I am Henning

Donnerstag, 31. Juli 2014

Mein persönlicher "Blitz des Jahres" 2014: Nissin i40

Gestern kam, von Foto - Köster als derzeit günstigstem Anbieter, mein neuer kleiner Blitz, der Nissin i40.


Das Gerät ist für meine kompakte Zweit-DSLR, die Nikon D3200 gedacht, weil diese mit den großen Blitzen wie Nissin Di866 und Di700 und sowieso dem schweren Nikon SB-900 etwas überfordert ist. Sie wird kippelig, weil der Handgriff mit so einem Großgerät dann doch zu zierlich ist. 

Warum aber der Nissin i40? Alternativen in dieser Größe oder kleiner gibt es auf den ersten Blick ja eigentlich genug. Eigentlich, aber:

Nikon SB-300 und 400 sind deutlich schwächer und vor allem nicht, oder nur äußerst rudimentär über die Kamera, einstellbar. Daher auch weniger universell verwendbar und zudem bloß vertikal schwenkbar. AF - Leuchte hat keiner von beiden

Metz 24 und 36 ähnlich, wobei letzterer wenigstens eine AF - Leuchte besitzt. Sie sind zwar günstiger, aber ebenfalls nicht einstellbar und nur vertikal schwenkbar. Der deutlich fähigere und sehr gefällige Metz 44 ist leider wieder zu groß.

Der einzige andere Nissin in dieser Größe, der Di466, ist gleichfalls spärlicher ausgestattet, sowie ebenfalls bloß vertikal schwenkbar, siehe unten. Er hat gleichfalls keine AF - Leuchte. Alles andere von Nissin ist zu groß.

Die Sunpak PF30x, PZ40x und PZ42x haben ähnliche Mankos und zudem öfters Kompatibilitätsprobleme mit verschiedenen Modellen. Alle drei haben wenigstens AF - Leuchten, was den Rest aber natürlich nicht aufwiegt.

Die vielgelobten Yongnuo mag ich einfach nicht. Man bekommt sie meistens über Ebay und chinesische Importeure, nur wenige beherrschen iTTL. Garantieabwicklung und Reklamation werden oft zur Glückssache. Manchmal muß man dafür sogar nach China zurücksenden. Außen hui und innen pfui möchte ich hier nicht generell unterstellen, erlebte ich bei chinesischen Produkten aber weit öfter als bei japanischen oder europäischen. Kurz gesagt, habe ich dabei immer ein ungutes Gefühl, auch wenn das vielleicht etwas paranoid erscheint. Aber vor Wochen erst mußte ich einen 468 II zurücksenden, der an einer D3200 wirklich jedes 2 - 3 Bild stark überbelichtete, obwohl laut Anbieter absolut kompatibel zu diese. Glücklicherweise gestaltete sich die Rückgabe dank Ebay und Paypal unkompliziert, wobei ich erst versandte nachdem mir Vorab die Lieferkosten erstattet wurden!!

Der Rest der angebotenen Modelle sind allermeistens umgelabelte und teils schrecklich verarbeitete, sehr altmodisch aussehende und oft überteuerte Noname Marken. In Ebay werden sie sehr frech als SB-700 Ersatz angeboten, was sie niemals sein können. 

Oder die restlichen Hersteller haben, wie etwa Sigma, leider bloß wirklich riesige Geräte im Angebot.

Der Nissin i40 aber ist komplett anders. Bis auf die Mastersteuerung bietet er fast alles was größere und sogar professionelle Blitzgeräte ausmacht und ist trotzdem eines der kleinsten erhältlichen Geräte überhaupt: 
Er hat Leitzahl 40, dabei die Kraft von vier AA Batterien, kann verschiedene Slave Modi und drahtloses TTL - Blitzen sowie HSS Synchronisation (!!!), ist vertikal und horizontal schwenkbar, hat Einstelllicht und sogar Videoleuchte, bietet Bouncer,  herausziehbare Reflektorkarte und Streuscheibe und hat einen automatischen Motorzoom. Der offizielle Importeur "Hapa - Team" gewährt zudem als einziger eine fünfjährige und übertragbare Garantie, auf die man bei Grauimporten dann natürlich verzichten muß.

Das alles, gepaart mit den wirklich mal kompakten Ausmaßen, macht ihn für mich zum Blitz des Jahres. So viel, bei solch kleinen Ausmaßen, bietet sonst einfach kein anderer Blitz für Nikon. Ich bin wirklich beeindruckt und begeistert, was Nissin da mal eben aus dem Ärmel gezaubert hat. 

Jetzt möchte ich den Kleinen aber mal ausführlicher vorstellen. 
Wie erwähnt, ist der Blitzkopf in alle Richtungen drehbar und ermöglicht so auch bei hochkant gehaltener Kamera das indirekte Blitzen, was ein wirklich immenser vorteil ist:



Die Streuscheibe wird entgegen den Lösungen der meisten anderen Blitzgeräte unten herausgezogen und ist an stabilen Metallscharnieren befestigt:


Die Reflektorkarte läßt sich oberhalb des Kopfes herausschieben und beherbergt darunter als nettes Detail quasi eine Minianleitung für manuelles Zoomen des Reflektors:

  

Der mitgelieferte Bouncer ist richtig herum leicht aufsteckbar, arretiert dann sogar auf dem Reflektorkopf. Er erinnert so übrigens ziemlich stark an die Bouncer der Nikon SB-700 und SB-900:



Auf der Vorderseite gibt es drei recht wichtige Elemente untereinander. Über dem Logo eine zweifache Videoleuchte. Unter dem Logo dann verdeckt die AF - Hilfsleuchte. Und ganz unten die Fotozelle zum drahtlosen Auslösen:


Auf der Rückseite sieht es recht klassisch aus, weil es zwei Drehelemente gibt. Oben links der On - Taster, rechts daneben die beleuchtete Taste zur Testauslösung, die grün leuchtet wenn der Blitz fertig geladen ist und vorher rot leuchtet. Bei Standby blinkt sie grün. Darunter das Drehrad für die vielen Modi, links davon eine weiße Led als Marker. Rechts dann das Drehrad für Blitzstärke etc. mit weißen Led als Marker, je nach eingestelltem Modus rechts oder links leuchtend:



Aus Platzmangel gibt es eine Art Schnappriegel mit Knopf zum entriegeln. Man schiebt also so weit auf, bis der Stift im Gerät einrastet und drückt zum Abziehen dann den Knopf. Einfach und effektiv:


Einen soliden und verschleißarmen Metallfuß hat auch noch nicht jedes Blitzgerät, aber der i40. Hier die Steuerkontakte mit mittigem Auslösekontakt und ganz vorne der Metallstift zur Arretierung im Blitzschuh der Kamera. Metallfüße lassen sich übrigens deutlichst leichter aufschieben als die oft fummeligen und auch klemmenden Plastikfüße alter Art, die zudem auch gerne mal an den Ecken abbrechen:



Das Batterie-Akkufach hat eine stabil am Metallscharnier angeschlagene Klappe und gute Markierungen für die richtige Polung, geht allerdings für meine Begriffe sehr leichtgängig:



Angesetzt an der D3200 ergibt sich ein deutlich harmonischeres Bild als mit den weiter vor genannten großen Blitzgeräten. Das Handling ist deutlich besser und man hat trotzdem etwa fast die Blitzleistung eines Metz 48. Der hochwertige Blitz paßt optisch und funktional optimal zur D3200. Perfekt wäre es nun noch, wenn er auch die Mastersteuerung könnte, denn das können die kleinsten Nikons von sich aus bekanntlich leider nicht. Aber man kann wohl nicht alles haben und bisher hätte ich diese Funktion an der D3200 auch noch nicht gebraucht:




Vergleicht man den i40 mit dem bisherigen kleinsten Nissin, dem Di466, ist er nochmals kleiner und etwas leichter. Trotz weit größerem Ausstattungs und Funktionsumfang und höherer Leistung:






Und hier sieht man dann mal die Dimensionsunterschiede zwischen dem vergleichsweise riesigen Nissin Di700 und dem i40. Beide haben absolut ihre Daseinsberechtigung, denn manchmal hilft einfach nur Leistung:





Nach erster Verwendung kann ich die Kompatibiliät zur D3200 und D610 bestätigen und ein befreundeter Fotograf verwendet ihn an seiner DF. Der Blitz lädt recht schnell, das hatte ich z. B. am Sunpak PF30x ganz anders. 
Die Blitzfolgezeiten sind sehr schnell, wenn man dem Gerät und der Kamera hilft. Auch für schnelle Blitzfolge, primär aber zur Einbeziehung von Umgebungslicht, habe ich mir angewöhnt, mit der Kamera im manuellen Modus und mindestens bei ISO 400 zu blitzen. Das schafft natürlicheres Licht, weil das Umgebungslicht mehr einfließt und der Blitz stark runterregeln kann. Geht natürlich nur bei Digitalkameras, die dann nicht schon merklich rauschen. Aber moderne Kameras sollten da von 400 - 800 gut verwendbar sein und mehr braucht man in der Regel auch nicht. 
Das jeweilige Blitzgerät selbst stelle ich dabei fast immer auf Auto oder TTL (wenn man am Gerät selbst noch nachregeln will). Ist die Kamera dann im manuellen Modus, kann ich bei meinen Kameras normal bis 1/200sek vorwählen, und die Blende frei bestimmen. Den Rest machen Kamera und Blitz unter sich aus. Bei der D610 geht es dann im HSS Modus noch viel schneller, wohl bis 1/4000sek., bei der D7100 z. B. bis 1/8000sek. Das brauchte ich allerdings noch für keine Aufgabe.

Nach all dem Licht dann aber auch gleich mal etwas Schatten. Nicht viel, aber es fällt halt sofort auf, wenn man schon einige Blitzgeräte in der Hand hatte:

1. Das Batteriefach geht etwas zu leicht auf, weil man es dabei kaum eindrücken muß. Beim ersten Aufschieben auf meine D3200 hatte ich den Daumen dort aufgelegt und schob mit dem Gerät auf die Kamera auch gleich das Batteriefach mit auf. Jetzt weiß ich es und vermeide es, aber es wäre sicherlich auch besser lösbar gewesen.

2. Der Blitzkopf ist etwas wackelig. Man wollte den Zwerg unbedingt in alle Richtungen schwenkbar machen und brauchte gleichzeitig eine Miniaturlösung dafür. Das ist nicht zu 100% gelungen, denn es fühlt sich zwar durchaus wertig an, aber es wackelt halt. Ob es eher Schönheitsfehler als Fehlerquelle ist, wird die Zeit zeigen.

3. Das rechte Einstellrad vor allem, für die Blitzleistung etc., ist einfach zu leicht verstellbar. Da halb versenkt, ist das so wohl beabsichtigt um es überhaupt komfortabel bedienen zu können. Aber ich gehe jede Wette ein, daß es sich auch beim Herausziehen aus Taschen oder wenn man mit den Fingern drankommt, unbeabsichtigt verstellt. Etwas mehr herausstehende, aber stärker gerastete Räder, wären hier nochmal besser gewesen.

4. Leider ist er nicht zu den Coolpix P - Modellen wie den wunderbaren P7700 oder 7800 kompatibel. Laut Nissins Liste jedenfalls nicht:
Nissin Kompatibilitätsliste 
Es lohnt sich aber gewiß mit seiner Kamera zum Händler seines Vetrauens zu gehen und vor Ort einen i40 auszuprobieren, denn es steht bei Nissin nie ganz fest inwieweit das Ganze nicht harmonisiert. Vielleicht läßt sich ja tadellos indirekt und direkt Blitzen und es hapert bloß am Slavebetrieb oder anderem. Können andere Blitze dann zwar auch, haben dabei aber keinen dreh und schwenkbaren Kopf bei diesen Ausmaßen usw...

Das soll aber erstmal alles gewesen sein, was ich bisher kritisieren möchte. Ob es wirkliche Fehler sind, wird sich wohl noch zeigen, oder hoffentlich nicht.
Ansonsten: Hut ab Nissin, das ist ein starkes und äußerst brauchbares Stück Fototechnik. Für mich in der Summe aller Eigenschaften und weil ich ihn dieses Jahr entdeckte, dann auch wirklich der Blitz des Jahres 2014 und ein absolutes Highlight. Ich hatte ihn alleine von der Beschreibung her schon weiterempfohlen und bin jetzt richtig froh das getan zu haben, nachdem ich ihn selbst verwende.

Der Preis liegt momentan bei rund 150,- Euro. Da erschrickt man erstmal, wenn man ihn noch nicht kennt und sich bloß der Größe, aber nicht der Funktionen, Ausstattung und der super Verarbeitung bewußt ist. Bezieht man das aber ein und sieht auch die sehr gute Leistung von Leitzahl 40, relativiert sich der Preis aber ganz schnell auf Normalmaß oder darunter. Denn das alles so kompakt unter einen Hut zu bekommen, hat vorher noch kein Hersteller geschafft und von daher schon ist der Preis mehr als angemessen.
Mittlerweile ist er ja auch zum neuen Sony - Blitzschuh kompatibel und wird im Laufe der Zeit gerade bei den kompakten DSLR, spiegellosen Systemkameras und Kompaktkameras mit Blitzfuß gewiß für große Aufmerksamkeit sorgen. Wenn Nissin die verschiedenen Blitzprotokolle konsequent und 100% umsetzt, denn auch Nissin hatte in der Vergangenheit leidige Kompatibilitätsprobleme an verschiedenen Kameras mehrerer Marken (Nissin Di466 und vor allem Di622 an Canon, Sony und Nikon).

Ciao

Nachtrag, vom 01.09.2014

Der Nissin ist nicht vollständig zur alten Nikon D40x kompatibel. Das erstaunt, denn in der oben verlinkten Kompatibilitätsliste ist er als voll kompatibel aufgeführt. In der üblichen Arbeitsweise mit M an der Kamera und dem Blitz auf Automatik, sind die Fotos allesamt unterbelichtet. Trotz ISO 400 und 30cm Motivabstand. Außerdem wird der Autozoom nicht bedient, wobei ein Sigma AF 18-50mm 2,8-4,5 DC OS HSM angesetzt war. Weiter habe ich nicht getestet. 
Evtl. schaue ich mir das nochmal mit einem Nikkor an, weil es auch am Sigma liegen kann.

Ciao 

Nachtrag vom 28.12.2014

Der i40 ist voll kompatibel zu meinen aktuellen Nikon D3300, D90 und D610.

Ciao

Freitag, 18. Juli 2014

Einmal Nissin - immer Nissin??

Wohl kaum. Aber ich möchte verschiedene Geräte des Herstellers einmal etwas näher vorstellen. Nissin wird nämlich immer besser. Gab es z. B. am ersten Di866 Professional durchaus berechtigte Kritik wegen sehr laut knisterndem Blitzkondensator, lautem Zoom oder fehlendem Metallfuß, wurde das in zweiter Generation sofort abgestellt. Der Di866 Mark II ist sehr leise und hat einen nicht nur viel stabileren, sondern auch deutlich leichter aufschiebbaren Metallfuß. Knistern, fiepen und lautes zoomen ist Vergangenheit und deutet heutzutage dann eher auf einen Defekt hin.
Beim Di622 gab es allerlei Kritik wegen Inkompatibilitäten mit verschiedenen Kameramarken und Modellen. Das ist mit der Version Mark II weitestgehend abgestellt worden. 

Das Nissin Repertoire umfasst inzwischen recht viele Modelle und meine Familie und ich haben im Moment vier davon, weil ich heute den Di700 bekam, den ich gebraucht im DSLR Forum erwerben konnte. Ich hätte noch sehr gerne den kleinen, aber sehr feinen Nissin i40 für die kompakte D3200, aber das muß noch warten und dann muß eines meiner älteren Geräte gehen.




Heute kam wie erwähnt der Di700. Im typischen Karton und wie gewohnt mitsamt Standfuß und sehr guter, aber knapp bemessener  Stofftasche:


Der Di700 hat einen anderen und moderneren Look als die anderen Nissin. Metallfuß, Schnellarretierung, ausziehbare Reflektorkarte und Diffusor, sowie automatischer Motorzoom, sind nicht nur in dieser Preisklasse längst Standard. Der Blitzkopf läßt sich bis 90° nach hinten und um jeweils 180° nach rechts und links schwenken, damit aus fast allen Positionen indirektes Blitzen möglich ist.
Der Blitz ist sehr groß. Sogar größer als das besser ausgestattete und konfigurierbare Flaggschiff Di866 Mark II und ähnlich groß wie mein Nikon SB-900. Trotzdem soll er wohl eine andere Kundschaft bedienen. Vermutlich eher den schon fortgeschrittenen Amateur, der ein sehr leistungsstarkes Blitzgerät mit Leitzahl 54 möchte, welches aber doch einfach und schnell zu bedienen ist. Dem entsprechend bietet er eine aufgeräumte Oberfläche mit wenigen Bedienelementen. Seitlich hat er Klappen, hinter denen sich rechts ein typischer Syschronanschluß und ersatzweise ein Klinkenanschluß befinden, sowie links ein spezieller Anschluß für Powerpacks von Nissin oder auch Fremdherstellern. Mit denen läßt sich die Blitzfolgezeit sehr stark verkürzen und jede Menge Blitze mehr herausholen.
Hier die aufgeräumte Rückseite mit mattem Display und den wenigen Steuerelementen, über dem Display steht der Zoombereich, der mit dem Diffusor nochmal nach unten erweitert werden kann:


Das Display ist mattschwarz, während man es beim Di866 mit einem helleren Display zu tun hat.Nach dem Einschalten befindet man sich im zuletzt verwendeten Modus. Drückt man auf Set erscheint eine Übersicht der Modi, zwischen denen man mit dem Steuerrad wählen und per erneutem Druck auf die Set Taste einschalten kann:



Im TTL - Modus kann man zusätzlich die Blitzbelichtungszeiten beeinflüßen:


Im manuellen Modus kann man die Blitzstärke steuern:


Ich denke das ist keine Mastersteuerung mit Blitzgruppen? Wohl eher Servosteuerung, mit mehreren Di700. Das Gerät kam ja gerade erst und ich habe mich noch nicht so sehr mit ihm befassen können. Generell ist die Mastersteuerung aber für mich auch nicht so wichtig, da es mir meist um profanes Aufhellblitzen direkt und vor allem indirekt geht. 
Wer es nicht weiß: Ein Master ist ein Hauptblitz, von dem aus ein oder mehrere andere Blitze aus gesteuert werden, so daß man optimale Beleuchtung oder gewisse Effekte erzielt. Demenstprechend werden die zugeschalteten Blitze Slave (Sklave) genannt, wobei es verschiedene Slave - Modi gibt. Master kann nicht jeder externe Blitz, wohl aber die eingebauten Miniblitze der teureren Nikons:


Um ein versehentliches Verstellen der Einstellungen / Modi über das  Wahlrad zu verhindern, kann man die Bedienelemente über einen kurzen druck auf den On - Taster sperren. Im Display sieht man dann unten rechts als Sperrsymbol ein stilisiertes Vorhängeschloß:


Auf den ersten Blick meint man wegen der ähnlichen Symbole, die Modelle Di700 und Di866 hätten ähnliche Steuerung, aber weit gefehlt. Der Di866 wird anders bedient, auch weil er sehr weitreichender konfigurierbar ist. Schon von daher sieht man den professionelleren Anspruch dieses Modelles, von der mit Leitzahl 60 nochmals höheren Leistung einmal abgesehen. Im Übersichtsbild ganz oben sieht man übrigens, daß der Di866 einen zuschaltbaren winzigen aber hilfreichen Zweitreflektor hat. Damit kann man zusätzlich zur ausziehbaren Reflektorkarte Spitzlichter beim indirekten Blitzen generieren, oder z. B. Gesichter gezielt aufhellen. Dieser Minireflektor muß allerdings in seiner Intensität über das Menue gesteuert werden. Es ist also eher ein "dummer", aber doch hilfreicher, Zusatzblitz. 
Hier aber die Rückseiten mit den Übersichten:


Unten wenige Beispiele für die wirklich sehr viel höhere Konfigurierbarkeit. Praktisch jeder Modus bietet Untermenues und es gibt ein (hier nicht abgebildetes) Haupt - Einstellungsmenue, welches der Di700 schon mal gar nicht hat:



Alleinstellungsmerkmal des Di866, ist die sich drehende Darstellung bei Hochformataufnahmen:


Hier noch ein Vorstellungs - Video zum Di700, vom Importeur selbst:

Hapa Team - Nissin Di700

Ausnahmslos alle aktuellen Nissin Geräte sind übrigens sehr gut verarbeitet und wirken wirklich stabil. Das habe ich bei Sunpak z. B. auch anders erlebt und auch ein Metz 52 AF-1 wirkte nicht mehr so gut verarbeitet wie noch die Vorgänger 48 oder 50.

Auch die älteren und kleineren Modelle sind daher empfehlenswert. Die etwas rückständig wirkende Bedienung ohne Display, mit Tastern und LED, ist sehr einfach erlernbar und narrensicher. Hier mal der sehr kleine Di466 und der normal große Di622 im optischen Vergleich.
Auf der Rückseite geht es sehr ähnlich zu, der 622 kann aber einen zusätzlichen Modus. Der Reflektor des 466 ist nur neigbar, nicht schwenkbar. Dafür hat der 466 ein Batteriemagazin, der 622 nicht. Beide haben Diffusor und Reflektorkarte, sowie Motorzoom. Beide haben leider nur einen Plastikfuß:


Hier der flexiblere Di622 - Reflektor. Und man erkennt, daß der kleine Di466 kein AF - Hilfslicht besitzt, welches aber natürlich jede Nikon DSLR sowieso hat:


Der kleine Di466 passt in jede Jackentasche oder weitere Hosentasche. Er ist leistungsstark, hält mit vier AA - Batterien sehr sehr lange durch und bietet wirklich sehr viel mehr als die dagegen ärmlichen Metz 24 und 36, oder ein sehr einfacher Sunpak PF30x. Diese haben allesamt nicht einmal Motorzoom. 
Der 622 ist größer, stärker und kann noch etwas mehr, er ist aber auch schwerer.
Vor dem Kauf sollte man sich über die Kompatibilität zur jeweiligen Kamera kundig machen. Leider können die meisten Nissin (außer etwa dem Di866) nur beim deutschen Importeur "Hapa - Team" mit Firmware Updates versorgt werden und neuere Nikons funktionieren also nicht unbedingt umfassend. Da hat man dann mit Metz oder Nikon Blitzgeräten dank einfach möglicher Updates bessere Karten.
Hier noch ein Blick auf die angesprochenen Batteriemagazine. Drei unserer Nissins haben solche, bloß der Di622 nicht. Man kann sie einzeln nachkaufen und dann mit Batterien oder Akkus bestückt mitführen, wobei die Magazine des großen 866 und kleinen 466 kompatibel sind. Evtl. lohnt sich also der Kauf eines winzigen defekten Di466 um an ein Ersatzmagazin für den großen Di866 zu kommen
Die Batterien kommen übrigens lobenswerterweise alle gleich herum in das jeweilige Magazin, wo man beim Beladen eines Blitzgerätes selbst meist abwechselnd drehen muß:


Hier sieht man, daß der Di700 (links) wirklich etwa so groß wie mein hoch professioneller Nikon SB-900 ist (rechts). Der Di866 wirkt dazwischen etwas zierlicher, ist aber auch schon ein schönes Teil:


Die drei Blitzgeräte tun sich in der reinen Blitzleistung kaum etwas nehmen. Von Nissin gibt es ja auch noch den teuren Superblitz MG8000 Extreme. Der basiert bis auf den Reflektor auf dem Di866, ist aber eine Lichtkanone mit Lüftungsöffnungen, prädestiniert für Dauerfeuer.

Ciao

Nachtrag vom 07.10.2014:

Der Di700 ist ansich gut, hat aber eine lange erste Ladezeit nach längerem Nichtgebrauch. Und er fiept dabei hörbar. Ersteres und, daß er keinen Masterbetrieb bietet, haben mich zum neuerlichen Kauf eines Di866 MarkII bewegt. Der große 866 ist letztlich doch das bessere Nissin Modell.

Sonntag, 6. Juli 2014

D3200

Jupp, habe doch wieder gewechselt. Zwar nur die Ersatzkamera, aber immerhin. Die D3000 konnte die gestellten Aufgaben super erledigen und außer an Auflösung und High ISO hat es an kaum etwas gehapert. Warum dann der Wechsel? Weil sie sehr langsam war, was die Bildkontrolle anging. Es dauerte jedesmal lang, bis man das Foto kontrollieren konnte. Egal mit welcher Karte, daran liegt es nicht. Das könnte man ja ändern. Es liegt leider am Prozessor, der dann folgerichtig in der Nachfolgerin D3100 gegen einen leistungsstärkeren getauscht wurde. Niemand will lange warten bis man das Foto im Display sieht, auch nicht der Käufer der damals billigsten Nikon DSLR.
Dank eines günstigen Sofortkaufes in Ebay wurde es aber eine D3200, also die Nach - Nachfolgerin der 3000:



Wer sich ein wenig mit Nikon auskennt sieht sofort, daß auch die 3200 konsequent den Weg der sehr kompakten und natürlich auch abgespeckten Kamera weiterführt, den die selige D40 damals einschlug. Die äußerlichen Unterschiede zur D3000 sind daher auf der Vorderseite sehr gering, obwohl ja noch die 3100 dazwischenliegt:


Hinten dominiert bei beiden ein schönes und großes 3" Display, das bei der 3200 allerdings mit 921.000 Pixeln aufgelöst ist und damit dem der D90/300/700 usw. entspricht. Das Display der 3000 schafft, genau wie später noch bei der 3100, nur 230.000 Pixel Auflösung. Selbst diese sind aber für eine Beurteilung durchaus schon ausreichend. Unscheinbar, aber schon seit der D3100 ungemein hilfreich ist das Daumenpad hinten rechts. Bei der D40/60/3000 gab es dort leider bloß nacktes Plastik. Das Pad vermittelt deutlich mehr Griffigkeit.


Auch oben kaum Unterschiede, außer ein wenig im Design. Natürlich hat die 3200 zusätzliche Taster für LiveView hinten und für Video oben, weil es beides an der D3000 noch nicht gab.


Der Vergleich mit meiner D610 vermittelt auf Fotos leider nicht so den Unterschied den man dann in der Hand verspürt. Nicht nur wegen dem Schulterdisplay, auch wegen mehr Tasten und Schaltern, größerem Sensor/Spiegelkasten und dem eingebauten AF-Motor, muß die 610 natürlich ein gutes Stück größer und wegen Magnesiumteilen auch schwerer sein.


Die D3200 betreibe ich vorerst mit dem unstabilisierten Tamron SP AF 17-50mm f/2,8 Asph. ED XR DiII, dem stabilisierten Sigma AF 18-125mm f/3,8-5,6 DC OS HSM und dem Nissin Di866 Professional Mark II.


Ciao