I am Henning

Sonntag, 30. November 2014

Meine neue alte Nikon D90

Neulich noch schrieb ich bezüglich der D80, daß die D90 und sowieso die D300 zu teuer sind um als gute, aber nebengeordnete Kameras angeschafft zu werden. Nebengeordnet, weil sie als Notkamera im Auto verbleiben sollen.
Wochen später tat sich im DSLR Forum dann aber doch die Möglichkeit auf, wenigstens eine günstige D90 zu bekommen. Im Mitgliederhandel des Forums stand ein Exemplar mit zwar fast 29.000 Klicks auf der Uhr und ohne Originalverpackung, aber im sehr guten optischen und technischen Zustand. 170,- Euro inkl. Versand waren ein Wort, wo ja sogar für die deutlich ältere und unmodernere D80 noch um 150,- verlangt werden. 
Ich schlug also zu und bekam eine wirklich gut erhaltene Kamera zugesandt, bloß das Daumenpad beginnt sich bereits (wie leider üblich), abzulösen und Ersatz wurde sehr günstig in den USA bestellt. Das defekte Okulargummi hatte die Verkäuferin dankenswerterweise bereits vorher neu gekauft und mitgesandt.

Zunächst war ich verblüfft, wie sehr sie sich auch in der Realität mit der D80 ähnelt. Bis auf stilistisches und teils andere Bedienelemente (LiveView), sehen sich beide doch noch recht ähnlich. Vor allem von vorne. Leider kann ich mangels einer D80 nicht mehr direkt vergleichen.

Die 90 wirkt allerdings weniger knubbelig und moderner, weil das 3" große und hochaufgelöste Display die Kamerarückseite dominiert. Ein deutlicher Fortschritt zum trotzdem auch ausreichenden 2,5" Display der D80, welches so auch von der D200 und D40 bis zur D60 verwendet wurde. Mehr noch als die Größe aber, half vor allem die sehr hohe Auflösung von rund 920.000 Pixeln, nun die Schärfe usw. doch deutlich besser beurteilen und kontrollieren zu können.
Die D90 war die erste DSLR mit Videofunktion. Zwar noch höchstens in "normalem" HD, aber immerhin. Permanenten LiveView hatte es zuerst bei Olympus und bei Nikon in der D300 gegeben. Hier aber war er deutlich besser einzuschalten als bei dem umständlichen Prozedere der D300 über das Wahlrad auf der linken Schulter. Wie auch später bei der 300s genügte bei der D90 ein Knopfdruck und man war im LiveViewmodus oder wieder raus. Dieser ist ansich eher rudimentär, man sieht halt über das Display das was man sonst etwa auch im Sucher gesehen hätte. AF kann man getrost in den meisten Situationen mit bewegtem Motiv vergessen, einfach viel zu lahm. Blendeneffekte und dergleichen werden nicht angezeigt, sehr rudimentär wie erwähnt. Aber am Stativ und mit Handfokussierung ist er durchaus brauchbar und in etwa wie der Ersatz eines Lichtschachtsuchers (ohne Schärfentiefenkontrolle).
Der AF scheint gleich schnell zu sein wie noch an der 80? Oder ich täusche mich, kann ja leider nicht mehr vergleichen. D7000 oder 610 sind schneller, obwohl selber keine Geschwindigkeitswunder. Aber es reicht, auch bei weniger Licht. Die kurzen Tests bisher hat sie gut absolviert. Ich habe noch sehr günstig ein AF-S DX 35mm f/1,8 bekommen, auf das ich warte und bin gespannt wie sie sich damit bezüglich AF verhält. Manche Kamera schwächelt bei hochgeöffneten Objektiven mit dem AF, der einfach keinen Halt findet.
Zum guten alten EN-EL3e Akku habe ich gleich günstigen Ersatz chinesischer Fabrikation bestellt. Dazu eine MB-D80 Batteriegriff - Kopie, ebenfalls aus China. Funktioniert alles prima, auch im Zusammenspiel der Akkus. Sowohl die Kopie als auch der ältere Originalakku werden in Kamera oder Griff erkannt und mit 0 (neuwertig) angezeigt.

Die D90 wird ein Dasein als reine Ersatzkamera fristen, zusammen mit meinen unten abgebildeten AF-S 18-200mm VR und AF 50mm f/1,8n, sowie dem kleinen Nissin Di466 Blitzgerät. Alles eingepackt in eine Kameratasche und wohl geschützt im Kofferraum. Hauptsächlich als Notlösung, falls D610 oder 3300 vergessen wurden, oder bewußt nicht mitkamen und sich dann doch abbildungswürdiges auftut.

Hier die wirklich gut erhaltene Kamera, schon mit Schutzgläsern auf beiden gut erhaltenen Displays und noch mit dem demnächst zu ersetzenden Daumenpad. Diese lösen sich in aller Regel irgendwann von der obersten linken Spitze her durch Materialerweiterung:






Hier mit dem AF-S DX 18-200mm, welches wohl das Standardobjektiv sein wird:



Was mir auch schon an der F80 und D80 nicht gefiel, ist ein etwas zu billig wirkender Betriebsartenwahl-Drehknopf im Kronkorkendesign. Das wurde an späteren, auch kleineren Kameras, weit schöner und auch griffiger gelöst:



Die rechte Schulter dagegen wirkt immer noch modern und aktuell:


Im Vergleich mit der D610 sieht man weit weniger Größenunterschied als vermutet, aber der Gewichtsunterschied ist schon gefühlt beträchtlich und die 610 liegt weit besser in meiner Hand. Kein Wunder beim hohen Magnesiumanteil des 610 Gehäuses und dem augeprägteren Handgriff. 
Die Visualisierungen sind sich noch überraschend ähnlich, aber nicht nur dort ist die 610 weit besser konfigurierbar, auch am Body selbst gibt es mehr Zugriffsmöglichkeiten:




Die Unterschiede zu einem günstigen Modell wie der D3300 sind naturgemäß größer, aber man sieht so auch mal, daß die 3300 und ähnliche durchaus keine Minikameras, sondern spartanisch ausgestattete und leichte, aber gute Werkzeuge sind:




Insgesamt macht die D90 einen tollen Eindruck. Das Auslösegeräusch ist aber leider ähnlich laut wie bei der D80 und auch bei der 3300. Die 7000/7100/600/610 konnten und können das sehr viel angenehmer und dahingehend hätte ich wenigstens gegenüber der 80 Besserung erwartet. Die stilistischen Unterschiede zur D80 sind teils gering, teils größer, aber so, daß die D90 um Längen moderner wirkt. Vor allem durch das rundliche und verhältnismäßig kleine 2,5" Display und der andersfarbigen Plastikapplikation auf der rechten Schulter, wirkt die 80 nicht nur im direkten Vergleich doch altbackener. Die Form ansich ist gleich geblieben, die D90 verwendet ja sogar noch den Batteriegriff der D80. Das gab es so nochmal zwischen D300/300s und D700 und dann wohl nie wieder. Ob sie griffiger in der Hand liegt als die 80 kann ich mangels solcher nicht mehr genau beurteilen. 
Hier kann man beide von fast allen Seiten vergleichen:

 http://camerasize.com/compare/#216,179

Die Daten und technischen Unterschiede kann sich jeder im Netz ansehen, das will ich jetzt nicht aufdröseln. Evtl. zeige ich nochmal das Wechseln des Daumenpads.

Ciao


Freitag, 28. November 2014

Erster Frost

Die Tage war ich früh in die Stadt unterwegs und ärgerte mich auf dem Hinweg fast sofort, daß ich wieder mal keine Kamera dabei hatte. Auf dem Hügel über den ich mußte lag Frost und unten im Tal waberte Nebel über dem Ort. Ideale Motive mit schöner Lichtstimmung also. 
 Auf dem Rückweg beeilte ich mich, eine Kamera zu holen. Der Nebel verschwand zwar schon, aber der Frost glitzerte noch in früher Sonne. In aller Eile grabschte ich mir zuhause die D610 samt angeklemmtem Sigma AF 15-30mm f/3,5-4,5D EX DG Asph. IF. 
Zum wählen eines Objektives war keine Zeit mehr und das war mit gewissen Risiken verbunden. Erstens wegen der Brennweite von maximal 30mm, denn ich wollte den Frost ja dokumentieren. Zweitens, weil gerade das Sigma AF 15-30mm sehr anfällig für Flare ist und die schon winterliche Morgensonne stand ja sehr tief.

Trotzdem hat alles geklappt und wieder mal konnte ich mich dank des super Objektives sehr schöner Fotos freuen. Detailreich werden die Frostkristalle abgebildet, sowie die Adern der gefrorenen Herbstblätter. Ich bin sehr zufrieden, vor allem auch mit meiner Kamera. Mit mehr Zeit hätte ich die 3300 auch mitgenommen, denn gerade mit dem nagelneuen AF-S 18-55mm VR II hätte ich gerne mal experimentiert. Ich hoffe ich bekomme demnächst nochmal Gelegenheit dazu.

Hier eine Auswahl der Fotos, ein Teil ist wegen der extremen Brennweiten stärker ausgeschnitten:














Wer möchte, kann sie sich hier in Originalgröße anschauen, aber Vorsicht, es sind ja teils 24MP in voller JPEG Größe:

https://www.flickr.com/photos/beckerhenner/sets/72157649467531325/

Ciao

Montag, 3. November 2014

Mein erster Eindruck vom AF-S DX 18-55mm VR II

Das DX Kitobjektiv schlechthin ist zweifelsohne das jeweils zeitgenössische Nikon AF-S DX Nikkor 18-55mm. Im Laufe der Zeit gab es nacheinander zwei Versionen ohne VR und zwei Versionen mit VR. Allen drei ersten Versionen war mindestens eines gemein, sie hatten elend langsamen AF. Vor allem von daher war ich doch etwas gespannt auf ein gebraucht gekauftes Exemplar der vierten und aktuellen Generation. Es stammt aus einem Kit mit einer D3200 oder ist zumindest zusammen mit dieser gekauft worden. Offizielle Nikon Bezeichnung des Objektives ist:

Nikon AF-S DX NIKKOR 18–55 mm 1:3,5–5,6G VR II

Heute kam das Teil an und hat mich zunächst einmal sehr überrascht. Ich wußte ja, daß es kompakt sein soll, aber das es dann sooo klein und leicht ist? 


Leider muß man auch bei diesem kleinsten Zoom Nikkor eine Gegenlichtblende dazukaufen und es scheint sich durchzusetzen, daß es keine ordentlichen Bajonettdeckel mehr gibt, sondern diese billigen milchigen Kappen ohne Bajonettanschluß. Für den Preis den es offiziell bei Nikon im sogenannten Store kostet, nämlich sage und schreibe 249,- Euro, finde ich das ganz schön unverschämt:

Nikon Store
 

Naja, ich habe es ungebraucht, aber aus einem Kit, halt deutlich günstiger bekommen. Da kann man dann nicht meckern. Erstmals hat das 18-55 übrigens keine mitrotierende Frontlinse mehr, sodaß eine Tulpen-Gegenlichtblende verwendet und Polfilter unkompliziert angewendet werden können. Beim Fokussieren wird der Tubus allerdings nochmals länger.
Die "Größe" relativiert sich übrigens schnell, wenn man es tatsächlich gebrauchen will. Dazu muß man nämlich wie beim Nikon 1 Kit 10-30mm einen Knopf drücken und damit den Objektivtubus entriegeln. Hatte ich ähnlich auch mal an einer Olympus E-PL2. Zoomt man dann auf 18 oder 55mm, ist es zwar immer noch schmal und leicht, aber fast genau so lang wie das Vorgängermodell. Die Kürzeste betriebsbereite Baulänge hat es etwa bei der 35mm Zoomposition:



Der Zoom geht bei meinem Exemplar zwar angenehm leicht, aber innen etwas rau vonstatten. Immer noch angenehmer als beim Vorgängermodell eines Arbeitskollegen, dessen Zoom mir zu stramm wäre. Ich hatte aber auch schon klapprigere Exemplare in der Hand und den weitaus billigsten Eindruck machte die allererste Version ohne VR. Verglichen damit ist mein kleines Glas sehr gut verarbeitet und macht einen eher positiven Eindruck. Vor allem paßt es wie die Faust auf's Auge zur gleichfalls sehr leichten D3300. 
Hier der angenehm funktionierende Entriegelungsknopf und dahinter die Schalter für AF und VR:


Gleichzeitig mit dem superkleinen Nikkor wurde vom Postboten so etwas wie das Gegenteil gebracht. Das lichtstarke, dicke und schwere Tamron SP AF 17-50mm f/2,8 VC. Das ist nicht nur für den Brennweitenbereich ein wahrer Brummer und eigentlich müßte man das Nikkor ja seinem Vorgänger gegenüberstellen. Den habe ich aber nicht hier und das dicke Tamron verdeutlich umso mehr die Kompaktheit dieses neuen Objektives. Im unteren Foto mit zugekaufter (JJC) Gegenlichtblende von Enjoyyourcamera:



Trotz aller Kompaktheit und Leichtigkeit hat mich noch etwas überaus positiv überrascht. Es ist endlich schnell, hat sogar vergleichsweise sehr schnellen AF. Und mit Schnell meine ich auch Schnell. Ich habe es nicht getestet, aber gefühlt scheint es zumindest ähnlich schnell zu fokussieren wie ein AF-S DX 18-70mm. Das wundert mich dann doch, denn alle Vorgänger hatten einen wirklich elendig langsamen AF - Antrieb und waren auch von daher ein Grund, weswegen ich immer zum 18-105mm als besseres Kit riet. Zumindest dieser Grund hat sich mit dem neuen Objektiv aber erledigt. Außerdem ist es dank SWM (Silent Wave Motor) nicht nur schnell, sondern auch überaus leise. Die Vorgänger mit einfachsten Ringmotoren machten teils merkwürdige Geräusche beim gemächlichen Verrichten ihrer AF - Arbeit.

Es ist immer noch lichtschwach, aber welches wirkliche Kit - Objektiv ist das denn nicht? Irgendwo kommt halt doch der Preisdruck zum Vorschein. Insgesamt aber, machte es heute einen sehr positiven Eindruck und hat mir richtig Freude bereitet. Scharf waren diese kleinen Kits ja immer schon und auch dieses hier fällt nicht aus der Reihe.
Ich bin gespannt wie es sich in Zukunft an meiner D3300 machen wird. Selbst zusammen mit dem Nissin i40, habe ich nun aber eine wirklich sehr leichte DX Kombi, die sich fast überall mit hinnehmen läßt, wo die D610 zu viel wäre. Hier auch mit der zugekauften Gegenlichtblende und i40:


Ciao