I am Henning

Freitag, 30. Januar 2015

Fujifilm X10

Sicher wird sich schon jemand über das neue Blog-Titelfoto gewundert haben. Der Grund dafür ist, ich wollte wieder einmal bei Fuji reinschnuppern. Auch deshalb, weil ich mir demnächst vielleicht mal eine Fuji X-Pro1 anschauen möchte, die mich wegen der tollen Optik und schieren Größe doch sehr fasziniert. Die verschiedenen X100 sind mir wegen ihrer fest eingebauten Festbrennweiten zu unflexibel. Und die anderen Fuji X haben leider wieder keinen Realsucher, wo die wunderschöne X-Pro1 mit dem Hybridsucher sogar beides bietet.

Vor Jahren schon hatte ich eine sehr sehr gut abbildende Fuji S304 mit leider bloß 3,2 Megapixel, wenn ich mich recht erinnere. Gut erinnern kann ich mich an die damals leider recht bescheidene Verarbeitung. Schnell wackelte der Einschalthebel um den Auslöser und auch sehr schnell rieb sich die matt silberfarbene Lackierung ab. Fotos machen konnte sie aber toll, mit sehr guter Schärfe und schon recht schönen Farben. Wenige Fotos hab ich noch, hier ein kleines Beispiel:


Alles hat sich seitdem verändert. Die Kompakten von Fuji genauso, wie Auflösung, AF, High ISO - Möglichkeiten etc. im allgemeinen. Die im Titel abgebildete Fuji X10 bekam ich aus einem Mitgliederhandel, samt recht hübscher Kunstledertasche. Dazu bestellte ich die originale Fuji Gegenlichtblende, die aber mal erfreulicherweise kaum teurer als ein chinesischer Nachbau ist. Sie ist übrigens wie der Großteil des Objektives und dessen Frontdeckel aus Aluminium gefertigt! Aber mit angeschraubter Geli, ist der schöne und innen mit Filz ausgeschlagene Deckel leider nicht mehr verwendbar, hmm....

Außerdem bestellte ich einen Fremd - Ersatzakku, weil diese doch recht klein sind und das Display der X10 sich beim Blick in den Sucher leider nicht abschaltet. Sobald die Kamera eingeschaltet wurde, bleibt es an, bis sie in den Ruhemodus geht. Ich habe sie noch nicht lang und muß nochmal gründlich nachschauen, fand auf Anhieb aber keine Möglichkeit das Display bloß zur Bilderschau zu nutzen. Das Menue ist gänzlich anders als bei Nikon, daher dauert es etwas. 

Die sonstige händische Bedienung erinnert etwas an meine ehemalige Nikon Coolpix P7700. An diese wurde ich auf Anhieb erinnert, weil ich bei der X10 in Zeitautomatik ebenfalls intuitiv am großen Belichtungskorrekturrad drehen möchte, statt am gewollten Einstellrad. Gut, daß das Korrekturrad deutlich schwerer dreht, sonst wären ständig Fotos unter oder überbelichtet. Auch der kleine Schalter zur Blitzausfuhr, sowie der Blitz selbst und die Tatsache, daß man ihn eben extra ausfahren muß, erinnern mich gleichfalls ziemlich an die P7700. 
Das war es aber auch fast schon an größeren Gemeinsamkeiten. Der AF ist deutlich schneller als bei der Nikon 7700, aber langsamer als bei der 1 V1. Er liegt etwa genau dazwischen und ist damit für eine Kompakte doch wieder recht schnell. Genau genommen scheint bloß die Messung zu dauern, denn nach deren Sekundenbruchteil geht das fokussieren ansich doch sehr schnell vonstatten.

Die Anmutung ist sehr nostalgisch und gefällt mir gut. Sie ist aber doch leichter als vermutet und für mich eigentlich auch zu klein. Das hatte ich etwas anders erwartet. Selbst mit der halben Tasche zur Griffvergrößerung ist das für mich doch recht fummelig und alleine das ist schon ein Grund dafür, daß wir wohl nicht gemeinsam alt werden dürften. 

Hier Abbildungen mit Soft Auslöser und mit Nikon Abdeckung des Blitzschuhs:





Spätestens mit dem Display auf der Rückseite beginnt natürlich optisch die digitale Neuzeit, aber auch die ist dank Sucherokular immer noch nostalgischer als bei anderen. Das Display ist mit 2,7" übrigens schon merklich kleiner als die 3" Display der 7700 und 1 V1. Der Sucher ist übrigens sehr gut. Hell, scharf, übersichtlich und vor allem mitzoomend. An deutlichen Farbsäumen im Sucherbild sieht man, daß dort aufwändig viel Glas drinnen ist. Der Parallaxenausgleich funktioniert beim Zoomen reletiv gut. Aber vom Weitwinkel bis etwa 50mm sieht man gewöhnungsbedürftig mehr oder weniger das Objektiv im Sucherbild. Mit angesetzter Gegenlichtblende sogar bis knapp zum Ende des Zoombereiches:


Hier sieht man deutlich das aufgeklebte Schutzglas auf dem Display. Ein Zubehörteil das ich mir seit langem angewöhnt habe und mit dem ich jede Kamera versehe um das empfindliche Display zu schützen:


Ganz wunderbar finde ich den sehr nostalgischen Auslöser aus Metall, an den man sogar noch diese alten Drahtauslöser oder feinmechanischen Zeitauslöser schrauben kann, oder einen Soft - Auslöser, der dann aber das wunderschöne Original verdeckt:


Obwohl der Zoombereich mit 28-112mm für heutige Verhältnisse recht bescheiden ausfällt (aber schon sehr brauchbar ist), fährt der Drehzoom doch deutlich heraus. Wunderbar aber auch hier der Drehzoom über einen Metallring überhaupt, wo man an anderen Kameras schnöde Plastiktaster oder Wippen betätigt:


Weiter werde ich jetzt nicht mehr auf diese kleine Kamera eingehen, denn wie erwähnt werden wir wohl nicht zusammen alt werden. Dafür ist sie mir zu klein und die Bildqualität zu sehr von Dx oder sowieso vom Vollformat weg. Kein Wunder, aber für eine Kompakte bildet sie natürlich trotzdem großartig ab.

Ciao

Sonntag, 11. Januar 2015

Sigma AF 20mm f/1,8 EX DG Aspherical. RF

So, die vorerst letzte meiner gebraucht gekauften Linsen ist das schöne und große Sigma AF 20mm f/1,8 EX DG Asph. RF für Nikon. Die Linse stelle ich erst jetzt vor, weil ich sie mit einer falschen Gegenlichtblende bekam. Diese war weder von Sigma, noch für dieses Objektiv gedacht und mußte irgendwie draufgewürgt werden um wenigstens halbwegs zu passen. Das war aber zu verschmerzen, denn das ansonsten wirklich neuwertige Glas hatte ich recht günstig bekommen. Das lag an der etwas uninspirierten Präsentation durch den Verkäufer, welche wohl viele potentielle Käufer abschreckte. Weder war der Kamerahersteller genannt für den das Glas gedacht war, noch war wenigstens das Bajonett abgebildet, um durch Vergleich mit eigenen Linsen sicher zu sein. Auf einem Foto, auf dem das Glas etwas gekippt von unten gezeigt wurde, konnte man zwischen Rückdeckel und Blendenring ein wenig von der Auflagefläche und dem Blendenring erhaschen. So war ich zwar nicht völlig sicher, aber doch guter Dinge, daß es sich um ein Glas für Nikon handeln sollte. Fragen konnte ich nicht mehr, es war Nachmittag und die Auktion endete bald.

Als die Linse kam brauchte ich natürlich bloß den Rückdeckel entfernen um zu sehen, daß sie tatsächlich für Nikon ist. Normalerweise liegt der Preis mindestens zweifach, wenn nicht dreifach höher, vom Neupreis ganz zu schweigen, denn bis auf ein geändertes EX-Design wird das Glas so immer noch verkauft.

Es handelt sich genauer um eine 20mm Festbrennweite, also ein Superweitwinkel. EX bedeutet bei Sigma Excellent und zeigt sich in der Verarbeitung der Fassung und der Leistung der entsprechenden Gläser. Es handelt sich um das, zu dem Zeitpunkt jeweils Beste, was Sigma zusammenbringt. Sigma legt dabei auch immer besonderen Wert auf eine zumindest andere Oberfläche, was zuweilen in die Hose geht. EX-Oberflächen können nämlich sehr sehr empfindlich sein, oder sich im Alter auch ablösen oder zumindest speckig werden. Das sieht dann weniger exzellent aus als anfangs einmal gedacht. Dieses Exemplar hier hat eine der weniger empfindlichen Oberflächen, die im Laufe der Zeit aber wohl matter und stumper werden wird.
Die Offenblende beträgt sehr gute 1:1,8. Solche Offenblenden sind bei Weitwinkeln schlechter oder aufwändiger realisierbar als etwa bei einem 50mm Glas, daher ist der Wert durchaus beachtlich zu nennen. Erreicht wird das durch viel Glas in Form von sehr großen Vorder und Rücklinsen. Das Licht muß ja irgendwie reinkommen und zum Sensor gelangen. Wenn man sich beispielsweise die Weitwinkel von Samyang anschaut, dann weiß man was ich meine, oder halt ein AF-S Nikkor 14-24mm f/2,8 mit seinen schon riesigen Ausmaßen. Ganz so groß wie die genannten ist das Sigma hier zwar nicht, aber kompakt ist anders. Ein Sigma "DG" ist als Objektiv für Vollformat an digitalen Kameras gedacht. Alles was einfach bloß AF heißt ist analog und alles wo DC dransteht ist für DX und APS-C. Ist also ganz einfach und ein DG kann in aller Regel dann auch analog am Kleinbild und sowieso auch für DX genutzt werden.

Noch kurz zur Gegenlichtblende. Ist in Ebay kaum vertreten und selbst über Google war neulich nichts zu finden. Eine Anfrage bei Sigma Deutschland selbst war erfolgreich, aber man wollte ungelogen ganze 59,- Euro dafür, plus 2,- Euro Nachnahme. Vielleicht insgesamt sogar ein Normalpreis, wenn man sich auch mal die anderen Hersteller anschaut. Aber in meinem Fall ja mehr als der halbe Objektivpreis und das ging so gar nicht.
In Ebay wurde eine unbenannte Gegenlichtblende von Sigma angeboten, mit Innendurchmesser von rund 86mm, sonst keinerlei Angaben. Nachgemessen stimmte das, man hat im Geli-Bajonett etwa 86mm wenn das Filtergewinde 82mm beträgt. Man verlangte 10,- Euro plus 2,- Euro Versand, also per Sofortkauf bestellt. Kam gestern an und tatsächlich kam ein breites Grinsen auf, als das Teil wunderbar auf das Glas fluppte und auch nicht vignettierte. Durch Zufall hatte ich also sehr sehr günstig genau die richtige Geli gefunden

Hier mal das sehr schöne Glas, endlich auch mit leicht gebrauchter aber originaler und damit passender Gegenlichtblende:


Dessen schiere Größe sieht man am besten im direkten Vergleich mit einem AF Nikkor 28mm f/2,8 etwa (der oberste "goldene" Ring stammt vom UV Filter und nicht vom Objektiv selbst):

Ich sprach es schon an, das viele Licht muß ja auch irgendwo durch. Front und Rücklinsen sind daher deutlich verschieden groß:


Beim Sigma 30mm f/1,4 EX DC HSM (rechts) ist die Rücklinse sogar nochmals einen Tick breiter:

Angesetzt an der nicht gerade kleinen Nikon D610, ist das Glas wirklich recht groß, aber doch gut ausbalanciert, denn schwer ist es nicht:




Hier sieht man wunderbar das sehr große Fenster zur Fokusskala, den klassischen Blendenring und vor allem den verschiebbaren Fokusring. Durch verschieben wird auch bei diesem Sigma der Fokusring aus oder eingekoppelt, was sehr komfortabel ist. An diesem Modell geht es aber fast zu leichtgängig:

Der Blendenring, sowie der konventionelle Stangen - AF erlauben die Verwendung an der allerersten Nikon Kamera mit internem AF-Motor, der F-501 AF. Der AF und alle Programme und Automatiken funktionieren einwandfrei und natürlich auch ein komplett manueller Betrieb:

Und ganz besonders freue ich mich, daß das Glas auch an der bald 40 Jahre alten Nikon EL2 geht. Manuelles Fokussieren natürlich, was dank superbreitem Fokusring ein Vergnügen ist. Dazu gehen dank Blendenring Zeitautomatik und manuelle Belichtungssteuerung. Ist das nicht wirklich schön an Nikon?

Das Glas habe ich draußen noch nicht verwenden können, aber besonders im Nahbereich hat es schon gezeigt was es kann:



Und Freistellen geht mit seinen niedrigen Blenden natürlich besonders gut, wobei das Bokeh traumhaft cremig wird Man kann richtig Dynamik reinbekommen:


Der mechanische AF ist ausreichend schnell und nicht sehr laut, Verzeichnungen sehr gering, CA weniger als beim 30mm DC. Die Größe geht natürlich nicht für jeden und dank Stangenantrieb fällt es für alle DX ohne AF-Motor aus.
Soviel erstmal zu dem klasse Glas, ich hoffe ich kann es bald mal bei schönem Wetter verwenden.

Ciao

Nachtrag vom 24.01.2015:

Hier noch ein paar Bildbeispiele von draußen. Weil ich an dem Tag so auf einem Friedhof fotografierte,  wieder in S/W:







Ciao

Montag, 5. Januar 2015

Sigma AF 15-30mm f/3,5-4,5 und Sigma AF 17-35mm f/2,8-4

Weitere Neuwerbung, allerdings wieder gebraucht, ist das Sigma AF 17-35mm f/2,8-4 EX DG Asph. HSM. Bisher hatte ich das sehr schöne 15-30mm, aber das erzeugt doch deutliche Flare (Linsenflecken), die man wegstempeln oder halt damit leben muß. Außerdem ist es ein recht großes Exemplar, während das 17-35mm kleiner und etwas leichter ist. Komischerweise ist das 15-30mm aber trotz Länge und Gewicht an der Kamera angesetzt irgendwie ausgewogener.

Die Unterschiede sind nicht nur von den Maßen her beträchtlich. Das 17-35 kommt im neueren EX Gewand, während das 15-30 noch den alten EX - Look trägt. Das 17-35mm hat HSM Antrieb, der leise ist und zudem dank Rutschkupplung jederzeitigen händischen Eingriff in das Fokussieren erlaubt. Beim 15-30mm muß man dazu den Fokusssierring verschieben und an der Kamera auf manuellen Fokus schalten. Kenne ich noch vom Sigma AF 105mm EX Macro und habe es so jetzt auch wieder am Sigma AF 20mm EX DG. Der Stangen - AF des 15-30 scheint geringfügig schneller, verlangt aber auch nach einer motorisierten Kamera, während ich das 17-35mm dank HSM zur Not sogar an der kleinen D3300 betreiben könnte
Das 15-30mm hat eine fest eingebaute Metall - Gegenlichtblende, die wegen der stark kuppelförmigen Frontlinse zu deren Schutz auch nötig ist. Beim 17-35 ist die Kunststoff - Gegenlichtblende abnehmbar und die Frontlinse liegt relativ tief. 
An das 17-35mm kann man problemlos Filter aller Art in 77mm anschrauben. Beim 15-30mm muß man einen Filterhalter anklemmen, der zu starken Vignettierungen führt. Man kann das Ganze so erst ab Brennweite 24mm verwenden. Mitsamt Frontdeckel fungiert der Filterhalter ansonsten als Frontkappe.
Der Zoomring des 17-35mm ist breiter und deutlich griffiger, daher besser zu bedienen. Beim 15-30mm zieht sich beim Heranzoomen die Frontlinse in das Gehäuse, beim 17-35mm fährt dagegen der Tubus etwa 2cm aus. 
Soweit die groben Unterschiede. Die Schärfe scheint bei beiden ähnlich zu liegen, nämlich erfreulich hoch. Je näher das Motiv umso schärfer bilden beide ab. Randunschärfen sind da, aber nicht so dramatisch wie öfter erwähnt wird. Bei Nahaufnahmen bietet das 15-30mm die etwas höheren kontraste, was aber leicht korrigierbar ist. Die Flare sind bei provozierten Testfotos beim 15-30mm dramatisch ausgefallen, sehen Sie dazu später Fotos.

Erstmal möchte ich die zwei Objektive wie üblich bildlich darstellen, sie sind ja doch sehr verschieden.

Hier der Größenunterschied. Es fällt neben der Länge des 15-30mm auf, daß das 17-35mm durchgehend breit ist, wo das 15-30mm von hinten nach vorne immer breiter wird:

Ausgezoomt wächst das 17-35mm um etwa 2cm, während sich die Baulänge beim 15-30mm garnicht ändert:

Die Frontlinse ist beim 15-30mm deutlich größer und wölbt sich kuppelförmig hervor, wo sie beim 17-35mm kleiner und flacher ist und geschützt tiefer liegt:



Hinten auch gewisse Unterschiede. Das 15-30mm hat eine leicht rechteckige Maske um die Rücklinse, und man sieht den Blendenring. Beim 17-35mm ist dort an gleicher Stelle eine aufgeschraubte Metallverblendung angebracht. Das 15-30mm hat fünf Kontaktstifte, das 17-35 dagegen ganze zehn davon anzubieten. Beide glänzen mit Metallbajonett:

Hier sieht man, daß man den zu verschiebenden Fokussierring des 15-30mm, wenn man manuell fokussieren möchte. Wenn nicht, schiebt man ihn in die andere Richtung nach vorne und kann die Kamera so wunderbar mit der Hand am dann nicht mitdrehenden Ring abstützen:

Hier eine Übersicht meiner Sigma Weitwinkellinsen, das 15-30mm habe ich allerdings schon verkauft. 
Von links: 15-30 EX DG, 17-35mm EX DG, 20mm EX DG, 30mm EX DC (für DX, APS-C):

Eigentlich wollte ich anhand von Fotos darstellen wie sehr sich die 2mm weniger Brennweite der 15mm auswirken, aber es scheint mir wichtiger auf die Flare hinzuweisen die man vom 15-30mm bekommen kann. Händische Aufnahmen mit indirektem Sonnenlicht von schräg rechts zeigten sie auf, alle bei ISO 100.

Das 17-35mm bei 17mm und Blende 2,8, soweit alles ganz gut:

Komischerweise bei Blende 8 dann ein etwas deutlich sichtbarer blauvioletter Flare im Baum halbrechts, unten ein Ausschnitt davon:


Der ist halb so wild. ich wette mal, den hätte kaum jemand bemerkt, wenn ich ihn nicht vergrößert hätte. Das kann man also so lassen oder versuchen wegzustempeln.
Hochdramatisch jetzt aber das Vergleichsfoto mit dem 15-30mm. Ich dachte zuerst noch, wieso ist das so braun unterm Baum links? Die Flare sind dort hellbraun bis fast Orange und riesig groß, wogegen sich rechts mehrere kleine grüne, blaue bis violette zeigen. Siehe die Ausschnitte unter dem Originalbild.
15-30mm bei 15mm und Blende 3,5:



Abgeblendet wird es nicht besser, sondern eher noch schlimmer. Zudem wirkt das Bild deutlich flauer und kontrastärmer als offen:



Das war jetzt sehr dramatisch, aber man muß sich wirklich nicht davon abschrecken lassen. Irgendwie war es eine bestimmte und zufällige Situation, die das schlechteste der beiden Objektive hervorkehrte. Beim 15-30mm dann leider in ganz starkem Maße. Im überwiegenden Teil seines Einsatzgebietes ist es im Gegenteil ein sehr sehr gutes Objektiv, das mir sehr viel Freude bereitete. Man bedenke hierbei auch meinen Post von neulich, in dem alle Fotos mit dem Glas entstanden:

Erster Frost

Da gab es bloß wenige kleine und blaue Flare, die sich problemlos wegstempeln ließen. 
Und auch hier zeigte ich schönste Beispielfotos mit dem Glas, damals noch mit der seligen D700 gemacht:

Superweitwinkel

Im Nahbereich kann übrigens eher das 15-30mm gegen das 17-35mm punkten. Meine Testfotos heute wurden etwas kontrastreicher als beim 17-35mm. Aber scharf sind im Nahbereich wirklich beide.

17-35mm:



Ausschnitt:

15-30mm:



Ausschnitt eines vierten Fotos:

Empfehlen kann ich trotz allem wirklich beide Gläser. Das 15-30mm ist etwas günstiger zu bekommen, teils deutlich unter 200,- Euro. Dafür ist es groß und hat bloß Stangen AF. Das 17-35mm ist jünger und liegt auch deswegen preislich meist deutlich über 200,- Euro. Dank HSM ist es auch an motorlosen Kameras verwendbar. 
Aber beide sind schwer und wegen des Brennweitenbereiches eher nicht für DX oder APS-C geeignet, wo sie zu übergroßen und überschweren Standardzooms mit wenig Telebereich mutieren würden. Wer auf Weitwinkel am Vollformat steht, der hat aber mit beiden Gläsern recht günstige Alternativen zu weit teureren Teilen, die dann allerdings auch nochmals schärfer und kontrastreicher sein dürften.

Ciao