I am Henning

Dienstag, 14. Juli 2015

Fahrt nach Münster,

Unser zweitägiger Ausflug nach Münster, von dem ich ein paar wenige Bilder anhängen werde, hat es mir aufgezeigt. Mir und meiner Art der Fotografie bringt das Vollformat vielleicht zu wenig. Wenn ich die Fotos aus Marburg und von der Mosel (beide mit der D7100) mit denen von Münster vergleiche (D610), ist da eher nichts, was das teurere, größere und meistens ja doch auch schwerere Vollformat irgendwie rechtfertigen würde.

Sicherlich gab und gibt es Situationen in denen die High ISO Qualitäten einer D610 von Nutzen wären. Aber wann denn bitteschön mal? So oft bin ich nun auch nicht im kölner Dom. Und ob ich dann auf einem dunklen Weihnachtsmarkt mit 3200 oder 6400 fotografiere? Beides sind ja schon noch Extreme. Das oft herbeigezogene Vollformat-Argument "Freistellen" habe ich sehr sehr selten praktiziert und reicht mir auch an DX mit seinen Möglichkeiten völlig aus. 

Ich kann mich sehr gut an das schöne Sigma AF 15-30mm EX DG erinnern, an schöne Aufnahmen damit. Aber auch an seine Größe. Das nagelneue Tamron 15-30mm ist ein noch fetterer Brocken. Wenn ich dann mein vergleichsweise zierliches Sigma 10-20mm f/4-5,6 an die 7100 drehe, ist der Größenunterschied wirklich gewaltig. Es ist nichtmal so groß wie die zwei verschiedenen Sigma 17-35mm D und 17-35mm HSM und bringt mir doch den gleichen Bildwinkel wie die großen 15-30mm von Sigma und Tamron.
Das Gleiche beim Standardzoom. Gerade das neue und ganz wunderbare Sigma 17-70mm f/2,8-4 DC OS HSM Contemporary ist so ein leichtes und zierliches Glas mit ganz wunderbaren Abbildungsleistungen. Mir fällt als (von mir nie verwendetes) Vollformat Pendant bloß das sehr viel teurere Nikon AF-S 24-120mm f/4 VR oder das gleichfalls sehr teure Sigma Art 24-105mm ein. Große, schwere und vor allem teure Gläser, die dem Sigma 17-70mm aber keineswegs überlegen sind. Jedenfalls nicht meinem Exemplar, wenn ich mir Beispielfotos der Linsen ansehe. Und selbst wenn sie das Quentchen mehr an Bildqualität hätten. Wer bin ich denn, daß ich allerbeste Fotoqualität zu jedem Preis bräuchte? Ich bin Amateur, kein Profi. Ich habe solche teuren Linsen an FX daher ja auch nie verwendet und genau das war der Punkt. Warum dann zwei Systeme, warum Crop und Vollformat? 

Das alles schwirrte mir wochenlang im Kopf herum, hat gegärt und geschwärt. Ist hochgekommen und verschwunden, nur um dann doch wieder hochzukommen. Dann gab ich dem nach, gab mir einen Ruck. Stellte Kamera und zwei Gläser in den Mitgliederhandel eines Fotografieforums. Der Preis war der, daß mich unsägliche Angebote erreichten. Gebotene Preise für eine knapp über ein  Jahr alte D610, die nicht mal einer fleckgeplagten 600 würdig gewesen wären. Bei den Gläsern nicht anders. Daher stellte ich alles wieder zurück. 
Bis der Kurztrip nach Münster kam und ich zuhause feststellte, daß keines dieser Fotos mit der 7100 erzeugt irgendwie schlechter gewesen wäre. Nicht mal mit meiner winzigen D3300 (in JPEG vielleicht sogar besser). Also was soll das alles bitteschön?

Und ja, Vorteile beim DX gibt es ja nicht nur anhand von Gewichts-, Größen- und Geldersparnis. Das 70-300'er Tamron VC mutiert zum 105-450mm Telezoom. Und bei Makros bekommt man etwas mehr gewünschte Tiefenschärfe. Ist doch auch was, wenn man es brauchen kann.

Trotzdem natürlich, habe ich mich mit einem weinenden Auge von der wirklich wunderbaren 610 getrennt. Meiner geliebten und oft gelobten und bisher besten digitalen Kleinbild - Spiegelreflexkamera. Vielmehr tue ich das momentan noch, denn ein Freund verkauft erst seine DF, um dann meine 610 zu übernehmen. 
Das AF Nikkor 18-35mm D ist bereits verkauft und verschickt und das gleichfalls geliebte 24-85mm f/3,5-4,5 VR steht im Mitgliederhandel und den Ebay Kleinanzeigen. 

Allerdings muß ich gleich einschränken. Wie ich mich kenne, kommt später bei irgendeiner Vollformatkamera wahrscheinlich sowieso wieder dieser verdammte Habenwollen - Reflex und ich überlege wieder ganz anders. Wobei "Überlegen" nicht ganz richtig ist, eher rechtfertigt man seine oft irrationale jeweilige Entscheidung bloß sich selbst gegenüber.

Jedenfalls habe ich mich nun also (vorerst) so entschieden. Bei DX bin ich zurzeit lückenlos aufgestellt von 10 - 300mm Brennweite, oder Cropbereinigt von 15 - 450mm Kleinbild Bildfeld. Ist ja schonmal was und sollte für die allermeisten Situationen ausreichen. Die 7100 geht problemlos bis ISO 3200/4000 in Ausnahmefällen auch bis 6400. 

Der schönen D7100 stelle ich eine wenig gebrauchte D7000 mit 2400 Auslösungen als Arbeitspferd und Ersatzbody zur Seite. 
Die 7000 liegt so ein bis zwei Stufen unter der High ISO Performance der 7100, auch damit kann man leben. Als sie rauskam legte die 7000 trotz oder wegen ihrer 16 Megapixel reihenweise die Konkurrenz um und war nahezu allenorts Testsiegerin. Wurde gelobt wegen der phantastischen Bildqualität und super Verarbeitung. Die Performance lag (bis auf deren Serienbildgeschwindigkeit und AF) teils über der bisherigen und durchaus professionellen Klassenbesten, der legendären Nikon D300s. Die 7000 war direkte Konkurrentin der Canon EOS 60D, die aber technisch fast chancenlos war.
Ich denke also, daß man mit der Kombi 7000/7100 bestens aufgelegt ist und der Objektivpark samt Blitzgeräten gut genutzt wird.
Soviel aber zum Abschied aus dem digitalen Vollformat.

Anhängend einige Fotos aus Münster und Umgebung. So viel gab es nicht zu fotografieren, es war nämlich dieser heißeste Samstag im Juni mit dem anschließend stark gewittrigen Sonntag. 

Schon auf der Hinfahrt überall reife Kornfelder:


In Münster, schöne alte Bäume um den Schloßgraben:






Zwei schnelle Außenansichten vom Schloß selbst:



Kulinarische Veranstaltung im Schloßhof :





Richtung Marienplatz:





Teilnehmer irgendeiner später stattgefundenen Oldtimer Rally. Den Opel Commodore unten hatte ich mal selber. Als dunkelbraunen Opel Rekord 1900 Automatik mit 90PS: 





So, das waren jetzt die (vorerst) letzen Vollformat Fotos von mir. Wie erwähnt, hätte die 7100 das kaum schlechter gemacht. Es gab nichts wo man mit Vollformatsensor einen wirklichen Vorteil gehabt hätte. Wer überwiegend dunkle Kirchen abbildet oder Wert auf extremstes Freistellen legt wird freilich anderer Meinung sein. Aber, ich selbst praktiziere keines von beidem, bin daher bereits mit DX bestens versorgt. Momentan jedenfalls.

Ciao 

Nachtrag v. 23.10.2015:

Nun hat sich doch wieder einiges getan. Die 7000 wurde verkauft und wieder eine wunderbare 3300 als leichte Alternative zur 7100, bei gleicher Bildqualität angeschafft. Die 3300 ist wirklich wunderbar, bietet super Bildqualität bei Fliegengewicht und einfachster Bedienung.

Und ja, nun doch wieder Vollformat!!! 
Die neue D810 hat zu starkem Preisverfall bei der ehemaligen Königin der digitalen DSLR Kameras geführt, der Nikon D800. 36 Megapixel bei rund einem Kilogramm Gewicht sind Ansage für eher gemächliches fotografieren, zumal mir damals die 700 auf Dauer schon zu schwer war. Deswegen werde ich zu dieser Kamera bloß noch ein endgültiges Standardzoom anschaffen und evtl. ein Weitwinkelzoom. Bis ich ein günstiges AF-S 24-85mm VR bekomme, habe ich ein scharfes und fast noch neues Tamron 28-75mm besorgt, bei dem mir auf Dauer aber wohl der Stabi fehlen wird (was aber noch abzuwarten wäre). Dazu ab und an mein Sigma AF 28mm f/1,8 und das AF-S 50mm f/1,8G. Momentan fallen die Preise des extrem guten AF-S 24-70mm f/2,8 immer stärker, seit die stabilisierte Variante vorgestellt wurde. Im nächsten Jahr käme dieses oft bewunderte Traumglas so also vielleicht auch mal in meine finanzielle Reichweite. Oder das AF-S 24-120 f/4 VR, mit dem besten Brennweitenbereich und Stabi.

Ciao