I am Henning

Samstag, 31. Mai 2014

Nikon 1 V1

Ansich eine sehr gute Kompaktkamera ist mir der AF der Nikon Coolpix P7700 langsam gehörig auf den Geist gegangen. Zwar kommt man irgendwie zurecht, aber Schnappschüsse kann man vergessen. Es dauert einfach elendig lange und die AF Geschwindigkeit liegt auf dem Niveau einer Kompakten der 90'er Jahre. Am langen Ende pumpt er auch ziemlich und trifft oft nicht mehr.

Die Tage war es dann soweit und ich hatte genug. Im DSLR Forum sah ich eine gebrauchte Nikon 1 V1 zu 200,- samt 1 Nikkor 10-30mm und wollte mich auf Amazon etwas darüber informieren. Dort sah ich dann das gleiche Paket mit zusätzlichem Ersatzakku für 175,- Euro und bestellte sofort dieses Gebrauchtgerät.
Heute kam es unerwartet früh an:

Die Kamera ist bis auf vereinzelte Stäubchen auf dem Gehäuse im Neuzustand. Sie ist mir auf den ersten Blick sympathisch gewesen, was an der puristischen Anmutung liegen mag, die mir ja auch bei der uralten Canon T80 so gefiel.
Die Kamera hat wenige Bedienelemente und viele glatte Flächen. Sie läßt sich eigentlich gut halten, aber nicht auf Dauer. Ich habe sofort eine Handschlaufe angebracht, weil der dünne Steg vorne keinen echten Handgriff ersetzt. Die Verarbeitung ist sehr gut, etwa vergleichbar mit meiner damaligen Olympus E-PL2. Auch die Größe haut in etwa hin. Großer Vorteil der 1 V1 ist hier der eingebaute elektronische Sucher, den man aufsteckbar für die E-PL2 teuer hätte zukaufen müssen. Dafür könnte die Olympus aber in der Bildqualität weiter vorne liegen. Diese liegt nämlich wenig über der einer Coolpix P7700. Wo es bei dieser schon ab ISO 400 durchaus merklich rauschen konnte, geht es bei der 1 erst ab ISO 800 los und soll ab 1600 dann störend sein. Der Sensor ist halt zu wenig größer als an einer Kompakten, als daß man überraschend gute Resultate bekäme. Dafür habe ich sie aber auch nicht gekauft. So wie ich die P7700 ganz klar als das sah was sie ist, nämlich als Kompakte, so sehe ich die 1 als Kompakte mit Wechselobjektiven. Keine von beiden soll oder sollte je DSLR Alternative sein. So ist man auch nicht negativ überrascht über die Bildqualität. Eine Kamera mit solch einem kleinen Sensor kann bei heutiger Sensortechnik niemals bessere, nicht mal annähernd gleiche Bildqualität wie eine APS-C DSLR liefern. Vom vollen Kleinbildformat meiner D610 ganz zu schweigen. Und damit meine ich nicht mal das Rauschen, sondern auch weniger Freistellungsmöglichkeiten und frühzeitige Beugungsunschärfen etc....

Das eingefahrene Objektiv ist relativ kompakt, aber entriegelt und ausgefahren dann doch ganz klar halt ein Zoomobjektiv:


Das Display ist sehr groß, klar und scharf. Ich habe sofort ein GGS - Schutzglas bestellt um den sehr guten Zustand zu erhalten. Die wenigen Bedienelemente sind teils sehr klein, aber doch gut bedienbar. Die Daumenauflage ist sehr wichtig, weil es vorne keinen Griff gibt. 

Ich habe Abhilfe gesucht und in Übersee einen metallenen Griff gefunden, dessen Unterplatte entgegen dem Original und anderen Nachbauten im Bereich der Akkuklappe offen ist und so mit angeschraubtem Griff Karten und Akkuwechsel erlaubt. Ich hoffe er ist nicht zu lange unterwegs und bleibt nicht beim Zoll hängen. Einen passenden UV - Filter hatte ich noch von der P7700. 
Blitzgeräte sind so eine Sache. Leider hat Nikon gemeint für das 1'er System einen anderen Blitzschuh ersinnen zu müssen. So paßt nicht mal der winzige SB-300 oder der etwas größere SB-400 daran. Statt dessen gibt es einen winzigen SB-N5, der seinen Strom vom Kameraakku bezieht, wenig leistet, aber wenigstens dreh und schwenkbaren Reflektorkopf bietet. Und dann den SB-N7, der weitestgehend dem SB-300 entspricht, halt mit dem anderen Blitzfuß. Letzteren habe ich per Preisvorschlag auf Ebay bekommen und warte darauf. Er ist zwar Weiß, aber das macht mir nichts aus.
Mehr ist für die 1 nicht geplant. Ein 1 Nikkor 10-100mm müßte schon sehr günstig auftauchen und der Adapter zum verwenden normaler Nikkore ist unverschämt teuer. 

Die Bildqualität bei sehr gutem Licht ist ausreichend gut. Wie erwähnt aber nicht so viel besser wie aus einer Kompakten. Die 1 ist so keineswegs Alternative zu einer DSLR, wie es sich mancher gerne schönredet. 



Ciao

Freitag, 30. Mai 2014

Ein SB-900

Ich hatte schon sehr viele Blitze. Sie alle aufzuzählen schaffe ich nicht mehr. Der beeindruckendse von allen bisherigen war immer der SB-700. Kein anderer war bei aller Einstellungsvielfalt so einfach zu bedienen und dabei so klasse verarbeitet. Ich hatte ihn zweimal, aber auch jedesmal wieder verkauft. Der Blitz ist eigentlich perfekt, aber die letzte Leistung fehlte mir in ein paar Situationen. So einmal auf einer Weihnachtsfeier in größerer Halle, mit der D300s, die ich nicht über ISO 1600 verwenden wollte.
Die Günstigen Lösungen für ein solches Problem heißen Nissin Di866 oder Sigma EF-DG 610. Beide mit Leitzahlen um die 60 und gebraucht für weit unter 200 oder 150,- Euro zu haben. Den Nissin Di866 Professional Mark II habe ich zurzeit immer auch noch, sowie an der D80 den am Fuß umgebauten Metz 48 AF-1.
Jetzt aber bekam ich zusätzlich endlich den großen Nikon SB-900. Endlich, weil durch den Nachfolger 910 die Preise immer mehr purzelten und erschwinglich wurden. In der Bedienung ist er dem 700 weitgehend ähnlich, aber deutlich leistungsstärker. Die Verarbeitung ist sehr gut, wie beim kleineren Bruder, aber natürlich ist er auch größer und schwerer. Der Unterschied ist etwa wie beim Metz 48 zum 58.
Aber das Gerät ist (bis auf Größe und Gewicht) ein Traum. Auch die bekannten "Überhitzungsprobleme" nach Serienblitzen, bzw. die dann erfolgende Schaltung in einen Abkühlungsmodus sind mir deswegen egal, weil ich weder Stroboist bin, noch sonstwie Serienaufnahmen mit Blitz bewältige.
Master und Slave benutze ich kaum einmal, überwiegend geht es indirekt geblitzt zur Sache und der SB-900 bewältigt das natürlich spielend. Sicher ist es auch mal blöde so einen großen Blitz mitzuschleppen, aber ich bin mit seiner Leistung halt auch immer auf der sicheren Seite.
Entgegen dem SB-700, der voll auf modernstes iTTL setzt, ist der große 900 übrigens weit universeller und beherrscht zusätzlich analoges TTL und auch das darauf aufbauende erste digitale Blitzprotokoll der D1 und D100 (dTTL). Das beherrschen so allerdings auch einige Metz, die ich als günstigere und universelle Alternativen deswegen immer wieder nenne. 
Viel mehr kann ich noch nicht dazu schreiben und wie erwähnt benutze ich ihn ja ganz normal zum Aufhellblitzen, ohne größere Komplikationen oder Aufwand. Ich wollte eigentlich bloß den Erhalt mitteilen.

Hier der recht große und schwere Blitz auf der D610:

Auf dem unteren Foto erkennt man rechts unten am Gerät, die einfache Bedienung um etwa in Master oder Slavebetrieb zu kommen, wo man beim Metz 48/50/58 etwa Tasten doppelt drücken und sich durch ein Menue klicken muß. Geht es doch in's Menue, um etwa Blitzgruppen einzurichten, kann man sehr bequem und praktisch mit Drehrad und OK-Taste auswählen und bedienen. Das Display ist dabei riesig und so wunderbar illuminiert, daß man unangestrengt einen vollen Überblick hat. Wo die ansonsten sehr guten SB-600 und 800 noch ähnlich wie die genannten Metz über Taster und Menueabfolgen gesteuert wurden, haben SB-700 und 900/910 einen weit besseren und funktionaleren Weg eingeschlagen und folglich wurden sie seit Jahren nicht durch andere modelle ersetzt, denn der SB-910 ist bloß technisch minimal verbessert worden.
Auch die typische Nikon - Verriegelung ist mir weit lieber als die sonst leider üblichen Drehräder zum Arretieren:

Ciao

Nachtrag am 29.07.2014:

Der SB-900 erweist sich als sehr sehr fähiger, aber halt auch schwerer Blitz. Ähnliche Leistung bringt mir der fast gleich große, aber leichtere Nissin Di700, bei nochmals einfacherer Bedienbarkeit. Der etwas kleinere Di866 war sogar stärker und hatte frontal einen Zusatzreflektor, ist aber inzwischen verkauft, weil der Di700 direkter bedienbar ist. Ich schwanke schon, ob ich mir den großen Nikon weiterhin "antun" sollte, vor allem an der kleinen D3200. Überlege daher ernsthaft ob ich den Di700 behalte, den SB-900 verkaufe und für die kleine D3200 den sehr kompakten Nissin i40 hole. Der würde es ja evtl. sogar als Notblitz an der d610 machen.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Eine alte Nikon D80

Gerade neulich, als ich die D610 samt Objektiven für diesen Blog hier abbilden wollte, wurde mir bewußt, daß eine einfache Zweitkamera fehlt (Tja, D300 vorschnell verkauft). Die P7700 bemühte sich redlich, vor allem mit aufgestecktem Blitzgerät. Sie ist letztlich aber doch weniger dafür geeignet als gedacht. Also muß nun doch wieder eine Zweitkamera her. Geldbeutel ist fast leer, also billig. Bei billig fallen einem die D40 - 3100 ein, aber die haben alle keinen AF Motor und ich drei Festbrennweiten ohne eingebauten Motor. Die D90 ist dafür zu teuer, D200 ebenfalls und D300/s erst recht. Die letzten beiden sind für die gedachte Aufgabe der Produktfotografie für Blog und Ebay auch irgendwie überkandidelt, oder? D50, 70 und 100 sind motorisiert, aber mit winzigen Displays versehen und ihre jeweils 6MP auch eher wenig prickelnd wenn man mal ausschneiden möchte. Blieb also nur die alte Dame Nikon D80. Schon wieder mal, es dürfte die bisher vierte sein die ich in der Hand hielt. 

Mit der 80 fing ich digital bei Nikon an, nach der Sony a700 und vor der damals schon bestellten D300s. Mit ihr lernte ich das System Nikon kennen, vor allem die Menuestruktur und die anderen Dinge die anders als damals bei Sony waren. Nikon Objektive dreht man z. B. andersrum in's Bajonett und Nikons haben keinen Stabi in der Kamera. Das und anderes war erstmal sehr verschieden. Später hatte ich nochmal kurz eine 80 als Zweitkamera zur D700. Dann nochmal eine weil sie billig inseriert wurde und dadurch bei der Stieftochter landete. Nun also wieder eine und wieder aus einem Inserat im DSLR Forum. Der Verkäufer hatte sie samt 18-55 VR Kitglas zu 175,- angeboten. Dafür bekommt man aber schon eine einfachere aber deutlich besser abbildende und auflösende D3100 mit LiveView und Video und deswegen bot ich 150,- Euro inkl. Versand, worauf der Verkäufer auch einging.

Die Kamera ist in soweit gutem Zustand. Es gibt aber zwei Kritikpunkte. Das mitgelieferte Objektiv ist nicht das gezeigte VR, sondern das allererste einfache 18-55mm G ED. Da besteht jetzt leider Klärungsbedarf. 
Die Belederung ist nicht ganz so fest wie versprochen (Daumenauflage sieht aus wie passend geschnitten und neu aufgeklebt), aber die Kamera war ja günstig. Also habe ich, statt mich darüber zu ärgern, eine neue Auflage sehr günstig in China bestellt. Bei Nikon kostet sie fast 10,- Euro, was ich weiß, weil ich die schon mal an einer wechselte und noch die Rechnung zuhause habe.
Außerdem besorgte ich mir über Ebay einen Noname - Batteriegriff, sowie einen Fremdakku dazu. Noname trotz schlechter Erfahrungen bei der D7100 und D610? Ja genau. Der Grund ist schnell erklärt. 

Der originale MB-D80 ist keineswegs ein so hochwertiges Teil wie z. B. der MB-D15, denn wie die Kameras D80/90 besteht der MB-D80 ebenfalls aus dem bei Nikon üblichen Kunststoff. Für die erste D80 hatte ich damals einen MeiKe Griff bestellt, da der mitgelieferte Noname defekt war. Von der Sony a700 davor war ich aber eine bessere Qualität gewohnt und der MeiKe gefiel mir deswegen nicht. So ersteigerte ich mir daher dann doch den originalen MB-D80. Als der kam, mußte ich allerdings feststellen, daß er keineswegs irgendwie merklich besser verarbeitet war als der MeiKe, sondern aus ganz ähnlichem Kunststoff und daher gleichfalls ein Leichtgewicht. Der heutige Noname nun ist all diesen MeiKe, Aputure, Ansmann oder Phottix absolut ebenbürtig, weil wahrscheinlich viele aus dem selben Werk kommen. Er hat aber gerade einmal 24,18 Euro gekostet, sogar inkl. DHL Paket. Er paßt wackelfrei und wie die Faust auf's Auge auf die D80, funktioniert tadellos und sieht dem Original wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich.

Der Fremdakku ist ein anderes Thema. Zwar funktioniert er derart, daß er Strom liefert und von der Kamera auch korrekt in Menue und Displays angezeigt wird, aber da muß man abwarten. Ich hatte an der zweiten D80 einmal einen Akku, der den Kondensator der D80 nicht lud, welcher für den Betrieb der Uhr und des Datums nötig ist wenn die Kamera mal keinen Akku innert hat. Hatte man diesen Akku einzig und länger drin, mußte man irgendwann Datum und Uhrzeit neu stellen, aber es gingen nicht die ansonsten gemachten Einstellungen verloren. Es war trotzdem jeweils sehr lästig und ich stellte deswegen eine Anfrage im DSLR Forum:

 http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=1245352

Letztlich merkte ich dann irgendwann, daß es doch bloß am Fremdakku lag. Ich muß also erstmal sehen wie sich das mit dem neuen Fremdakku jetzt verhält. Ist es das Gleiche, muß man halt aufpassen, daß immer beide Akkus im Betrieb sind, oder der Fremde dann nicht zu lange alleine in Kamera oder Griff verbleibt.

Die D80 ist samt Griff doch kleiner als die D610, aber gefühlt nicht mal halb so schwer. Das ist im ersten Moment ungewohnt und fühlt sich nicht so gut an, aber man gewöhnt sich schnell. Das Menue ist altbacken was die Farben und grobe Beschriftung angeht, aber es ist bekannt. Es ist dem Menue der 610 von der Struktur her halt ähnlich, aber deutlich einfacher umgesetzt. Manches wird in der 610 mittlerweile anders benannt oder eingestellt. Die Bedienung außen an der Kamera wirkt ebenfalls bekannt, ist aber teils doch anders als bei der 610. Für den genannten Einsatz kein Problem, aber ich würde wirklich nicht gerne sehr oft zwischen den Kameras wechseln wollen, weil man doch immer kurz überlegen muß wie es nun ging oder wo man es macht. Z. B. ist die Vergrößerungstaste der 80 ganz unten, während die der 610 genau eine Taste höher liegt. Klingt unspektakulär, aber im ersten Moment drückt man halt doch immer wieder die Taste der zuletzt bedienten oder einfach gewohnten Kamera.
Die Räder der 610 sind viel exakter und wirken wertiger, vor allem das vordere. Die Tasten sind an der 80 aber kaum schlechter. Das mag am Magnesiumbody und den abgedichteten Rädern und Tasten der 610 liegen. 
Das Auslösegeräusch der 80 gefällt mir garnicht, was aber am wunderbaren Sound der 610 liegt, den sie nicht erreichen kann. Der AF der 80 ist ausreichend schnell, man bedenke dabei auch den hauptsächlich angedachten Einsatzzweck der Kamera. Das Display ist größer als in der Erinnerung, aber die grob verpixelten 2,5" sind heutzutage eigentlich wirklich zu klein, aber....

Hier die Kamera mit dem falsch gelieferten Objektiv samt extra dazugekaufter Gegenlichtblende und angesetztem Noname Batteriegriff:


Unter dem originalen Schutzplastik ist das Display erfreulicherweise super erhalten. Rechts sieht man aber am oberen Rand der Daumenauflage, daß diese neu verklebt und wohl vorher beschnitten wurde. Man sieht hier nicht, daß diese Auflage auch etwas wellig ist:
Hier die Bedienelemente der Oberseite und das Headdisplay. Das Design wirkt etwas altbacken, aber doch viel moderner als noch an der Vorgängerin D70/s. Die sehr ähnliche D90 wirkt ungleich moderner, trotz sehr sehr ähnlichem Body, was anderem Design der Ober und Rückseite und dem vergleichsweise riesigen 3" Display geschuldet ist. 
Kann man hier schön sehen wenn man auf der Seite dann linkerhand die Ansichten wechselt:
 http://camerasize.com/compare/#179,216
Typisch für Nikon Consumerkameras war damals übrigens immer der verchromte Auslöser, der bei den Profimodellen schwarz war, also ab D200/300/700 bis zu den einstelligen. Danach kann man heute nicht mehr gehen, denn obwohl von Nikon klar im Consumerbereich angegeben, hat die 610 einen schwarzen Auslöser.
Der Batteriegriff bietet wie das Original einen Hochformatauslöser, vorderes und hinteres Drehrad, einen Verriegelungshebel der alle Bedienelemente des Griffes abschaltet und hinten eine AE-L/AF-L Taste. Die Akkus werden auf die ältere Art gleichzeitig hinten eingeschoben, das Akkufach der Kamera ist mit dem Kontaktblock des Griffes belegt. Ein Batteriekorb für AA Batterien oder Akkus liegt bei. Seit der D300 ist es ansonsten eher so, daß ein Akku in der Kamera verbleibt, während der andere im Griff sitzt und es auch hier zusätzlich einen Batteriekorb für AA Akkus gibt. Bei der D300/700 zumindest gab es zusätzlich die Möglichkeit einen Akku der D3 einzuschieben, der die Kapazität erhöhte und teils eine höhere Bildrate bei Serienaufnahmen ermöglichte. Je nach Vorliebe stehen die einen auf den gleichzeitigen hinteren Einschub, die anderen auf den geteilten seitlichen Einschub der Akkus. Beides hat Vor und Nachteile und letztlich muß man sich sowieso mit den Gegebenheiten des jeweiligen Griffes abfinden.


Insgesamt wirkt die D80 optisch schon überholt und etwas unmodern, kann technisch aber teils durchaus noch mithalten. 
Die Bildqualität ist eine andere Sache. Sie hat den wohl letzten Sony CCD Sensor mit 10 Megapixeln. Zwar ist er fast doppelt so hoch aufgelöst wie der alte 6MP Sensor, rauscht aber doch sichtbar früh und hat vor allem so etwas wie ein Grundrauschen schon ab ISO 100, das man vor allem in hellen Partien wahrnimmt und das ein Croppen teils verhindert. Trotzdem wurde gerade dieser Sensor bis zur D3000 verwendet, obwohl es da schon länger den ersten Sony CMOS Sensor in Nikons gab, mit deutlich besserem Rauschverhalten. Insgesamt wurde der 10MP CCD in fünf mir bekannten Nikons verwendet, der D80, D200, D40x, D60 und der genannten D3000. Zusätzlich dann mindestens noch in diversen Sony und Pentax. Er war daher wohl so etwas wie der Höhepunkt der CCD Sensortechnologie im DSLR APS-C Bereich. Verglichen mit der D3000 mit gleichem Sensor kann die D80 technisch eigentlich alles besser und schneller und ist bis auf das kleine Display sicherlich auch heute noch die bessere Wahl, zumal die D3000 eine wirklich sehr langsame Kamera ist. 
Wegen der sehr guten Bildqualität ihres 14MP CMOS Sensors wäre eine D3100 für mich und den gedachten Zweck eigentlich erste Wahl gewesen, aber dort schreckt immer etwas der fehlende AF Motor. Aber wer weiß, wenn ich eine supergünstig vor die Flinte bekomme? Zunächst reicht die 80 aber doch komplett aus.

Ciao

Nachtrag vom 07.06.2014:

Die D80 habe ich gestern an meine Frau weggeben, im Tausch gegen ihre D3000. Mit neuem Daumengummi und Display-Schutzglas. Samt 18-55mm VR reicht mir die Leistung der 3000 für genannte Aufgaben aus und meine Frau freut sich über besseren AF, weit größeren und helleren Glasprisma-Sucher und vor allem schnelleren Prozessor, der die Fotos deutlich schneller im Display zeigt. Daß selbiges mit 2,5" kleiner ist, stört sie dabei nicht. Und sie mag jetzt schon den Hochformatauslöser am Batteriegriff. Und ich leiste mir vielleicht mal ein besseres Sigma AF 18-50mm f/2,8-4,5 DC OS HSM für die Kleine.

Ciao

Displayschutz 2

Für die D600/610 einen passenden Displayschutz zu finden ist nicht so einfach. Folien mag ich nicht und die geläufigen Anbieter für Schutzgläser haben jeweils kein Glas für das kleine Schulterdisplay dabei. Auch nicht bei GGS Larmor. 

Das hatte ich erst bemerkt, als ich ein Glas vom Hersteller FOTGA bestellte, daß dann erstens ohne kleines Glas kam und zweitens auch noch für die Canon EOS 600D statt für die D600 war. Die EOS 600D hat ja sowieso kein zweites Display, dachte ich, also logisch, daß keines dabei ist. Ich bekam dann das richtige Glas für die D600 nachgeliefert, aber auch hier bloß für das große Display, das ich deswegen erstmal nicht aufklebte. 
Ich schaute dann was es von GGS Larmor gibt und richtig gab es auch da kein kleines Glas für das Headdisplay. Komische Sache. 
Einziger Hersteller für ein Set mit beiden Gläsern scheint GGS mit dem aufsteckbaren Schutz zu sein, der die zweite Generation an Schutzgläsern darstellt. Gekauft habe ich in Ebay.

Komischerweise war es für mich ja vor Kurzem kein Problem etwa von FOTGA ein Schutzglas-Set mit beiden Gläsern für die D7100 zu bekommen, aber auch für die D800 z. B. wird das Glas dann bloß für das Hauptdisplay angeboten. Verstehen muß man das gewiß nicht. 

Eigentlich ist mir der oben gezeigte Displayschutz gleich unsympathisch gewesen, denn er sieht aus wie Bastelarbeit und Notbehelf. Da man ihn über China günstig bekommt, bestellte ich in der Not dann aber doch einen und wurde prompt enttäuscht. Das einzig brauchbare an dem absurden Teil ist tatsächlich das mitgelieferte und ganz normal mit Kleberand versehene kleine Glas für das Headdisplay. Das Drama um den anderen Frustartikel kann man sich hier besehen.

Dieses noch schöne und unversehrte Hauptdisplay der D610 gilt es meiner Meinung nach zu schützen:
Der Displayschutz bildet eine Einheit mit einem Okularschutz. Die Unterseite des Randes ist mit samtartigem Material bezogen:
Die originale Augenmuschel zieht man ab und das Schutzteil wird an dessen Stelle eingeschoben. Der Samtrand liegt dann mit (zu wenig) Spannung auf. Das Ganze macht einen wenig haltbaren und wackeligen Eindruck:
Das Gebilde trägt sehr auf und der eigentlich schön große Kleinbildsucher der D610 verkommt zum Guckloch. Mit aufgeschobenem Okulargummi wird das natürlich nicht besser:
Das eigentliche Display darunter wirkt wie eingepfercht in einem Schaukasten und seitlich eingeblickt verdeckt der sehr hohe Rand wichtige Anzeigen:

Die Tasten links sind zwar noch gut bedienbar, aber die Schaltwippe rechts wird vom hohen Rand so eingeengt, daß ich mit meinem Daumen Schwierigkeiten habe diese links anzuklicken:
Also gelinde gesagt war das jetzt garnichts, überhaupt nichts. Für mich der zweite Reinfall, nachdem sich bei der D7100 schon das Glas dritter GGS Generation (Larmor) ablöste und dank vollflächiger Auflage beim Anbringen ganz besonders auf Staub geachtet werden muß (wie bei Folie).

Das heißt für mich jetzt, daß das oben gezeigte Gebilde wieder entfernt wird, weil einfach zu unpraktikabel. Das Schutzglas für das kleine Glas verbleibt natürlich dort, aber das große Display wird ab morgen mit dem nachgelieferten Glas von FOTGA geschützt. Das hatte sich ja auch an der D7100 bewährt.

Ciao

Nachtrag am 22.05.2014:

So, gesagt - getan, das komische Ding wurde entfernt und ein FOTGA in gleicher Qualität wie die allerersten guten GGS Gläser angebracht:



 Ciao

Donnerstag, 15. Mai 2014

Standardzoom

Standardzooms werden so benannt, weil sie einen mittleren Brennweitenbereich besitzen und somit als Immerdrauf und Standard verwendet werden können und den Großteil der möglichen Aufnahmesituationen mit adäquater Brennweite abdecken. 
Das ist so aber nicht immer richtig, denn je nach Vorliebe gibt es auch Menschen, die eher Weitwinkel mögen und andere die Tele bevorzugen. Für erstere ist dann vielleicht ein Tamron 17-35mm ein Standardzoom, während letztere evtl. vorzugsweise mit einem Nikkor 70-200mm 2,8 herumlaufen und den Großteil ihrer Fotos damit machen. 

Ich zähle damit eher zum Durchschnitt mit leichter Tendenz zum Weitwinkel. Hätte ich mehrere Standardzoom zur Auswahl, würde ich als Immerdrauf wohl das bevorzugen, welches mir untenrum im Weitwinkel mehr bietet. Also lieber 24-85mm als 28-105mm. Die vier Milimeter untenrum hören sich nicht viel an, machen im Bildausschnitt aber weit mehr aus als etwa die 20mm mehr bei 105mm.
Genau deswegen hatte ich mir insgesamt drei Standardzoom mit 24mm Weitwinkelbereich angeschafft, um mir das für mich am besten geeignete heraussuchen zu können. Zuerst kam das Nikon AF-S Nikkor 24-85mm f/3,5-4,5G ED VR, dann das Nikon AF-S Nikkor 24-120mm f/3,5-5,6G ED VR und heute dann endlich auch das Tamron SP AF 24-135mm f/3,5-5,6 Asph. IF Macro.

Die beiden Nikkore habe ich bereits verglichen und das 24-120mm aussortiert. Das 24-120mm ist gut brauchbar, weil lange nicht so schlecht wie oft behauptet. Es liegt von der Bildschärfe her in etwa auf Augenhöhe mit aktuellen Superzooms und damit etwas unter dem 24-85mm. Da mir die 120mm nicht so viel mehr sind wie die 85mm, als daß ich dafür auf Schärfe verzichten möchte, fiel es halt durch meinen persönlichen Raster. Alles andere an dem Objektiv stimmt allerdings, denn es ist schnell, robust und liefert schöne Farben und Kontraste. Schade.

Schade auch deshalb, weil das schärfere und mit 135mm auch längere Tamron eben keinen Stabilisator hat. Klar, die D610 ist in der Lage das mit High ISO fast auszugleichen. Aber High ISO kombiniert mit Stabilisator, läßt einen halt nochmal einen draufsetzen. Zumal alle genannten Gläser etwa gleich lichtschwach sind.

Das Tamron bekam ich fast komplett mit OVP, Köcher, Papieren, Frontdeckel und Gegenlichtblende, aber mit Nikon Bajonettabdeckung:


Das Tamron ist auf dem Frontdeckel als 50th Anniversary Ausführung benannt, wie ich es schon mal an der D600 hatte:

Mit aufgesetzen Gegenlichtblenden wirkt das Nikon 24-85mm länger, was aber bloß an der Blende liegt. Beide sind etwa gleich lang und breit (72mm Filter), aber das Tamron ist etwas schwerer:


Die Gummierung und überhaupt das ganze Design des 24-135mm entspricht natürlich noch den analogen Modellen der späten 90'er Jahre und ist daher komplett anders als etwa beim noch aktuellen 70-300mm USD VC:
Ich finde es aber gefällig und es macht sich an der D610 ja durchaus gut, wie man ganz oben sehen kann.

Das Tamron scheint bei 24mm etwas schwächer als das AF-S Nikkor 24-85mm, aber bei 135mm sogar einen Tacken schärfer als das Nikkor bei nur 85mm. Dazwischen nehmen sich beide optisch wenig bis garnichts. Die Verzeichnungen beim Tamron halten sich in üblichen Grenzen, CA (Farbsäume) erwarte ich, muß das aber noch beobachten. Flare (Blendenflecken und Geisterlichter) sollten sich ebenfalls im üblichen Rahmen halten, da kenne ich keine negativen Berichte.
Der mechanische AF ist kaum langsamer als der AF-S des Nikkores, und sehr leise. Der Vorteil des Nikon ist und bleibt wohl einzig der Stabi. 
Beide ergänzen sich damit quasi, da das Tamron ein ideales Immerdrauf für draußen bei gutem Wetter zu sein scheint und dort von weitwinkeligen Landschaftsaufnahmen bis leichtem Macro (40cm Nahabstand auch bei 135mm) vieles abdeckt, während das AF-S Nikkor 85mm VR seine Stärken vorzugsweise bei schlechtem Licht und in Innenräumen ausspielen könnte und nebenher natürlich auch als Landschaftsobjektiv bei etwas kürzerer Brennweite taugt. 

Damit ist das AF-S 24-120mm endgültig ganz raus, welches ich auch schon verpackt habe und zum Verkauf anbiete. Trotzdem schade, denn mit den optischen Qualitäten des Tamron, gepaart mit dem Stabi, wäre es wohl wirklich ideal gewesen und hätte die anderen mühelos ausgestochen.

Ciao 

Nachtrag vom 09.08.2014:

Mittlerweile ist auch das Tamron verkauft. Das AF-S Nikkor 24-85mm VR macht seine Sache sehr gut und das zusätzliche alte Superzoom AF Nikkor 28-200mm f/3,5-5,6 G ist flexibler und trotzdem schärfer als das Tamron und überhaupt das idealste Immerdrauf bei gutem Licht. Es ist nämlich von 28 - 200mm immer scharf und bietet absolut überzeugende bildqualität, die bloß von einem etwas unruhigen Bokeh getrübt wird.

Dienstag, 6. Mai 2014

Zugang

Vor Tagen trafen drei Objektive ein. Allesamt gebraucht aus dem DSLR - Forum. Es sind das  Nikon AF-S Nikkor 24-120mm f/3,5-5,6G ED VR, das Tokina AF 20-35mm f/3,5-4,5 und das Sigma AF 105mm f/2,8 EX DG Macro.


Das Sigma Macro kannte ich bereits von meiner ehemaligen Sony a700 und weiß, daß es einfach nur scharf ist. Ein supertolles Makro und Portrait - Objektiv. Überraschung ist das kleine, aber sauschwere Tokina 20-35mm. Es ist wirklich sehr scharf und supersolide gebaut. Ich muß noch eine passende Gegenlichtblende finden und dann sollte es ein sehr schönes Immerdrauf für die Tour in der Innenstadt sein.
Das AF-S 24-120 VR wird von Ken Rockwell als eine der schlimmsten Nikon Linsen bezeichnet. Natürlich muß man wie immer den ganzen Text bei ihm lesen, um zu erkennen, daß es dann so schlimm nun auch wieder nicht ist. Es soll halt vignettieren und offenblendig recht unscharf/weich sein. Na gut, blenden wir halt etwas ab, es hat ja VR und die 610 geht gut und gerne bis ISO 6400, so what? Der erste Abbildungseindruck entspricht dem eines Superzooms und ist damit Befriedigend bis Ausreichend, aber nicht irgendwo schlimm zu nennen. Es scheint selbst abgeblendet einen Tick unschärfer als das 24-85mm VR, liefert aber immer noch Bilder die in der 100% Ansicht absolut überzeugen. Unschärfen zeigen sich bloß in der Detailansicht und es ist damit deutlich weg von wirklich schlechten Objektiven die schon in der 100% Ansicht sichtbar unscharf wirken.

Hier mal eine Vergleichsansicht mit dem 24-85mm VR. 


Das 24-120 ist schmaler, aber länger und schwerer. Die Gegenlichtblenden sind verschieden aber austauschbar. Einen merklichen Unterschied zwischen dem rot geschriebenen VR 1 des 24-120 und dem in Gold geschriebenen und moderneren VR 2 des 24-85mm konnte ich jetzt nicht feststellen. Die AF-S sind etwa gleich schnell, der Af des 24-120 wirkt bei bestimmten Motiven und schwachem Licht etwas unruhiger. Ich habe noch nicht wirklich verglichen, aber das 24-85mm liegt schärfemäßig wohl ein wenig in Front und ist natürlich auch kompakter. Gebraucht ist es rund 100,- Euro teurer zu bekommen, was ich für einen starken und nicht ganz gerechtfertigten Aufpreis halte, denn immerhin bietet das 24-120mm am langen Ende ganze 35mm mehr an Brennweite. 
Ich warte noch auf ein Tamron 24-135mm und muß dann doch mal etwas vergleichen um einen endgültigen Kandidaten als Immerdrauf bestimmen zu können, denn alle zu behalten wäre Blödsinn, weil sie im Brennweitenbereich zu ähnlich und alle ja gleich lichtschwach sind.

Ciao