I am Henning

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Erstmal nichts Neues.....

Wegen Krankheit und Krankenhaus kam ich zuletzt nicht dazu etwas Neues zu posten, bin momentan auch weiterhin eher noch nicht dazu in der Lage. Zwischenzeitlich hatte ich ein schon länger zum Test ersehntes Tamron SP AF 17-35mm f/2,8-4 hier, daß mich aber richtig enttäuschte und daher sehr schnell wieder ging. Es war zwar nicht wirklich schlecht, hatte aber gegen mein Nikon AF-S 18-35mm f/3,5-4,5G ED offenblendig bezüglich Schärfe und Auflösung keine Chance. Die Mitte war zwar recht gut scharf, die Ränder aber deutlich schlechter und erst ab etwa Blende 8 brauchbar. Der Stangen AF war wesentlich schneller, aber leider auch weniger treffsicher als beim Nikkor. Die Vignettierung bei 17 - 20mm stark bis sehr stark ausgeprägt. Es war kompakter als das Nikkor, aber dank breiter Geli um den 77mm Filter letztlich auch nicht viel platzsparender. Wenn man es für wenig Geld (bis etwa 150,- Euro) bekommt und stärker abblended ist es sicherlich ein recht hilfreiches Teil, wobei ich das dicke und schwere Sigma AF 17-35mm f/2,8-4 EX DG HSM wegen der besseren Abbildungsleistung insgesamt doch bevorzugen würde. Wer mehr ausgeben kann, bekommt das superleichte und scharfe Nikon AF 18-35mm f/3,5-4,5D (mit recht vielen CA) und für deutlich mehr Geld dann das abbildungsmäßig fast perfekte AF-S 18-35mm f/3,5-4,5G ED. Andere Alternativen in der teureren Preisklasse hatte ich noch nicht. Ein günstig geschossenes Tamron oder Tokina AF 19-35mm f/3,5-4,5 ist allerdings gewiß auch besser als keins.

Auch neu angekommen ist mein gebrauchtes Tamron SP AF 90mm f/2,8 Di VC USD Macro. Ein supergutes und stabilisiertes Makro-Objektiv. Dessen Ultraschall - AF packt ordentlich zu und auch der Stabi ist sehr hilfreich, wobei ich das Gefühl habe, daß er um so dezenter auftritt, je näher man fokussiert. Das Bokeh des Glases ist traumhaft schön, hier ein Beispiel:


Die Schärfe liegt auf dem Punkt:


Makro Beispiel, alter Umschlag, im kleinen (ungeschärften) Ausschnitt kommen erst die Details zutage. Hier zeigen sich natürlich auch die Vorteile einer mit 24 Megapixeln aufgelösten Kamera. Mit den 12MP einer D700 könnte man nur halb so klein ausschneiden und bei den knapp über 6MP einer D70/40 nur ein Viertel:




Oder man bekommt mal ganz andere Ansichten, etwa eines Rasierpinsels:



Mehr dazu evtl. später, aber erstmal habe ich eher wenig Zeit und Muße.

Ciao

Montag, 30. November 2015

Nikon AF-S 24-120mm f/4G ED VR

Nachdem ich ja doch wieder zum Vollformat ging, wollte ich auch mal etwas besseres Glas haben. Leider wurde ich ähnlich enttäuscht wie beim AF-S 16-80mm f/2,8-4E ED VR. Auch hier Goldring plus Nanobeschichtung, aber leider wieder mich enttäuschende Abbildungsleistungen. Damit man mich richtig versteht: Die Bildqualität meines Exemplares war durchaus in Ordnung, bloß war sie eben nicht so viel besser als bei meinem AF-S 24-85mm f/3,5-4,5G ED VR. Das weit verbreitete und für sein Geld wirklich gute Standardzoom ist aber nunmal weit günstiger als das 24-120mm f/4. Und zudem ist es am langen Ende zwar minimalst lichtschwächer, dafür aber am unteren Ende sogar minimalst lichtstärker.

Wie meistens habe ich mir das Glas nur gebraucht geleistet, weil ich nicht wieder (wie beim DX 16-80mm VR) zurücksenden wollte. Die Preise für Gebrauchtexemplare liegen momentan in etwa doppelt so hoch wie bei einem 24-85mm VR. 

Ich habe das mir sehr schwere 24-120 nur ein paar Tage ausprobiert, weil die ersten Fotos schnell zeigten, daß da nicht das Erwartete kommen würde. Die120mm sind dabei nicht mal der Wahnsinnsunterschied zu den 85mm des weit kompakteren 24-85mm VR. 

Ich war durchaus etwas enttäuscht, das muß ich sagen. Doppelter Preis, angeblich bessere und teure Nanovergütung. Der Goldring, ja wofür eigentlich? Die Verarbeitung ist kaum besser als beim kleineren 24-85mm, da trägt etwa das alte 24-70mm f/2,8 den Goldring ganz sicher rechtmäßiger, mit seiner hervorragenden Verarbeitung. Der AF des 24-120 ist etwas schneller, der Stabilisator aber auch nicht besser. Ich weiß momentan nicht womit sich das Objektiv den schicken goldenen Ring unterhalb des Fitergewindes verdient. Vielleicht kann jemand aufklären? Das meine ich ganz ehrlich, ich wüßte gerne worin der deutliche Mehrwert besteht, außer im längeren Brennweitenbereich und etwas schnellerem AF. Ich habe mal gelesen, daß der gerade darin besteht, daß man halt über den gesamten Brennweitenbereich diese Offenblende hat. Das würde mir allerdings nicht ausreichen. Man erkauft sich das nämlich mit deutlich spürbarem Mehrgewicht und größeren Ausmaßen. Und das 24-85mm liegt ja mit 3,5-4,5 kaum besser oder schlechter im Blendenbereich.

Insgeheim bin ich aber sogar froh. Habe ich so ja nicht nur mir selbst bestätigt, was für ein wirklich gutes Glas das kleine AF-S 24-85mm VR doch ist. Für mich einfach das beste kostengünstige und stabilisierte Nikkor, das man an 24MP FX verwenden kann.

Dazu kommt, schon an der D610 ist das 24-120mm f/4 mit seinem langen Body und recht hohen Gewicht von 710Gramm gegen das 24-85mm ein Bolide. Ich möchte mir das größere und schwerere Objektiv momentan nicht an einer D800/810 vorstellen. Natürlich gibt es Fotografen die davon nicht abgeschreckt werden und das 24-70 f/2,8 ist ja nochmals schwerer. Aber ich würde mich vielleicht alleine wegen des Gewichtes mit dem 24-120 auf Dauer schwertun. In meinem kurzen Intermezzo mit dem Glas jedenfalls, viel mir das Gewicht negativ auf, wobei ich aber natürlich nicht ausschließen möchte, daß ich mich auf Dauer daran gewöhnen könnte.

Abschließend wieder ein paar Fotos des Kandidaten.

Filtergewinde 77mm, keine Beschriftung um die Frontlinse. Deutlich sichtbar der Goldring hinter dem Filtergewinde:


Auch deutlich hervorgehoben, das "N" für Nanobeschichtung. Die Verarbeitungsqualität des Bodys liegt aber eher nicht über der des 24-85mm VR, ist möglicherweise sogar gleich. Hatte ich so ähnlich ja auch beim Goldring - Objektiv AF-S DX 16-80mm f/2,8-4E ED VR, obwohl das nun erfreulicherweise wirklich ein Leichtgewicht war. 
Die Geli ist beim 24-120mm f/4 VR aber eher sehr kompakt, wie man unten noch besser sehen wird:


Hinten gibt es keine Überraschungen und natürlich die abdichtende Gummilippe um das Bajonett. Da es kein "E" Objektiv mit elektronischer Blendensteuerung ist, lugt links natürlich der übliche mechanische Blendensteuerhebel hervor:


Die HB-53 Gegenlichtblende ist, wie erwähnt, von der kompakteren Sorte. Es hätte ja noch gefehlt, wenn an dem langen und recht breiten Objektiv noch so ein kantiges Teil wie beim AF-S DX 16-80mm VR klemmen würde. Die Geli ist stabil, rastete an meinem Exemplar aber nicht ganz spielfrei ein und neigte bei Berührungen zum leichten Klappern:


Zufällig hatte ich noch ein altes Nikon AF-S 24-120mm f/3,5-5,6G ED VR da und konnte kurz zwei Vergleichsfotos machen.
Das deutlich schlechter abbildende alte Objektiv ist merklich schlanker, kürzer und leichter. Es ist aber auch klappriger (Tubus) und von anderer, älterer, aber nicht schlechter Oberflächenqualität. Die Gummilippe fehlt ganz, der VR I Stabi hilft bei den eher weicheren Abbildungsleistungen auch nicht weiter. Er ist aber nicht merklich schlechter als der VR II des neueren Glases. Der AF ist bei beiden eher gleich, zumindest an der D610. Beide sind Made in Thailand, was aber nichts heißen soll.



Stellt man das 24-85mm daneben, weiß man was ein kompaktes, gutes Glas ist. Das 24-85mm VR ist übrigens Made in China. Ich glaube man sieht auf diesem einzigen Foto schon, daß die Verarbeitung eher auf gleichem Niveau liegt:


Die am 24-85mm VR abgebildete Geli HB-63 verwende ich übrigens nicht. Von einem früheren Vergleich wußte ich, daß die kürzere HB-25 des AF-S 24-120mm 3,5-5,6 VR auch paßt. Ich verwende diese lieber als die meiner Meinung nach unnötig lange HB-63.

Beispielbilder erspare ich mir. 24-85mm 3,5-4,5 und 24-120mm 4 liegen bei fast jeder Brennweite in etwa gleichauf, wobei das größere Objektiv am langen Ende dann aber doch nochmals besser auflöst. 
Das macht das 24-85mm VR für mich zum idealen Allround - Immerdrauf Objektiv an der D610. Wie auch beim DX 16-80mm, hätte ich beim 24-120mm f/4 doch deutlich bessere Abbildungsqualitäten erwartet. Es ist im Allgemeinen ja doch genau das, was man für deutlich mehr Geld erwartet. Sicherlich hat es hinten 35mm mehr Brennweite. Aber die merkt man weit weniger als man meinen würde.

Für mich war das so insgesamt ein Fehlkauf. Ich habe es wieder abgestoßen und den Erlös lieber in ein super Makro - Objektiv investiert. Über das Tamron SP AF 90mm f/2,8 USD VC berichte ich dann wenn es da ist. Da die Gebrauchtpreise des 24-120mm f/4 recht hoch sind, blieb sogar genug über, um mir auf Amazon zudem wieder ein gebrauchtes Sigma 18-200mm f/3,5-5-6,3 DC OS HSM Contemporary zu erwerben. Das hatte ich leichtsinnigerweise einem Kollegen verkauft. So hat das Ganze doch noch eine gute Wendung erfahren.

Aus dieser nochmaligen Erfahrung heraus aber auch nochmal der Tipp, daß das AF-S 24-85mm VR keinesfalls abfällig als Kitlinse zu betrachten ist (obwohl es das dank Nikons Kit - Politik ja ist). Die Bildqualität, der AF und auch der Stabi bewegen sich auf sehr hohem Niveau und der Amateur braucht eigentlich nichts anderes um damit den ganzen Tag für sehr viele Situationen gerüstet zu sein.

Ciao


Donnerstag, 19. November 2015

D610: Paßt wie die Faust auf's Auge.

Nach meinem Intermezzo mit der D800 war ich leider desillusioniert, fast enttäuscht. Die Kamera war doch weit kapriziöser als ich dachte. Die 36MP erfordern meiner Meinung nach ein weit sorgfältigeres Fotografieren als es üblicherweise meine Art ist. Schnelle Zeiten und Stativ sind öfters angedacht. Und sie erfordert Gläser die ich mir nicht leisten kann und leisten mag. Da braucht es schon das 24-70 2,8 oder das ältere 28-70mm f/2,8 oder sogar das neue und stabilisierte 24-70mm f/2,8 VR. Nicht, daß Objektive an ihr schlechter würden, aber ich glaube, daß man die 36MP erst mit sehr gutem Glas sichtbar auflösen kann. Dazu hatte ich das Gefühl, das es früher rauscht als bei der D610 und dieses Rauschen auch unangenehmer / auffälliger ist. So jedenfalls meine Eindrücke.

Wie schon beim Eintrag über die D800 am Ende erwähnt, konnte ich diese große Mama gegen die kompaktere D610 eintauschen. D800 mit 29.541 Klicks aus 2010, gegen eine fünf Tage alte D610 mit ganzen 65 Auslösungen fand ich fair und durchaus auch vorteilhaft für mich. Den mitgelieferten Billigbatteriegriff von PixelVertax gegen einen günstigen Originalen getauscht und fertig.

Ich muß schon sagen, ich fühlte mich sofort wie zuhause, als ich die 610 in die Hand nahm. Das war so ein vertrautes Gefühl, ich hätte es nicht gedacht. Nicht, daß die D800 schlecht in der Hand gelegen hätte, ganz im Gegenteil. Eine der wenigen Kameras an denen ich keinen Batteriegriff vermisste und den Originalgriff bloß für die Kombi mit dem 24-120mm f/4 erwarb. Aber sie ist halt deutlich größer und nochmal rund 150Gramm schwerer. Das fühlt sich wirklich deutlich mehr an als es sich anhört. Zumal das 24-120 f/4 VR ja auch kein Leichtgewicht ist, da freut man sich über jedes Gramm weniger.

Ich muß auch sagen, ich vermisse absolut nichts was die D800 jetzt mehr bot. Der AF der 610 ist mir weit ausreichend und sowieso nicht so schlecht wie er oft gemacht hat. Sie hat zwar das AF Modul der 7000, ist aber weit präziser und auch schneller. Die Bildqualität der 610 finde ich dazu über jeden Zweifel erhaben. Sicherlich ist eine 750 dank neuem Prozessor da nochmals besser (jedenfalls was JPEG bei High ISO betrifft), aber das macht die 610 dadurch ja nicht schlechter. Schon die D600 wurde für supertolle Fotos bei High ISO gelobt und daran hat sich nichts geändert. Die 24MP Kleinbild sind auch  hochauflösend, aber doch weit gutmütiger als die 36MP der D800. Das äußert sich u. a. dadurch, daß meine 24-120mm f/4 VR und 24-85mm f/3,5-4,5 VR an der 610 sehr gut abbilden und auflösen. Mein AF-S 18-35mm G sowieso, das auch der D800 genügt hätte.

Die 610 paßt mir einfach, in jeder Beziehung. Ich werde hoffentlich nicht nochmals den Fehler machen, mich vorzeitig und unüberlegt von ihr zu trennen. Zudem habe ich jetzt eine fast neue D610 und noch viele viele Fotos damit vor mir. 
Ich war eigentlich zu der Meinung gelangt, daß das digitale Kleinbildformat insgesamt nicht für mich nötig ist. Das ist mit Sicherheit auch so, daran hat sich nichts geändert. Ich bin kein Profi und betreibe in aller Regel ja irgendwie Point and Shot. Ich habe aber auch wieder gesehen, daß mir gerade bei High ISO dann doch in mancher Situation die letzte Qualität fehlt. Meine 3300 ist für DX wirklich sehr gut und eigentlich völlig ausreichend, aber 24Mp an FX können es halt doch nochmals besser. Und so drehe ich es abermals und FX wird wieder mein Hauptformat.

Zu schreiben gibt es neues zur Kamera nicht, ich habe sie ja schon mehrfach hier als 600 und 610 hergezeigt, die neue ist nicht anders. Bloß noch ein paar Fotos mit dem großen AF-S 24-120mm f/4G ED VR und teilweise mit dem originalen Batteriegriff MB-D14.

Am Tag als ich sie bekam, noch mit dem originalen Plastik - Displayschutz. Ich finde sie aus jeder Perspektive wunderschön:



Das AF-S 24-120mm f/4G ED VR ist eine ganz schöne Wuchtbrumme:


Dann Tage später mit Batteriegriff und aufgeklebtem Display - Schutzglas:





Wie Canons EOS 6D wird auch die D610 oft als Einsteigermodell in das digitale Kleinbildformat dargestellt. Vor allem damals, als sie als D600 herauskam. Das ist sie bei Nikon aber bloß, weil es halt kein FX Modell darunter gibt. Real ist sie jedoch eher eine semiprofessionelle Kamera, mit sehr guter Verarbeitung und herausragender Bildqualität bei moderatem Preis. Ich kann sie ausdrücklich empfehlen. Sie ist nicht nur Einstieg, man kann auch bei ihr bleiben ohne irgend etwas zu vermissen. Es kommt halt darauf an, was man mit ihr machen möchte. 
Wer Makros von Blüten und Insekten macht, ist vielleicht am Klappdisplay der D750 besser aufgehoben. Und auch Fotografen sich schnell bewegender Motive sind sicherlich mit dem sauschnellen AF (Hörensagen) der D750 besser bedient. Alle anderen können sich getrost eine D610 und auch noch D600 zulegen, die man gebraucht mittlerweile schon für deutlich unter 700,- Euro bekommen kann. Bei der wäre es allerdings wichtig sich fleckenlosen Betrieb zusichern zu lassen, oder noch besser den Nachweiß von Nikon zu erhalten, daß der Verschluß gegen die fehlerlose Variante getauscht wurde. Dazu  sollte man auch wissen, daß man bei trotzdem weiter bestehenden Fleckenproblem evtl. eine neue D610 im Tausch gegen die alte D600 bekommt. Aus solch einem Tausch stammt ja letztlich auch meine wunderbare, neue D610.

Ciao

Nachtrag vom 24.04.2016:

Nun steht sie doch wieder zum Verkauf, ich komme ja kaum noch zur Fotografie und nehme dann sehr oft die kleine 3300. Schade, wirklich schade. Aber wenn mal wieder Zeit da ist geht es gewiß auch wieder mal zum Vollformat.

Ciao

Dienstag, 3. November 2015

Eine Nikon D800

So ist es nun also doch noch geschehen. Kaum vorläufig aus dem digitalen Kleinbild/Vollformat ausgestiegen, lockten jetzt die fallenden Preise bei der großen D800. Bis vor kurzem noch die Königin der halbprofessionellen Nikon unterhalb der einstelligen Kameras, hat das Erscheinen der deutlich verbesserten D810 die Preise stark in den Keller fallen lassen. So komme nun auch ich in den Genuß der dicken Dame.

Und sie ist wirklich groß, nein, sogar sehr groß. Das Prisma in etwa mit der Höhe der D700 gleich, aber mit weit muskulöseren Schultern, weil diese stark hochgezogen wurden. So wirkt die Kamera insgesamt fast noch größer als sie ist und tatsächlich wiegt sie ja "bloß" ganze 150 Gramm mehr als eine als Einstiegs Vollformat DSLR titulierte D610 und ist sogar ganze 95 Gramm leichter und 1mm schmaler als die selige D700. 

Größenvergleich D700 - D800 

Trotzdem wirkt sie erstmal wie ein Trumm auf mich, ohne allerdings zu schocken. Ich bekam sie mit angesetztem Sucher - Vergrößerungsglas BK-17m. Von vielen Anwendern gelobt und geliebt, ließ es mich als Brillenträger den großen Sucher aber eher schlechter überblicken. Hatte ich genauso mit der Sucherlupe für DX. So wurde die BK-17m  also entfernt und fand gleich einen Abnehmer. Jetzt habe ich freies Blickfeld auf den gesamten Sucher, der sogar 100% aufzeigt statt deren 95% bei der D700. Im direkten Vergleich mit der D7100 und sogar mit der 3300 mit eigentlich schlechterem Pentaspiegelsucher, scheint mir der Sucher der 800 allerdings etwas dunkler zu sein. Ich überlege noch woran das liegen mag, gewiß bloß Gewöhnungssache.
Der Griff ist eher gut und deutlich besser als an den D610 und 7100. Das große Gerät hat man gut im Griff und kein irgendwie unsicheres Gefühl beim Halten. Ich finde ihn auch ergonomischer als noch an der D700.
Mit dieser teilt sich die D800 einen Großteil der Bedienungsweise. Sie hat einen ähnlichen Bedienungsknopf zum Drehen und mit Tastern versehen auf der von hinten linken Seite wie die F100/D300/700, aber mit vier statt der üblichen drei Tasten:

Oberseiten D800 - D700 

Über den AF kann ich noch nicht viel sagen, es ist halt das gleiche Modul wie bei der viel gelobten D700, weshalb ich nichts negatives erwarte.
Die Bildqualität ist so eine Sache. Natürlich bietet sie sehr gute Dynamik usw. Die D800 löst aber so immens hoch auf, daß man nicht nur gutes Glas braucht, sondern wegen den kleineren Pixeln auch kürzere Zeiten beim Fotografieren verwenden soll. Kleine Unschärfen werden angeblich deutlicher aufgezeigt als bei den anderen digitalen Kleinbild - Sensoren. Immerhin hat man ja auch die genau dreifache Auflösung der gutmütigen D700 und 50% mehr als bei einer D610/750.

Ich habe es gestern gemerkt, bei den ersten Testaufnahmen mit der schweren Dame.  Mein AF-S 24-85mm VR war nicht da, weshalb ich mit dem superleichten analogen AF Nikkor 28-80mm f/3,3-5,6G unterwegs war. Für ein lichtschwächeres und unstabilisiertes Glas war am Teich neben dem Friedhof allerdings recht wenig Licht vorhanden, sodaß ich gleich die genannten Unschärfen zu spüren bekam. Letztendlich mußte ich die Kamera mangels Stativ auf einer Parkbank ablegen, um wenige gute Fotos zu bekommen. Hier ein mit "Nik Color Efex Pro 4" herbstlich stilisiertes Beispiel von gestern. Ich denke, die mögliche hohe Auflösung kann man wenigstens erahnen:




Heute dann das AF-S 24-85mm f/3,5-4,5G ED VR und es harmonisiert tatsächlich gut mit der Kamera. Erste Testaufnahmen von unserer süßen Gastkatze lassen Gutes erahnen:



Jetzt möchte ich die Kamera wie üblich aber auch herzeigen, erzählen kann man ja viel! Alle Fotos (bis auf eines) habe ich mit der supertollen D3300 und dem wunderbaren Sigma AF (C) 17-70mm f/2,8-4 DC OS HSM samt Nikon SB-700 Blitz gemacht:



Richtig groß wirkt sie meiner Meinung nach vor allem von hinten, nicht nur auf den Fotos:


Dazu tragen der sehr große Sucher und die stark hochgezogenen Schultern bei, hier noch mit angesetztem rundem BK-17m (das originale Okular ist gleichfalls rund, bloß deutlich flacher). Wie bei der D700 gibt es auch wieder einen Okularverschluß, der über den kleinen Hebel links oberhalb davon bedient wird. Rechts am Sucher gerade noch erkennbar, ein ausziehbares Drehrad für den einstellbaren Dioptrienausgleich:


Der legendäre Multiknopf, der hier aber vier statt drei Taster obenauf hat. Darunter der arretierte Drehring für Einzelbild, Serienbild langsam, Serienbild schnell, Quietmodus, Zeitauslöser und dauerhaft hochgeklapptem Spiegel. Dieser ist gegenüber den D300/700 vergrößert und läßt sich dadurch deutlich besser bedienen:


Auch die rechte Seite gibt keine Rätsel auf, man findet alles sofort. Statt des Drehrades für die Aufnahmemodi bei D610 und 7100, drückt man hier den Taster "Mode" und wählt gleichzeitig mit dem hinteren Daumenrad den gewünschten Modus. Das Ganze ist dabei jeweils ablesbar auf dem Schulterdisplay, oder auf der Infoanzeige des großen Displays (und sogar recht klein im Sucher selbst):


Kartenschächte hat sie zwei. Wie bei der D700 mit jeweils einer Aufnahme für SD und CF Karte. Bei den D610/7100 z. B. kann man zwei SD Karten einstecken, was ich persönlich zweckmäßiger finde:


Der gebrauchten Kamera lag ein nicht originaler Batteriegriff der Firma "Pixel" bei, den ich wohl aussortieren werde. Die Kamera fast sich schon ohne sehr gut an und wird mit dem Griff dann wirklich viel zu groß. Er ist bei meinen kompakten Objektiven auch nicht nötig. Einen teuren originalen MB-D12 werde ich mir daher wohl kaum zulegen. Der Pixel sieht auf den ersten Blick zwar recht ordentlich aus, hat aber qualitativ kaum Chancen gegen ein Original und bewirkt zudem, daß die LED der Kamera beim Anfassen des Griffes blinkt:





Im Vergleich mit der D7100 und sowieso mit der D3300, sieht man die schiere Größe der Kamera. Vor allem von hinten ist das beeindruckend.
Man sieht aber auch, daß die Tastenbelegung und Verteilung nahezu identisch ist mit der D7100 und damit auch der 600/610. Der Unterschied in der Bedienung reduziert sich fast ausschließlich auf das Modi - Wahlrad bei der kleineren Kamera / den Multifunktionsknopf der dicken Dame:



Die wunderbare kleine D3300 bleibt in jedem Fall als superleichtes Backup bei wirklich guten ergebnissen. Und als leichte Urlaubskamera wird sie mir mit den Sigma 10-20mm und 17-70mm gute Dienste erweisen. 
Die D7100 werde ich wohl abgeben, denn ein zweites halbprofessionelles System neben der 800 würde eher wenig Sinn ergeben. Aber wer weiß, ob mir die 800 auf Dauer nicht auch zu groß und zu schwer wird.

Ciao 

Nachtrag vom09.11.2015:

Tja, lange hat es wirklich nicht zwischen uns gehalten. Aber nicht, wie im letzten obigen Satz befürchtet, wegen Größe/Gewicht der Kamera. Beides empfand ich als durchaus angenehm und der Griff ist so gut, daß kein Wunsch nach einem Batteriegriff aufkam. 
Vielmehr komme ich mit den vielen Pixeln nicht zurecht. Die D800 erfordert meiner Meinung nach, neben sehr gut auflösenden Gläsern, besonders kurze Zeiten. Kürzere als bei anderen jemals verwendeten Kameras. Weil die hohe Auflösung Verwacklungsunschärfen sowohl des Fotografen als auch des Motives gnadenlos aufdeckt. Zwar eher auf Pixelebene, aber dann auch durchaus störend. Das zur Besserung erforderliche wiederum entspricht aber nicht gerade meiner Art der Fotografie überwiegend in Zeitautomatik, sondern würde ganz im Gegenteil eine Blendenautomatik mit vorgewählter schneller Zeit voraussetzen. 
Daneben rauscht die D800 deutlich früher und vernehmbarer als etwa die 24MP Vollformater oder sogar die 24MP DX Kameras. Ich hätte eingeschätzt, daß sie zwischen der 7100 und 610 liegt, aber es kam mir eher vor, daß sie noch unterhalb einer D7100 liegt. Darin mag ich mich täuschen, empfand es aber wirklich so. Bilder vom See bei ISO 3200 ließen sich kaum noch nachschärfen, weil man das Graurauschen gleichfalls verstärkte. Wenn aber max. ISO 3200 drin sind wo ich selbst bei der D3300 in Ausnahmefällen bis ISO 6400 gehen kann, habe ich einen eigentlich doch grundlegenden Vorteil von Kleinbild - Sensoren verloren. Heute nochmal probiert ist ein ISO 3200 aus der D3300 deutlich angenehmer als eines aus der D800 und das kann es dann für mich nicht sein. Gerade vom digitalen Kleinbild erwarte ich hohe, oder zumindest deutlich höhere High ISO Tauglichkeit als von weit günstigeren DX Kameras. Und auch dies hat wieder mit meiner Fotografie zu tun, bei der ich mich fast grundsätzlich mit JPEG zufrieden geben möchte. Bei Verwendung von RAW (NEF) Dateien in LightRoom oder ähnlichem, wäre es sicher anders gekommen. Trotzdem wäre die 800 eine empfindlichere Kamera bezüglich Rauschens.

Schnell wurde mir daher bewußt, daß ich mit der sonst wunderbaren Kamera nicht klarkommen werde, einfach nicht damit warm werde. Wieder verkaufen und dann was anderes suchen, dazu hatte ich keine Lust. Also habe ich die Kamera zum Tausch in ein Forum gesetzt. Zum Tausch gegen eine D600/610, die als Wertausgleich deutlich weniger Auslösungen haben sollte als die 29.000 der 800. Recht schnell meldeten sich Interessenten und mit drei davon wurde es auch konkreter. Noch auf feste Zusagen wartend, bekam ich aber nachts (ich war auf Nachtschicht) ein  fantastisches Angebot. Meine drei Jahre alte D800 mit 29.541 Auslösungen, gegen eine nagelneue D610 mit gerade einmal 60 Klicks!! Wie meine 800 auch mit einem Billiggriff von "Pixel" und originalem Zweitakku. Mir war schnell klar, daß die Kamera aus einem Tausch "Alt gegen Neu" bei Nikon stammt (D600 mit Sensorfleckenproblem gegen neue und fleckenfreie D610) und das bestätigte der Anbieter auch. Also hielt sich sein gefühlter Verlust in Grenzen, denn seine D600 hatte er ja Monate vorher bezahlt und dann halt eine neue 610 im Tausch bekommen, die ihm durch die Erfahrungen mit der 600 vielleicht nicht mehr geheuer war. Gebraucht verkauft hätte er auch ungefähr die von mir für die D800 angesetzten 1150,- Euro bekommen, vielleicht sogar weniger. 
Wie dem auch sei, bekomme ich wahrscheinlich morgen schon eine fast nagelneue D610 mit gerade einmal um die 60 Auslösungen. Ich freue mich wie ein Schneekönig, denn so wie die wunderbare kleine D3300 ist die D610 eine der Kameras, die mich von all meinen Nikons bisher am meisten beeindruckten. Man bekommt wirklich allerbeste Bildqualität und sehr hohe High ISO Qualität zum moderaten Preis. Bildtechnisch liegt sie zwischen der schlechteren D800 (36MP) und etwas besseren D4/DF (16MP). 
Mögliche Defizite beim AF (Feldgröße, Geschwindigkeit) interessieren mich nicht, weil ich kein Sportfotograf bin und allermeistens AF-S mit mittlerem Kreuzsensor verwende. Den etwas schlechteren Griff kompensierte ich schon vorher mit der Verwendung eines BG. Für mich persönlich ist die D610 also wirklich das momentan beste Vollformat Paket bei Nikon. Heute Abend stecke ich die D800 mit allem Zubehör in die Packstation und freue mich morgen oder übermorgen wieder auf eine schöne Nikon D610. Dank AF-S 18-35mm 3,5-4,5G und 24-120 f/4 VR, habe ich diesmal sogar etwas bessere Gläser am Start als noch bei der D610 davor mit dem 18-35mm D und 24-85mm G VR.

Ciao

Montag, 12. Oktober 2015

Das neue Nikon AF-S DX Zoom-Nikkor 16-80 f/2,8-4E ED VR

Mit meinem derzeitigen Sigma AF 17-70mm f/2,8-4 DC OS HSM Contemporary bin ich eigentlich sehr zufrieden. Es ist sehr scharf, kompakt und nicht allzu schwer. Wie schon dessen alte Version, ist es ein super Immerdrauf. Es ist nochmals schärfer als das schon gute Sigma AF 17-50mm f/2,8 EX DC OS HSM, das ich in Zukunft deswegen wohl meistens innerhalb von Gebäuden oder anderen lichtschwächeren Situationen nutzen werde. Immerhin hat es die durchgehende Offenblende von 2,8, die auch schon brauchbar scharfe Fotos liefert. Im Moment steckt das 17-70 als Immerdrauf auf meiner D3300, das 17-50 auf der D7100.

Trotzdem hat mich neulich das nagelneue Nikon AF-S DX Nikkor 16-80 f/2,8-4E ED VR gereizt. Schließlich bietet es an beiden Enden etwas mehr Brennweite, hat die Dichtmanschette am Bajonett und Nanovergütung. Und es ist als Nikkor natürlich voll kompatibel zu meinen Nikon, wo die Sigmas den Scroll Bug haben. Das 16-80 erinnerte mich auf Bildern im Internet optisch spontan an mein ehemaliges Nikon AF-S 24-85mm f/3,5-4,5G ED VR (bis auf den Goldring des 16-80mm).

Im Internet bestellte ich mir blind ein Exemplar, ohne es vorher in einem Fotoladen zu begutachten. Als es ankam war ich etwas überrascht wegen seinen kompakten Ausmaßen. Es hat wirklich eher die Größe des 24-85mm VR. Die Verarbeitung samt Materialien kam diesem gleichfalls sehr nahe, wenn sie nicht sogar gleich sind. Das überraschte mich durchaus etwas negativ, denn ein Objektiv mit dem Goldring der besseren Nikon Linsen hatte ich doch etwas hochwertiger erwartet. Nicht, daß es schlecht verarbeitet ist, aber halt auf dem "normalen" Niveau des 24-85mm VR. 
Da ich teure 1179,- Euro bezahlt hatte und das Objektiv den Goldring und Nanobeschichtung hat, ging ich wenigstens von deutlich besseren Abbildungseigenschaften aus und wurde hier dann doch wieder etwas enttäuscht.

Das Glas ist leider bloß am langen Ende einen Ticken schärfer als mein sehr sehr viel günstigeres Sigma 17-70mm f/2,8-4 DC OS HSM Contemporary. Leider war kein Wetter, es war dunkel und regnete. So beschränkte ich mich auf Blitzfotos in der Wohnung. Schon hier aber wurde mir klar, daß das teure Nikkor wirklich bloß am langen Ende, also bei 80mm etwas die Nase vorn hatte. Das auch nur in der 100% Ansicht, wo man dann ein wenig mehr Details erkennen konnte. Die übrigen Brennweitenbereiche waren bei beiden kaum zu unterscheiden und bei 17mm hat das Sigma dann sehr deutlich weniger verzeichnet als das Nikkor bei seinen 16mm. Da bildete es wirklich deutlich und störend tonnenförmig ab. Ich war so enttäuscht, daß ich es einpackte und zurücksandte. Sicherlich hätte ich besseres Wetter abwarten können, hatte mir aber selbst dann kaum soviel besseres erhofft, das den horrenden, dreifachen Preis gerechtfertigt hätte. 

Wie erwähnt ist es absolut kein schlechtes Glas, am langen Ende ein wenig besser als mein sehr gutes Sigma. Aber für solch geringen optischen Mehrwert möchte ich einfach nicht das viele Geld ausgeben. Ich verfahre jetzt folgendermaßen. Ich warte ab, bis es günstig auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich ist und vergleiche es dann erneut gegen das Sigma. Dann auch bei gutem Licht / besserem Wetter.

Hier jetzt die üblichen Fotos des Objektives und die Unterschiede zum Sigma.

Im üblichen Goldkarton kommt das Objektiv, samt einer sehr großen Gegenlichtblende:


Bis auf den Goldring und das große "N" (Nanovergütung), ist es dem 24-85mm VR sehr ähnlich. Ohne, daß ich an dem Tag mangels 24-85 vergleichen konnte:


Vorne fällt auf, daß es um das Glas herum keinerlei Beschriftung gibt:


Hinten das eigentlich übliche Bild, mitsamt dezenter Gummimanschette um das Bajonett:


Schaut man genauer hin bemerkt man etwas, was schon in der Bezeichnung angemerkt wird, aber auf den ersten Blick untergeht. Das Glas hat keinen Blendenhebel mehr. Es ist ein E - Objektiv und hat als solches eine elektronische Blendensteuerung. Das ist einerseits erfreulich, denn es fallen mechanische Bauteile weg. Andererseits wird die Kompatibilität aber auch eingeschränkt, denn steuern können das erst Kameras ab Baujahr 2007. Besitzer einer D200, D80 oder noch älterer DX Kameras schauen etwa in die Röhre und können das Teil leider bloß offenblendig verwenden.

Hier der Vergleich mit dem Sigma und im dritten Foto der Blendenhebel des Sigma:




Im direkten Vergleich mit dem kompakten Sigma 17-70mm Contemporary sieht man, daß das Nikkor jetzt nicht so viel größer ist und wie erwähnt in etwa die Ausmaße des 24-85mm VR besitzt. Einzig die sehr voluminöse und gewöhnungsbedürftige Geli macht es dann größer als üblich:




Vor allem auch von vorne, finde ich die Geli wenig gelungen, sogar eher ausgesprochen Hässlich. Keine Ahnung warum man das jetzt bei Nikon unbedingt so machen mußte, wo bisher die übliche Tulpenform sogar bei deutlich weiteren Superweitwinkelzooms ausreichte. Ich denke, da wird der eine oder andere doch mal mit der angesetzten Geli irgendwo anecken:




Neu ist hierbei auch, daß die Gegenlichtblende zum Abnehmen an einem recht stabil wirkenden Knopf entriegelt werden muß:



Das war es im Großen und Ganzen schon. Der AF ist etwas langsamer als beim Sigma und leicht zirpend vernehmbar wo er beim Sigma nahezu unhörbar ist. Dafür hat der Nikon Antrieb eine Rutschkupplung für Direktzugriff, wo man beim Sigma nicht einfach an den Fokusring fassen kann. 
Die Stabis scheinen auf gleichem Niveau zu funktionieren. Beide sind leise und effektiv.

Die Unterschiede in den Abbildungsleistungen waren sehr gering, weshalb ich bloß zwei "Vergleichsfotos" zeige, auf denen es einen kaum merklichen Unterschied der 80mm des Nikkores zu den 70mm des Sigma gab. Das Nikkor zeigt hier offenblendig minimal mehr Details, aber es hat minimalste blaue CA da, wo sich das Blitzlicht etwas spiegelt. 

Zuerst das Nikkor, darunter ein Ausschnitt. Jeweils bei 80mm und f/4 Offenblende. In M geblitzt bei ISO 100 und 1/60sek. Freihändig mit Stabi:





Hier bei absolut gleichen Bedingungen das Sigma:




Leicht abgeblendet gibt es dann schon keinerlei Unterschiede mehr in der jeweiligen Abbildungsleistung, weshalb ich mir das Posten der weiteren Fotos hier spare. Das Sigma wird bei absolut jeder Brennweite genauso detailreich und das Nikkor verliert die winzigen CA.
Bei den anderen Brennweitenbereichen gab es also eher kaum noch Unterschiede, bei 16mm verzeichnete das Nikkor aber deutlich mehr tonnenförmig als das Sigma bei dessen 17mm. Bei 20mm war beim Nikkor aber schon wieder alles in Ordnung.

Wie erwähnt war mir das auf diesen kurzen ersten Blick den dreifachen Neupreis des Nikkores nicht wert und ich habe es zurückgeschickt.
Ich halte das 16-80mm nach diesem kurzen Vergleich für ziemlich überteuert. Einen Neupreis von etwa 600 - 650,- Euro würde ich akzeptieren. Schließlich bekommt man dafür volle Kompatibilität (zu DX Nikons ab Baujahr 2007, wegen der elektronischen Blendensteuerung) und am wenig längeren Ende, offenblendig minimal mehr Schärfe. Vignettierungen, Farben etc. konnte ich wegen des Wetters nicht überprüfen, bin da aber auch vom Sigma durchaus verwöhnt. Das werde ich evtl. nachholen, sobald das Glas zu akzeptablen Preisen gebraucht erhältlich ist. Das dürfte sich jedoch wohl mindestens bis Ende nächsten Jahres hinziehen, wenn nicht noch länger.
Wer es haben möchte, sollte wenigstens warten bis sich die Neupreise auf niedrigerem Niveau eingependelt haben. Mittlerweiles ist es für um 1060,- Euro zu haben, was sich aber aller erfahrung nach noch deutlich nach bunten orientieren wird.

Ciao




Mittwoch, 23. September 2015

Altes Sigma AF 28mm f/1,8 Asph. High-Speed Wide in zwei Versionen.

Heute nochmal kurz eine alte analoge Linse, die aber durchaus digital mithalten kann und die ich in der zweiten Version sogar gerne an der Nikon D610 nutzte.

Es handelt sich um das Sigma AF 28mm f/1,8 Asph. High-Speed Wide. Ein Kleinbild Weitwinkelobjektiv mit schöner Offenblende. Als ich es in Version II an der D610 verwendete fielen mir zwei Dinge auf. Es ist schon offen sehr scharf und läuft bei 2,5 zur Hochform auf. Dabei gibt es kaum Verzeichnungen und vor allem fast keine CA, was für ein älteres analoges Glas schon allerhand ist. 

Bis kürzlich wußte ich nicht einmal, daß es zwei Versionen gibt. Und ich weiß auch nicht die genauen Unterschiede, bis auf die äußerlich erkennbaren. Feststellen konnte ich aber, daß die zweite Version einen schnelleren Stangen AF besitzt. Das fiel mir sofort auf. Die erste Version ist gemächlicher, aber lange nicht so langsam und laut wie etwa das noch ältere Sigma AF 24mm f/2,8 Super Wide II. Im Gegenteil ist beider AF von der eher leiseren Sorte, soweit man das beim alten Antrieb sagen kann. Und bei Version II fand ich den Hinweiß auf "D", was bedeutet, daß es die Entfernung an die Kamera und damit speziell an die 3D Color - Matrix - Belichtungsmessung meldet.

Die äußeren Unterschiede zeige ich gleich wie immer anhand von ein paar Fotos. 
Was beide leider gemeinsam haben ist diese mit der Zeit leicht klebrig gewordene Gummilackierung am Body. Nikon hatte das mal so ähnlich an Kameras (F90/90x z. B.) und Sigma halt an einigen Objektiven. Die ist zunächst sehr griffig, fängt später aber leider an zu kleben. Es geht zwar, aber es ist ein etwas unangenehmes Gefühl. Wenn die Objektive kalt sind und beschlagen, fällt es um so mehr auf.

Der erste Unterschied zwischen den Versionen besteht schonmal bei der Verpackung. Links die hellere mit weniger Beschriftung ist die ältere:


Beide Gläser sind komplett, mit OVP halt und den originalen Gegenlichtblenden. Die erste Version links, ist etwas kürzer und hat ein Fenster, unter dem sich die Fokusskala befindet. Bei der zweiten Version befindet sich diese auf dem Fokussierring. Beide haben zudem eine Schärfentiefenskala, die man heutzutage leider immer weniger findet. Bis über den Blendenring sind beide gleich, darüber hat die Version II den längeren Body. Vielleicht besitzt es ja eine andere Linsenrechnung oder ein Zusatzelement. Die jeweilige Gegenlichtblende hat bei beiden die gleiche Form und Abmessung, bloß verschiedene Oberflächen. Sie sind gegenseitig kompatibel:



Die Vorderseiten haben bis auf die Beschriftung große Ähnlichkeit. Wenn man durch das Glas bis zur Blende schaut, scheinen sie identisch zu sein, auch der Filterdurchmesser beträgt jeweils 58mm. Wahrscheinlich sind sie verschieden vergütet, denn das Licht spiegelt sich auf der Frontlinse in verchiedenen Farben: 


Die Rückseiten sind auf den ersten Blick gleichfalls gleich, aber die Rücklinse der Version II ist knapp 2mm breiter. Evtl. bestätigt das die Vermutung einer anderen Linsenrechnung?


Ich muß mit Zeit einmal danach googeln. Was ich sagen kann ist, daß zumindest die Version II an meiner D610 wirklich toll war. Schnell fokussierend, offen, scharf und mit schönen Farben und eher keinen Verzeichnungen gesegnet. Unten ein paar Beispielfotos. 
Ich weiß nicht genau ob man es auf den hier leider nur recht klein möglichen Fotos sieht, aber ich finde, daß die Linse diesen gewissen 3D Effekt eines Vollformatsensors richtiggehend unterstützt. Und auch das Bokeh ist mehr als gelungen, da gibt es deutlich schlimmeres bei Altlinsen:






Auch offen zeigte Version II was sie kann:




Nicht schlecht für relativ günstiges Altglas und wie gesagt fast ganz ohne CA.

Wer sich dafür interessiert muß auf Ebay oder Foren Glück haben, denn da sie hoch offen sind, haben sie immer noch einen höheren Preis als einfachere Gläser. Version zwei bekommt man für 80 - 120,- Euro, Version I evtl. günstiger.

Version I werde ich verkaufen, da ich lieber den schnelleren AF des zweiten Modelles möchte und bei diesem Glas auch schon weiß was ich habe. Ich bin gespannt wie es sich an DX machen wird. 

Ciao 

Nachtrag vom 16.12.2015:

An DX noch nicht verwendet, gibt es noch zwei aktuelle Beispiele von Version II im Gebrauch mit der D610. Die Schärfe ist an den Fokuspukten brillant, das Bokeh sehr angenehm:



Version II nehme ich übrigens bevorzugt wegen dem etwas schnelleren AF.

Ciao