I am Henning

Sonntag, 22. Juni 2014

D3000 Zwischenbericht

Meine Zweit-, Backup- und Not-Kamera zur D610, die Nikon D3000, macht ihre Sache ganz gut. 
Die Bildqualität ist ausreichend gut (ISO 200 - 400) bis sehr gut (ISO 100), aber über ISO 800 wird das Rauschen dann unangenehm. Für die allermeisten Aufgaben reicht es aber weit aus, wenn draußen gutes Licht herrscht, oder man innen den Blitz bei bis ISO 400 benutzt.
Die technischen Einschränkungen des kleinen Modelles sind bekannt und wurden vorher bedacht. Selbst an den kleinen und dunklen Sucher gewöhnt man sich, auch wenn man den Vollformatsucher der D610 gewohnt ist. Der AF der Kamera ist ausreichend schnell und genau. Der eigentliche Flaschenhals hierbei, ist nämlich das Kit-Objektiv AF-S DX 18-55mm, egal ob es das Modell mit oder ohne VR ist. Problem ist hier jeweils der einfache und anscheinend überforderte Ringmotor, der den gesamten vorderen Tubus drehen muß, weil es kein IF (Innenfokus) Objektiv ist. Trotz geringerer Nahgrenze, ist da z. B. das 18-105mm letztlich die deutlich bessere Wahl. Noch günstiger sind gebraucht ein älteres und sehr scharfes AF-S 18-70mm, oder das etwas jüngere AF-S 18-135mm zu bekommen. Beide dann allerdings ohne VR. 

Mein AF-S 18-70mm hatte ich meiner Stieftochter geschenkt und dafür dann wieder das Sigma AF 18-200mm 3,5-6,3 DC OS HSM verwendet. Das wiederum konnte meine Frau aber besser an der D80 gebrauchen, so daß ich im Tausch ihr Sigma AF 18-125mm 3,5-5,6 DC OS HSM übernahm, welches ich schon an der D300 hatte. Beiden Sigmas gemein ist eine wirklich sehr gute Verarbeitung samt Metallbajonett, sowie effektiver Stabilisator und recht schnller AF. Trotz HSM (Hyper Sonic Motordrive), dreht sich leider der Fokusring mit, was aber bloß Gewöhnungssache ist.

Nachteilig an der kleinen und leichten D3000, ist das relativ hohe Gewicht der beiden Sigmas, gepaart mit deren nicht zu knapper Baulänge und Breite. Die D3000 mit ihrem kleinen Griff wird so ziemlich schnell kopflastig, was auf Dauer unkomfortabel bis richtig ermüdend ist und auf die Handgelenke geht. 
Verwendet man ein Blitzgerät, wird das noch etwas extremer, denn dann wird es sogar zur Seite hin kippelig. Zugegeben sind meine Blitzgeräte Nikon SB-900 und Nissin Di866 auch etwas groß für die kleine Kamera und eigentlich für die ja relativ große und sehr griffige D610 gedacht. Aber selbst mit dem relativ kompakten Metz 48 AF-1 an der 3000 ist es dann auch nicht viel besser.

Daher mußte ich mich doch entschließen einen Batteriegriff für die kleine Kamera anzuschaffen. Weil Nikon für alle 3000'er und 5000'er dahingehend immer noch nichts anbietet, mußte es ein Fremdhersteller sein. Nach kurzer Recherche in Ebay und Amazon erwarb ich über Ebay in Polen (FotoTip) einen günstigen chinesischen MeiKe Batteriegriff. MeiKe, Phottix, Ansmann und andere haben in etwa die jeweils gleiche Qualität, stammen evtl. sogar alle aus dem gleichen Werk. Es gibt noch andere und billigere Modelle, die aber schlecht verarbeitet und etwas unförmig gestaltet sind. Ich hatte ein solches Ding mal an der alten D40. Z. B. schiebt man dort mit einem Extraschalter eine IR-Leuchte aus, um dann den IR-Sensor der Kamera anzusteuern. Beim MeiKe ist vorn eine Leuchte fest integriert. 

Wer sich gerade fragt was das soll, es geht bei Nikon nicht anders. Nikons kleinste Modelle haben keinen Anschluß für Fernauslöser, wohl aber einen IR-Sensor für eine IR - Fernbedienung. Dazu kommt das Problem, daß Nikon keine Batteriegriffe vorgesehen hat und somit keinerlei Kontakte unterhalb der Kamera oder im Betteriefach des Griffes sind, die einen Auslöser ansteuern könnte, wie es bei den großen Nikons der Fall ist.
Bei den, oder einigen, 5000'er Nikons hat man einen Fernauslöseranschluß, so daß man sich mit einem mitgelieferten kurzen Kabel vom Griff zur Kamera behelfen kann. Nicht sehr schön und gewöhnungsbedürftig, aber man muß an der Kamera nichts weiter einstellen. 
Bei den 3000'ern, oder zumindest bei der D3000, geht das nicht. Da muß man die Kamera auf IR-Auslöser umschalten und dann wirkt der Auslöser des Batteriegriffes über die IR Schnittstelle auf die Kamera. Ich hoffe das war einigermaßen verständlich formuliert. Warum Nikon sich immer noch weigert, auch die kleinen Kameras mit Batteriegriffen zu beliefern ist mir ein Rätsel. Gerdae heutzutage wäre es bei den LiveView Kameras mit kleinen Akkus sehr schön, einen Zweitakku im Batteriegriff mitzuführen. Mal ganz ab von dem Wiederspruch zwischen kleinen Handgriffen und großen Objektiven.

Das alles ficht mich aber eher nicht an, denn als Hochformatgriff will ich den gekauften Batteriegriff nicht verwenden. Nicht mal als Kapazitätsverdoppler der Akkus. 
Er soll im Grunde bloß den Griff verlängern und mit seinem zusätzlichen Gewicht unterhalb der Kamera das Handling und den Schwerpunkt verbessern. Insgesamt werde ich die kleine Kamera so mit dem schweren Objektiv deutlich besser halten können. Mit Blitz sowieso. Wenn der Griff da ist, melde ich mich mit Fotos an anderer Stelle.

Ciao

Nachtrag vom 27.06.2014

Durch ein günstiges Angebot bei Ebay habe ich mich zum Kauf einer D3200 entschlossen. 24MP bei gleicher Gehäusegröße und erst 800 Auslösungen waren dann ein Wort und sehr viel schneller ist sie auch noch als die 3000. Ich hoffe das Sigma 18-125mm wird dem hochaufgelösten Sensor gerecht, die Pixeldichte ist ja enorm dichter als bei der D610 etwa. Da die D3200 die 3000 als Ersatz, Not und Backup Kamera ersetzen wird, sollte es aber definitiv kein weiteres Objektiv geben. Ich hoffe daher, daß das klappt.

Ciao

Montag, 16. Juni 2014

Sigma AF 105mm f/2,8 EX DG Macro

Das Sigma wollte ich schon fast wieder verkaufen. Nicht weil es ein schlechtes Objektiv ist, ganz im Gegenteil. Aber ich bin ja nicht der Festbrennweiten-Typ vor dem Herrn und von daher wird solch ein Glas bei mir leider eher sehr wenig eingesetzt. Wenn ich es aber mal verwende, ist es ein traumhaftes Glas mit wirklich geiler Schärfe und wunderbarem und samtweichem Bokeh:


Das Sigma gibt es schon länger in Sigmas Reportoire und ich habe die zweite Version davon, die sich von der ersten bloß durch ein anderes Design unterscheidet, während die dritte und neueste Version einen Stabilisator (OS) hat. Die erste Version hatte ich damals an der Sony Alpha 700 und war hochzufrieden, weshalb ich nun auch ein Exemplar für die Nikon D610 habe. Das Sigma ist ein Vollformatobjektiv und benötigt für AF eine Kamera mit internem AF - Antrieb. Makroexperten stört das nicht weiter, da sie in aller Regel sowieso manuell scharf stellen. 
Mancher meint, der AF wäre grottenlangsam. Ist er aber eigentlich nicht, sondern einfach nur speziell für Makros prädestiniert. Makros sind nicht völlig reine Makros, also nicht bloß für den absoluten Nahbereich fokussierbar, sondern halt auch im Alltag bis Unendlich. Im Falle des Sigma von knapp 31cm bis Unendlich. Dazu kommt eine ganz andere Übersetzung/Gewindesteigung, um im Nahbereich äußerst feinfühlig fokussieren zu können, denn die Schärfeebene wird um so kleiner, je größer der Abbildungsmaßstab wird. Ich bin kein wirklicher Makro - Fotograf, weswegen ich mich nicht weiter über das Objektiv auslassen möchte. Aber nur noch so viel, es kann weit mehr als reines Makro und ist vielmehr auch ein superscharfes leichtes Tele für alle möglichen Anwendungsgebiete:

Die zwei Versionen ohne Stabilisator bekommt man für rund 200,- Euro gebraucht in Foren, auf Ebay sollten 230 - 250,- Euro veranschlagt werden. Version 1 hat eine silbergraue Oberfläche, während Version 2 eine dunklere fast samtartige Oberfläche hat, beide sind eher empfindlich. Version 1 hat eine runde Gegenlichtblende aus Metall, Version 2 eine runde Gegenlichtblende aus Kunststoff. Die stabilisierte Version 3 hatte ich nie in der Hand und kann daher dazu nichts schreiben

Ciao

Fotodiox PRO Grip NK-V1 aus den USA

Systembedingt hat die V1 einige Besonderheiten und kleinere Probleme. Besonderheiten wie umständlich über das Menue einzustellende Aufnahmemodi, oder Probleme wie vergleichsweise zeitiges Rauschen und recht wenig Auflösung. Das weiß man vorher oder kann sich daran gewöhnen. 
Nicht gewöhnen konnte ich mich an den strukturarmen und daher etwas rutschigen Body, weswegen eine Handschlaufe das Erste war was ich anbrachte. 
Gleichzeitig schaute ich mir auf Ebay und Amazon den originalen Nikon Handgrifff GR-N1000, sowie ein paar chinesische Modelle an. Alle waren recht hübsch und wahrscheinlich auch sehr griffig oder zumindest hilfreich. Aber alle hatten auch durchweg ein Problem: Man muß sie allesamt abschrauben um den Akku oder bloß mal die Karte zu entnehmen oder zu tauschen.

Durch eine Verkaufsanzeige einer V1 samt Griff kam ich auf den dort erwähnten "Fotodiox PRO Grip NK-V1" aus den USA. Dieser ist erstens in seinen wesentlichen Teilen komplett aus Metall (Aluminium). Zweitens (und das war mir nochmal viel wichtiger) ist er im Bereich des Akkudeckels komplett offen. Das heißt, man hat mit angeschraubtem Griff  jederzeit Zugriff auf Akku und/oder Speicherkarte. Das hatte ich so schon einmal bei einem ledernen Halbetui gesehen und finde es schlicht genial.

Die Nikon Originalversion ist wieder mal teurer und kostet alleine bei Amazon ab 74,89 Euro. Das bessere Fotodiox Pendant kostet umgerechnet gerade einmal 29,52 Euro und die Firma versendet zu ganzen 9,56 Euro (International Economy & AK, HI, Puerto Rico). Es geht also um rund 40,- Euro für den besseren Griff, statt fast 75,- Euro für das unpraktischere Original. Bezahlen kann man z. B. über Paypal oder Kreditkarte, versendet wird quasi sofort. 

Flaschenhals bei der Lieferung war wieder einmal eines der Internationalen Postzentren (IPZ), diesmal in Frankfurt. Dort lag es laut Sendungsverfolgung (jawohl, gibt es auch zu den geringen Versandkosten) geschlagene 12 Tage, wurde dann 2 Tage lang weiterverbracht und lag anschließend offiziell nochmals zwei Tage lang im Zustellfahrzeug (DHL). Anschließend wurde es in der weiteren Nachbarschaft falsch zugestellt (Hausnummer 37 statt 47 und komplett falscher Name). 
Die freundlichen chinesischen (!!!) Nachbarn brachten es uns dann am gestrigen Sonntag vorbei. Fassungslos laß ich nun heute in der Sendungsverfolgung, daß es Samstag an Empfänger (orig.) zugestellt worden sei, während Sonntag da noch stand es befinde sich im Zustellfahrzeug. Dieses nicht gerade kleine Ärgernis aber nur mal bloß am Rande. Letztlich kam es dann ja doch irgendwie nach Insgesamt 18 Tagen hier an. Über Ebay in China oder Indien bestellten Waren brauchen manchmal 4 - 6 Wochen. Und ich hatte dazu noch Glück, daß das Paketchen beim Zoll wohl, warum auch immer, diesmal durchgewunken wurde, während ich neulich noch bei zwei getrennt in Ebay - USA gekauften, gebrauchten Objektiven jeweils zum Zoll mußte um halt Zoll plus Einfuhr - Umsatzsteuer zu entrichten.

Eine wirkliche Warenverpackung gibt es nicht, man bekommt ein kleines Postpaket mit noch kleinerem, stabilem Karton darin, in dem sich der in klarer Plastiktüte steckende Griff befindet, sowie ein Lieferschein. Genau wie die Kamera und der Oroginalgriff, ist auch der Fotodiox sehr puristisch und auf das wesentliche konstruiert und designt. Unterseite und Rückseite des Griffes sind mit samtartigem Stoff unterlegt, um Beschädigungen wie Abrieb zu vermeiden:



Der Griff samt Unterplatte paßt wie angegossen. Trotz optischer Spalten schmiegt er sich an und es steht nichts störend über. Der Qualitätseindruck ist sehr sehr gut, er ist sehr solide, stabil und überaus sorgfältig hergestellt worden. Im ersten Foto sieht man wunderbar die wirklich sehr hilfreiche Auflage für den Mittelfinger. Die optisch großen Spalten im dritten Foto sind wirklich bloß optisch und quasi nicht spürbar. Im letzten Foto sieht man anhand der Unterseite, wie stabil und wertig das Ganze ausgeführt ist. Daß der Stativanschluß wegen der Verschraubung nicht mehr in der optischen Achse liegt, hat mich schon an anderen Kameras nie gestört:





Der Zugang zur Karte liegt tief, ist aber völlig problemlos erreichbar und die Klappe läßt sich mit einem Finger sehr leicht öffnen. Das ist einfach nur vorbildlich und Nikon sollte sich einmal eine Scheibe davon abschneiden:



Der Griff selbst ist sehr ergonomisch. Wie schon erwähnt liegt der Mittelfinger sehr gut oben auf und auch die übrigen Finger finden sehr guten Halt weil der Griff  eine hilfreiche Hohlung hat:


Ein wirklich mal richtig tolles Produkt also. Dazu auch noch weit günstiger als das Original, denn es kostet ja mitsamt Versand aus den fernen USA gerade einmal etwas über die Hälfte davon.

Ciao

Freitag, 13. Juni 2014

D3000 mit Nikon AF-S DX Nikkor 18-70mm f/3,5-4,5 G IF-ED

An der ehemaligen D3000 meiner Frau, die ich vor Tagen gegen meine eigene D80 ertauscht habe, fehlte mir ein passendes Objektiv. Denn leider hatte der Verkäufer der D80 erst ein falsches Objektiv dazugepackt und danach auch noch ein defektes zugesandt. Da die 3000 keinen AF - Antrieb eingebaut hat, mußte es aber wieder ein Objektiv mit eingebautem Motor sein. Weil ich früher schon mal zwei dieser Exemplare hatte, viel mir schnell wieder das o. a. AF-S 18-70mm ein. Alternativ suchte ich aber auch nach einem günstigen 18-135 oder 18-105mm VR.

Das 18-70mm Objektiv ist in der Nikon Geschichte eigentlich sogar etwas besonderes, denn es war damals das allererste DX - Objektiv. 
DX bedeutet bei Nikon, daß es auschließlich für den 1,5 mal kleineren Bildkreis der damaligen Nikon DSLR und heutigen Nikon DX DSLR konstruiert und gerechnet wurde. 
Als die ersten DSLR herauskamen waren Sensoren noch immens teuer und man beschränkte sich daher auf die bis heute gültige DX Größe, die bei anderen Herstellern z.  B. APS-C heißt und (auch bei Nikon je nach Sensor) um Millimeter variiert. Das hieß damals aber, daß die ersten DSLR mit Objektiven vorlieb nehmen mußten, die für das analoge Kleinbild gerechnet waren. Das hatte beim Tele Vorteile, denn aus einem 200mm wurde wegen dem Multiplikator (Cropfaktor) 1,5 ein 300mm. Aber beim Weitwinkel wurde so auch aus einem damals gängigen 24mm ein 36mm und so gab es erstmal keine echten Weitwinkel für digitale Spiegelreflexkameras außer alte und sauteure Fisheye - Objektive oder vielleicht ein AF 20mm.
Daher erklärt sich auch weshalb etliche Objektive ausgerechnet mit 18mm als Anfangsbrennweite auftauchten. Das sind mit Cropfaktor 1,5 dann 27mm und entsprechen so weitestgehend den Sehgewohnheiten durch die damals gewöhnlichen 28mm aus den zeitgenössischen 28-70mm - 28-300mm Zooms. Man wollte dem Kunden also gewohntes auch bei der digitalen Fotografie bieten. 24 und 28mm sind übrigens bis heute die weitwinkeligen Anfangsbrennweiten, aber heute halt beim digitalen Vollformat. Nach und nach kamen bekannte Objektive wie das, in mittlerweile vierter Generation hergestellte und in zweiter Generation stabilisierte 18-55mm (VR), das 18-135mm, 18-200mm VR und das immer noch sehr beliebte 18-105mm VR heraus. Dann irgendwann die verschiedenen Superweitwinkel, oder der quasi Nachfolger des 18-70mm, das 16-85mm VR.

Das Objektiv ist für ein Kitglas mit Sorgfalt konstruiert, auch wenn andere da manchmal leider sehr gegensätzlicher Meinung sind. Alle Kritik bezieht sich aber fast immer bloß auf den Umstand, daß der doppelt auszoomende Tubus bei vielen Exemplaren irgendwann zum Wackeln neigt. Außerdem bekritelt mancher eine wellenförmige Verzeichnung.
Dabei bietet das Glas viel positives. Das Objektiv hat einen echten und sehr schnellen Ultraschall - AF-S mitsamt Rutchkupplung zum händischen Eingreifen, nicht den einfachen Ringmotor eines 18-55mm. Es ist damit deutlich schneller als z. B. das viel neuere und immer noch aktuelle 18-105mm. Es hat ED Glaselemente und Innenfokussierung, was beides wiederum nicht vom 18-55mm VR geboten wird. Es bietet ein und ausgezoomt mehr Offenblende als das 18-105mm. Der Korpus entspricht etwa der Qualität eines 18-200 oder 16-85mm und liegt damit zwei Klassen über den 18-55 und mindestens eine Klasse über dem 18-105mm. Es hat nicht nur Metallbajonett, sondern auch noch eine Dichtmanschette darum, um das Spiegelgehäuse und das Objektivinnere gegen Staub und Spritzwasser zu schützen. Ein Feature, das man so auch erst ab dem sehr teuren 16-85mm oder dem FX Objektiv 24-85mm VR bekommt. Man bemerkt also wirkliche Sorgfalt und könnte meinen, daß Nikon mit Objektiven für den "kleinen" Sensor nicht den Eindruck von Billigheimern aufkommen lassen wollte. Seit einiger Zeit scheint das aber auch nicht mehr so wichtig zu sein, denn Gläser wie die 18-55mm oder 55-200mm strotzen nicht gerade vor Stabilität, mit Kunststoffbajonett und sehr leichten und dünn wirkenden Bodies.

Hier das sehr gut zur D3000 passende, weil schön kompakte Objektiv an der Kamera. Falls man ein Exemplar ohne Gegenlichtblende erwischt, ist für Ersatz schnell gesorgt. Es ist die beim 18-105mm und anderen gleichfalls verwendete HB-32 Geli, die man als guten Nachbau für sehr kleines Geld bekommt:

Voll ausgefahren ist der erwähnte Doppeltubus nicht sehr lang. Beim 18-105mm ist er länger, wackelt allgemein aber weit weniger:

Man erkennt schwach die abdichtende Gummimanschette um das verchromte Metallbajonett:

Kenner sehen sofort die qualitative Verwandschaft etwa mit dem 18-200 oder 16-85mm, trotzdem ist es ein eher leichtes Objekiv:

VR wäre zwar auch schön, aber für die paar Aufgaben (sie ersetzt ja die D80 als Notkamera) ist das schon eine schöne Kombi.

Der fehlende VR sorgt übrigens für sehr geringe Preise, die Gläser bekommt man in Foren für etwa 70 - 80,- Euro, über Ebay etwas teurer. Dabei sollte man normalerweise immer nachfragen ob der Tubus arg wackelt. Das ist dann zwar nicht wirklich schlimm, aber doch unschön. Im DSLR Forum gibt es übrigens findige Menschen, die das reparieren können, weil sich allermeistens wohl innen irgendwo eine Schraube löst. Die paar Euro für die Reparatur lohnen, denn in aller Regel ist das Ding ein sehr scharfes Glas mit sehr schönen Farben und Kontrasten. Und so einen schnellen und leisen AF muß man für das heute wenige Geld auch erstmal bekommen

Ciao

Freitag, 6. Juni 2014

Blitzgerät SB-N7 für die 1 V1

Da die V1 kein eingebautes Blitzgeät hat, mußte ich nach externer Abhilfe suchen. Nikon schaffte leider unnötige Tatsachen, als die Firma einen speziellen Blitzschuh für die 1 erdachte. So läßt sich nicht einmal der sehr kompakte, aber recht leistungsstarke SB-400 an der V1 verwenden.

Nikon bietet für die 1 momentan zwei Blitzgeräte an. Den sehr kleinen, aber dreh und schwenkbaren SB-N5, der seinen Strom aus dem Kameraakku bezieht. Sowie den leistungsstärkeren, aber bloß vertikal schwenkbaren SB-N7, der mit AAA Akkus oder Batterien betrieben wird. Aus dem SB-N7 wurde später übrigens wohl der fast baugleiche SB-300 u. a. für die Coolpix P Serie entwickelt, dann natürlich mit dem altbewährten Nikon  Blitzfuß.

Wegen ganz guter Erfahrungen mit diesem SB-300 an der Nikon Coolpix P7700 und sogar an den großen DSLR, habe ich mich für den leistungsstärkeren SB-N7 entschieden und einen zwar weißen, aber sehr günstigen auf Ebay bekommen. 

Links unten sieht man die weiße Blitzfußabdeckung des Blitzes und die schwarze Blitzschuhabdeckung der Kamera. Alle Fotos wurden übrigens mit der D610, dem Blitzgerät SB-900 und dem alten Objektiv AF 28-200mm f/3,5-5,6 G IF ED gemacht:

Hier der komplett andere Blitzschuh:

Der Blitz funktioniert, bis auf Ausnahmen, exakt wie der fast baugleiche SB-300. Es gibt auch nicht mehr oder weniger Bedienelemente als beim Pendant. Hier die Rückseite mit dem Powerschalter und der Bereitschafts - LED. Gegenüber den Funktionen des SB-300 mit der P7700 gibt es übrigens eine Einschränkung. Der SB-300 schaltete sich sofort auf Standby, wenn die P7700 ausgeschaltet wurde. Der SB-N7 macht das an der V1 aber nicht, sondern geht erst irgendwann bei Nichtbenutzung in einen Standby-Modus:

Anders als beim SB-300, gibt es aber eine beigelegte und einfach anklemmbare Weitwinkel-Streuscheibe:

Wie beim 300 kann man auch am N7 den Reflektorkopf ganze 120° nach hinten schwenken. Die großen seitlichen Chromplatten haben übrigens keinerlei Funktion und müssen nicht etwa eingedrückt werden um den Blitzkopf zu entriegeln. Sie sind bloß Schmuckabdeckungen für das Scharnier:

Hier der filigran wirkende und gewiß auch empfindlichere Blitzfuß, der etwas an einen USB - Anschluß erinnert:

Und die sehr einfach zu bedienende, aber stabil wirkende, Batteriefachklappe für die zwei AAA Batterien oder Akkus:

Der SB-N5 wäre deutlich winziger und leistungsschwächer, wo der N7 ja schon keine Lichtkanone ist. Daher meine Entscheidung für diesen Blitz hier. Mein schwarzer SB-300 ist zurzeit verliehen und wird demnächst verkauft. Vielleicht mache ich aber vorher noch ein paar Vergleichsfotos

Im Zulauf für die 1 V1 sind immer noch ein Metall - Haltegriff aus den USA, ein GGS Schutzglas aus China, sowie ein silberfarbenes 1 Nikkor 10mm f/2,8 aus dem DSLR Forum. Das soll es dann aber auch an Zubehör für diese Kamera gewesen sein. Ein 10-100mm VR wäre sehr schön, ist aber wegen utopischer Preise selbst gebraucht kein Thema für mich.

Ciao

Nikon AF Zoom Nikkor 28-200mm f/3,5-5,6 G IF ED

Das genannte Objektiv hatte ich schon mal zur D700, aber wegen eines Mangels wieder zurückgeschickt. Sehr negativ aufgefallen war mir davor aber noch der elendig langsame AF. Nicht mehr erinnern konnte ich mich jetzt an die unglaublich kompakten Abmessungen dieses Objektives, in Relation zum Brennweitenbereich.
Das AF 28-200mm G ist eigentlich ein analoges Objektiv, also für die letzten analogen Einsteigerkameras gedacht. Genau deswegen kommt es leider leider auch mit Plastikbajonett daher. Mit dem Aufkommen der DSLR und vor allem mit Einführung der dann folgenden DX-Objektive, wurde es aber kaum noch beachtet und in 2006 von Nikon eingestellt. Ein ähnliches Schicksal teilt das sehr billig verarbeitete aber äußerst brillante Nikon AF Zoom Nikkor 28-80mm 3,3-5,6 G. Unerkannt gute Gläser in schaurigem Plastik haben damals wohl eher abgeschreckt. Und was an einer F55 bis F80 noch sehr gut abildete, wurde beim Erwerb einer D70 oder D50 dann schnell gegen supermoderne AF-S DX Gläser wie das 18-70mm ersetzt. Obwohl die ersten Consumer DSLR ja noch mit genau diesen analogen Objektiven ausgeliefert wurden. Aber laut Nikon waren die DX Gläser ja auch so super geeignet für die digitalen Spiegelreflexkameras. Aber dies ganze Drumherum ist Geschichte.

Obwohl er nach meinen eigenen und teils gegenteiligen Erfahrungen auch oft genug Unsinn schreibt, hat er hier wirklich mal Recht, der gute Ken Rockwell:

http://www.kenrockwell.com/nikon/28200g.htm 

Bei Nikon ist auch noch etwas darüber zu finden:

www.nikon.de 

Das 28-200mm bietet sehr sehr kompakte Abmessungen, die sich im Bereich eines ja eher zierlichen Nikon 18-55mm G ED bewegen. Und das dürfte in diesem Brennweitenbereich ungeschlagen klein sein:


Trotzdem wirkt es an der nicht gerade kleinen D610 nicht etwa mickrig und ist auch sehr solide verarbeitet. Allerdings wackelt der recht schmale Tubus etwas. Leider habe ich noch nicht die separat und teuer in England erworbene Gegenlichtblende bekommen, aber damit sollte es dann erst recht erwachsen aussehen:


Neben genannter sehr geringer AF - Geschwindigkeit, halte ich das Plastikbajonett für einen vermeidbaren Makel, wenn nicht gar Fehler. Es gibt genug Beispiele gebrochener oder ausgerissener Plastikbajonette. Auf Ebay sah ich solche Objektive von Nikon oder auch Olympus. Sicherlich lagen da in der Regel Anwenderfehler zugrunde, aber ich weiß ja nicht ob Metall am Bajonett dann so sehr viel teurer wäre. Mal ganz davon ab, wirkt ein Metallbajonett auf mich doch immer kompetenter und vertrauenerweckender und ich weiß nicht warum man so offensichtlich herzeigen muß, daß man bei der Produktion sparen wollte:

Trotz alledem soll das 28-200mm G ED ein über den ganzen Brennweitenbereich sehr scharfes Objektiv mit geringer Naheinstellgrenze von 44cm bei Brennweite 200mm sein. Ob das so ist, werde ich ja feststellen. Die Nikon Alternative 28-200mm D ist optisch ein wenig schlechter und genau wie das auch nicht so schlechte Tokina AT-X 24-200mm deutlich schwerer und größer, wobei das Tokina sogar ausdrücklich digital geeignet ist und das erste Superzoom mit Anfangsbrennweite 24mm war. Von Sigma und Tamron gibt es ebenfalls verschiedene analoge AF 28-200mm, die aber optisch vor allem am langen Ende bei 200mm nicht mithalten können und schon ab 150mm deutlich schwächeln. 
Hauptgrund für das sehr gute optische Verhalten des 28-200mm G ED sind gleich drei ED - Glaselemente, während andere ED Objektive meistens bloß eins und manchmal zwei Elemente enthalten. 
ED heißt "Extra low Dispertion" und bedeutet höchstmögliche Vermeidung von Chromatischer Aberration (Farbsaumfehler) und anderer optischer Fehler. Bei anderen Herstellern gibt es ähnliche Bezeichnungen, die aber das gleiche bedeuten (LD, SD, etc.).
Dazu hat es außerdem noch drei asphärische Elemente, die u. a. Randunschärfen sowie Verzeichnungen korrigieren und vermeiden. Nikon hat sich also trotz des eher geringeren Preises wohl alle Mühe gegeben, ein sehr gutes Superzoom hinzustellen. Vielleicht auch gerade wegen den eher schlechten Ergebnissen der Fremdhersteller, die den Ruf von Superzooms bis heute nachhaltig negativ prägten (Stichwort - Suppenzoom).

So, ich habe gerade mal schnell zwei Testaufnahmen gemacht. Beide bei 200mm und im Nahbereich um 44cm. Einmal Offenblende 5,6 und einmal abgeblendet auf 7,1. Offenblendig ist es minimal weicher und neigt in Ansätzen zu wirklich minimalen Farbsäumen, ist dabei aber immer noch brillanter und unauffälliger als alle anderen Superzooms die ich bisher hatte. Das Teil ist zudem wirklich superscharf und damit ein absolutes Immerdrauf für Vollformat, mit sehr gutem Brennweitenbereich. Was fehlt, wenn man ein 24-85mm VR gewohnt ist, ist alleine der Stabilisator. 
Die Beispielbilder sind in keinster Weise irgendwie bearbeitet, lediglich ausgeschnitten. Man sieht also, daß auch Farben und Kontraste absolut stimmen und es sich um ein optisch sehr hochwertiges Objektiv handelt. 
Man bedenke unten bitte, daß es sich hier um eine von mir gepflanzte Walderdbeere im Balkonkasten handelt, deren ausgewachsene Früchte bloß etwa 1cm klein sind. Trotzdem schaffen das Objektiv und ja auch die Kamera alle Details.
Ein Ausschnitt. Offenblendig bei f/5,6:

Hier das Original:

Und hier abgeblendet auf moderate f/7,1 (Ausschnitt), darunter ebenfalls das komplett unbearbeitete Originalfoto (JPEG):


Und auch bei 28mm macht es eine sehr gute Figur, ist scharf, brillant, farbenfroh und keineswegs kontrastarm:



Heute Nachmittag hat es mich an der D610 auf den Friedhof begleitet und wo Licht ist, ist auch Schatten. Nichts großartiges, aber es gibt halt auch etwas zu bemängeln. 
Der AF ist teils nervös und liegt manchmal daneben, findet keinen richtigen Halt. Ich muß mal sehen wie man das anders machen kann, oder was die Ursache seiner Irritationen ist. Es kommt nicht oft vor, aber bei dem Kreuz unten hat er doch etwas gebraucht um dann allerdings exakt scharfzustellen. Und bei unruhigem Hintergrund ist das Bokeh leider auch entsprechend unruhig:



Das ist bei ruhigerem Hintergrund natürlich besser und so muß man sich halt darauf einstellen. Wieder auftrumpfen tut es dann bei 28mm, denn auch da bietet es Details, Kontraste, hohe Dynamik und sehr schöne Farben:

 Ciao

Nachtrag, 07.06.2014:

Die originale Gegenlichtblende ist jetzt auch da:

Und die zwei Schalter habe ich noch nicht erwähnt. Der linke verriegelt den Zoom bei 28mm und verhindert das eigenmächtige Ausfahren des Zooms (was es auch tut). Und der rechte Schalter limitiert den Entfernungsbereich auf Wunsch auf 60cm bis Unendlich. Der Weg von 60cm zum Anfang bei 44cm ist nämlich sehr lang und mit ein Grund für den langsamen AF:




Nachtrag vom 29.11.2014:

Hier noch Fotos von der Kasseler Wilhelmshöhe. Es war brütend heiß und daher nahm ich die 610 ohne BG und auschließlich mit dem sehr leichten 28-200mm G mit:

Kasseler Wilhelmshöhe

Ciao