I am Henning

Dienstag, 16. Juni 2015

Zweitagesfahrt zur Mosel

Wieder mal spontan, entschlossen meine Frau und ich uns zur Mosel zu fahren. Wir buchten ein schönes kleines Hotel in Wehlen, das Hotel zur Moselbrücke. Von dort sind es mit dem Auto Minuten in das schöne Bernkastel Kues, oder nur etwas weiter in die andere Richtung nach Traben Trarbach, Zell, Pünderich oder Cochem usw. Trier oder Luxemburg sind gleichfalls erreichbar, wurden aber aus Zeitgründen nicht angesteuert. Und auch Traben Trarbach wurde zugunsten des historischen Ortskernes von Pünderich von uns ausgelassen.

Meine Frau nahm ihre geliebte Nikon D3200 samt AF-S DX 18-105mm VR und Sigma AF 50-200mm DC OS HSM mit. 
Ich beschränkte mich des schönen Wetters wegen gleichfalls auf DX und nahm die D7100 samt zwei Gläsern mit. Dem AF-S DX 16-85mm VR und dem Tamron SP AF 70-300mm USD VC. 

So schön die genannten Orte auch sind, muß man aber auch erwähnen, daß gerade Bernkastel Kues sehr stark auf Tourismus zugeschnitten ist. Vor allem die Straßen und Gassen rund um den Markt sind Tourismus pur und teils sehr überlaufen. Was ursprünglich ist und was für den Touristen geschönt ist, läßt sich oft kaum unterscheiden und man kommt sich manchmal vor wie in einer anderen Ausführung von Rüdesheim am Rhein. In Zell oder Cochem ist es ein wenig anders und nicht ganz so ausgeprägt, wobei Cochem mit der grandiosen Reichsburg über der Stadt punktet. Wem das liegt, der bekommt viel von dem geboten was er erwartet und Fotomotive gibt es auch in recht großer Zahl. Aber wir waren doch froh, außerhalb der Saison dort gewesen zu sein. Ich erwischte mich einigemale bei dem Gedanken, daß mir z. B. neulich die historische Altstadt/Oberstadt in Marburg doch deutlich besser gefallen hatte. Aber da tickt natürlich jeder anders.

Die größte Ausnahme bietet hier übrigens Pünderich, das uns sehr positiv überraschte. Ein kleiner und etwas versteckter Ort mit, einem uralten Ortskern, mit teils ganz wunderbaren Häusern und Gassen. Vor allem kein Touristennepp und kein Tingeltangel, alles wirkt deutlich echter als in den größeren Orten. Der Tourismus scheint sich hier weitestgehend aus dem alten Ortskern herauszuhalten, Es gab eine wohltuende Ruhe und wir gingen entspannt durch den Ort. Das Moselufer ist geprägt von recht großen Rasenflächen, auf denen teils prächtige Walnußbäume in großer Zahl stehen und wunderbaren Schatten auf den zahlreichen Bänken spenden. Wer möchte, kann mit der kleinen Fähre zu den gegenüberliegenden Weinbergen fahren und dort auf einen Aussichtsturm klettern usw.. in allen Orten und auf den Straßen dazwischen wird übrigens sehr viel Wert auf das Fahrrad gelegt. Man muß hinter jeder Kurve mit Radfahrern rechnen, die leider nicht immer bloß hintereinander fahren. Öfters kommt man um eine Ecke und befindet sich plötzlich hiter einer größeren Gruppe von Radfahrern, oder diese stehen auf der Straße herum und versuchen sich zu orientieren.

Jetzt aber einige meiner Fotos unserer Fahrt.

Alles aus Bernkastel Kues:



 Rund um den Markt:



Hier das älteste Haus an der Mittelmosel (Anno 1416). Und nochmals schmaler als das oben abgebildete:




Nach kurzer Rast bei einem kühlenden Eiskaffe, ging es weiter durch die Gassen:









Dieser Kunstbrunnen hatte es mir irgendwie angetan, wozu der so echt wirkende und ruhige Gesichtsausdruck der Statuen gewiß beitrug. Ich hatte das Gefühl, als schlügen die Gesichter jeden Moment die Augen auf. Jedenfalls mußte ich den Brunnen unbedingt in Farbe und SW fotografieren:





Auf der gegenüberliegenden Seite gab es am Moselufer wohltuenden Schatten auf schmalen Wiesen und wir konnten kleine Entenküken und große, stolze Schwäne beobachten und füttern:










Am nächsten Tag ging es Vormittags nach Pünderich, mit seinem historischen Ortskern:















Die günstige kleine Fähre, mit dem netten und auskunftsfreudigen Lotsen, bringt einen sicher an's andere Moselufer, von wo aus man einen schönen Blick aus den Weinbergen hat:




Danach ging es nach Zell/Mosel. Einem sehr schmalen Ort, der sich zwischen der Mosel und den obligatorischen Weinbergen klemmt und dabei bloß wenige Häuserreihen breit wird. Leider gleichen sich die Motive in den Orten teils sehr, sodaß man sich auch mal andere sucht.








Der letzte Ort, bevor wir nachhause fuhren, war dann Cochem. Über allem thront dort die wunderschöne Reichsburg. Auf den gegenüberliegenden Berg kann man mit einem Sessellift fahren und sich die Stadt von oben aus einem Cafe ansehen. 
Aus Zeitgründen beschränkten wir uns aber ausschließlich auf die Burg von außen, für eine Führung war es leider schon zu spät:



















Jeder der Orte hätte es sicherlich verdient gehabt, für einen ganzen Kurzurlaub herzuhalten. Es gibt sehr viel zu sehen und manches tut sich einem erst auf den zweiten Blick auf. 
Wir überlegen schon, vielleicht im September nochmal an die Mosel zu fahren, wo die reifen Trauben und die Weinlese und Weinfeste gewiß nochmals schöne Motive liefern würden. Aber da muß man sehen ob und wie wir gemeinsam frei haben.

Ciao