigt durch die weiße Färbung ebenfalls die eingeschaltete Funktion und fehlt beim 17-70mm komplett:


Die optischen Unterschiede zu Vorgängerserien sind beträchtlich. Schon die Verpackung ist ganz anders und kommt deutlich heller daher:


Selbst die Vorder- und Rückdeckel wurden komplett neu und gefälliger gestylt. Jeweils rechts die Vorgängerversion:



Die Objektive selbst haben andere Gummierungen und vor allem nicht mehr diese empfindliche und samtige Oberfläche, sondern angenehm matten aber glatten Kunststoff . Hier links das ganz alte und unstabilisierte 17-70, das stabilisierte Modell vor dem jetzigen C war dann deutlich dicker und schwerer, hatte aber noch das gleiche Styling:


An den Gegenlichtblenden sieht man deutlich, daß die neuere Oberfläche der bessere Weg ist. Die älteren Sigmas sind bekannt bis berüchtigt für die wirklich sehr empfindliche Oberfläche, bei der nach kurzer Zeit der Verwendung schon optische Beeinträchtigungen auftraten:




Sowohl das 18-200mm (unten an der D7100), als auch das 17-70mm, sind nun wirklich sehr kompakte DX - Lösungen:


Nun noch ein paar wenige Vergleichsaufnahmen, freihändig im Wohnzimmer. Richtige Schärfevergleiche biete ich allerdings nicht. Diese wären gewiß interessant, aber wohl auch sehr unfair dem Superzoom gegenüber. Für einen groben Überblick reicht es aber. Man sieht, daß man auch mit einem Superzoom gut aufgelegt ist und durchaus gute Ergebnisse geliefert bekommt. 

An erster Stelle jeweils das 17-70mm und beide immer offenblendig und bei ISO 100. Die Aufnahmen sind in keinster Weise bearbeitet, nicht einmal verkleinert. 

Hier bei 17 und 18mm. Man sieht erstens, daß der eine Millimeter mehr untenrum durchaus hilfreich sein kann. Und man sieht (hoffentlich), daß das 17-70 wärmer und etwas kontrastreicher abbildet:



Zweimal 50mm:



Jeweils 70mm, weil das 17-70 damit am Ende angelangt ist:



Mit dem 18-200mm geht es weiter. Man sieht hier auch, das 135mm nicht so sehr viel weniger als 200mm herzeigen. Man sieht aber auch, daß dieses 18-200mm durchaus auch am langen Ende taugt.

135mm:


200mm:


Hier mal die 200mm bei ISO 800, um eine schnellere Verschlußzeit zu bekommen. Meiner Meinung nach taugte aber schon das vorherige Foto bei ISO 100 genauso. In der Vergrößerung darunter zeigt sich, daß das 18-200mm offenblendig auch am langen Ende genügend Durchzeichnung bietet:



Beide haben die Bezeichnung "Macro" im Namen, was man aber nicht allzu ernst nehmen sollte. Das 17-70mm hat allerdings eine beachtliche Naheinstellgrenze von immerhin 22cm, während das 18-200mm "nur" 39cm bietet. Aber das hat dafür die weit längere Brennweite, sodaß die Gläser auf recht ähnliche Abbildungsmaßstäbe von immerhin 1:2,8 und 1:3 (18-200) kommen. Das ist immer noch kein wirkliches Makro, reicht aber durchaus für das gern fotografierte Blümchen am Wegesrande. Man sieht im oberen Foto das etwas cremigere Bokeh und die höhere Freistellungsmöglichkeit des Sigma 17-70mm, bedingt durch die Offenblende von f/4 gegenüber den f/6,3 des 18-200mm. Aber für ein Superzoom ist die Leistung im Foto darunter doch insgesamt allerhand, oder?



Mein Fazit sieht daher so aus, daß ich beide Gläser unbedingt empfehlen kann. Schon die Vorgänger schlugen bei mir ja auch entsprechende Nikkore und hatten auch bei Tamron keine wirkliche Konkurrenz. Das Tamron 18-200mm war nie stabilisiert und das Tamron 17-50 hat halt ganze 20mm weniger am langen Ende zu bieten. Dessen VC Version zumindest fokussiert zudem deutlich langsamer und viel lauter und hat mich nach der D300s optisch an mehr als 12MP nie mehr überzeugt.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich das sogenannte Scroll - Problem. Das äußert sich bei beiden Gläsern an der D7100 dahingehend, daß man das gerade aufgenommene Foto im Display zwar zoomen kann, aber dann den Cursor beständig weiterklicken muß um im Foto herumzuscrollen. An der D7000 z. B. kann man den Taster gerdückt halten und wandert so geschmeidig durch die jeweilige Aufnahme. Dieses "Problem" zeigt sich also nur an einigen neuesten Nikons und gar nicht an älteren (was sich mit einem Firmwareupdate seitens Nikon aber einmal ändern könnte). Auch beim Vorgängermodell des 17-70mm DC OS HSM gab es dieses "Problem". Ich habe es aber ganz bewußt in Anführungsstrichen geschrieben, weil es bei mir nie Problem, sondern einfach bloß Gewöhnung war/ist. Wer darüber hinweg sehen kann, bekommt ein in der jeweiligen Klasse ganz gewiß zur Spitzengruppe gehörendes Glas mit dort zurzeit bestmöglicher Abbildungsleistung. Das ist mir lieber als wegen eines solch kleinen Bugs die zweitbeste Lösung zu wählen.

Ciao

Nachtrag vom 18.03.2016:

Die Tage hatte ich mir im DSLR Forum nochmals die ältere Version des Sigma 17-70mm f/2,8-4 DC OS HSM gekauft. Leider gab es sowohl an meiner D3300, als auch an der gleichen Kamera meiner Frau eine heftige Inkompatibilität, bzew. vielleicht ein individueller Fehler an diesem gekauften Glas.
Nach Ansetzen des Objektives und einschalten der Kamera tut sich bezüglich AF nichts, kein Mucks. Mehrfach an und abgesetzt, in allen möglichen Kombinationen mit Kamera aus und an, tat sich gar nichts. Auf dem Display flackert dabei die AF Anzeige (AF/M) heftig zwischen den zwei Zuständen und beruhigt sich nicht mehr. Hier ein kurzes Video das ich davon mit dem Handy machte:

Youtube 

Der Verkäufer nimmt es sehr ungern zurück, da muß ich schauen was passiert. 
Vorher fiel mir das nie auf, weil ich die alte Version bis auf den Scroll Bug erfolgreich an der 7100 verwendete. Und an der 3300 gab es in Portugal mit dem Contemporary auch bloß diesen Scroll Bug, der mich nie gestört hat.

Obacht also bei der älteren Version in Verbindung mit einer D3300 mit neuester Firmware. Meiner Meinung nach liegt es an diesem einen Glas, weil ich noch nie über einen solchen Fehler las. Da es gewiß einige dieser Kombinationen gibt, hätte sich zumindest im DSLR Forum bestimmt einmal jemand darüber ausgelassen.

Ciao