I am Henning

Freitag, 28. Februar 2014

The real Deal?

Mir gefällt die Nikon D7100 ausnehmend gut. Nicht mal so sehr wegen der recht hübschen und sehr modernen Optik, denn sie ist ja ganz entschieden eine leicht geschrumpfte D600. Eher von den technischen Werten und damit verbundenen Möglichkeiten her, bei denen sie teilweise sogar die große Schwester übertrumpft. Warum die D600 z. B. keine 1/8000sek schafft, ist mir ein Rätsel, denn das konnte schon die Vorgängerin D700. Die D7100 kann das auch. Es ist ja nicht bloß irgendein Wert, sondern die Möglichkeit auch bei hellem Sonnenschein ein hochgeöffnetes Objektiv zum Freistellen nutzen zu können.
Was aucht wichtig ist, sie hat das schnelle und präzise Af - System der D300/700 und nicht das schwächere System der D600, das mir auch in der D7000 nicht gefallen hat. Vor allem bei wenig Licht und Kunstlicht, gab es immer mal wieder Probleme. Der AF der D600 ist minimal aber spürbar weniger treffsicher als der sehr gute AF der D700. Das konnte ich sogar noch direkt vergleichen, als ich die 600 bekam und die 700 noch hatte.
Die D7100 scheint mir insgesamt ein großer Wurf zu sein, denn sie vereint offensichtlich die Vorzüge anderer Kameramodelle, ohne gravierende Schwächen zu zeigen. Zwar hört oder liest man auch von einem "Staubproblem" ähnlich wie bei der D600, aber das muß man nicht ganz so ernst nehmen. Wegen der Sensibilisierung durch die Sensor - Verschmutzungsprobleme der 600, wird jetzt halt genauer hingeschaut und ganz normale Verschmutzungen panisch dokumentiert und hämisch kommentiert. Die D7100 hat einen anderen Verschluß und Spiegelemchnismus als die weit größeren Bauteile der D600, wodurch diese ja bei gleichem Design deutlich kleiner hergestellt werden konnte. Ein absolut gleiches Problem würde mich daher eher wundern.
Die D7100 ist etwas breiter als die Vorgängerin D7000 und ein erster Anfass im Elektronikmarkt bestätigte mir, daß sie deutlich besser in der Hand liegt als die ältere Schwester. Die D7000 hatte einen irgendwie unergonomischen Handgriff, der nichts halbes und nichts ganzes war. Und sehr unangenehm kam ich mit dem rechten kleinen Finger oft an die, an der Unterkante des Griffes angebrachte kleine Kunststoffklappe für die optionale externe Stromzufuhr, so daß diese sich dann unbeabsichtigt öffnete und störend abstand. Davor konnte ich mich effektiv bloß mit angesetztem Batteriegriff schützen. Kann aber auch sein, daß das Ganze an meiner gebraucht erworbenen D7000 ausgeleiert war. Aber es hat schon sehr gestört. Solche kleinen Sachen sind es dann, die einem ein Modell gänzlich vermiesen können.
Nicht zuletzt aber, ist es auch die höhere Auflösung der D7100 die mich reizt. Man redet gerne vom Pixelwahn, aber das trifft ja bloß zu, wenn ohne Rücksicht auf Rauschanfälligkeit immer weiter verpixelt wird. Das war bei Kompaktkameras weit verbreitet, bis Canon aber etwa mit der PowerShot G11 die Notbremse zog und ihr nach der gnadenlos rauschenden 15 Megapixel Kamera PowerShot G10 dann stark reduzierte 10 Megapixel verpasste. Es ist aber auch wirklich sehr angenehm und natürlich vorteilhaft, wenn man Fotos quasi ohne Qualitätsverlust sehr weit ausschneiden kann. Oder wenn man am Monitor sehr viel weiter in ein Bild hineinzoomen kann, um auch letzte Details entdecken zu können. Während sich die D600 gegenüber der D700 damals beim Rauschverhalten sogar verbesserte, soll die D7100 trotz 8 Millionen mehr Pixeln als die D7000 ein etwa gleiches Rauschverhalten zeigen. Dabei soll die Rauschunterdrückung stärker eingreifen, so daß feine Strukturen etwas verloren gehen. Bei Fotos die bei so wenig Licht und damit so hohen ISO - Werten entstehen, daß die Rauschunterdrückung stark eingreifen muß, halte ich das allerdings für normal. Sensoren die feiner auflösen zeigen ja Details, die ein 12 oder 16MP Sensor erst gar nicht so fein darstellen kann, oder irre ich da?

Die D7100 interessiert mich sehr und glücklicherweise bekomme ich einen kleineren Geldbetrag einer vor langer Zeit abgeschlossenen und irgendwann stillgelegten LV ausbezahlt, so daß ich ernsthaft überlege mir die Kamera gebraucht zuzulegen. Noch nicht einjährige Exemplare mit unter 1500 Auslösungen werden in Foren für etwas über 700,- Euro angeboten, da hat man noch Garantie oder Gewährleistung. Dafür bekommt man den momentanen Platzhirsch im DX - Format, wenn man die Summe aller Eigenschaften betrachtet.
Mindestens eine oder zwei meiner drei anderen DSLR werden aber gehen müssen (wenn nicht sogar alle), denn es wären dann eindeutig zu viele. Und die kompakte P7700 ist ja auch noch da. Schwer fiele die Entscheidung bloß zwischen der D300 und der D5100. Die D300 hat immer noch ausreichend gute Bildqualität, bei gleichem rasantem AF - Modul wie die D7100 und ungeschlagen ergonomischem Body. Keine andere Kamera als die  D300/300s/700 lag bisher besser in meiner Hand und ließ sich besser händisch einstellen. Die D5100 bietet allerdings höhere Auflösung und bessere ISO - Fähigkeit als die 300 und hat ein Klappdisplay, besseren LiveView und kleinere Ausmaße/Gewicht als diese. Die Videofunktion allerdings, war bisher irrelevant für mich und wäre nicht ausschlaggebend. Falls ich die D7100 erwerben würde, müsste die D50 dann allerdings auf jeden Fall weichen, die mir bisher sowieso weder genügend Freude bereitet, noch sonstwie irgendeinen Mehrwert bedeutet. Im Moment tendiere ich weder eindeutig zur D300 noch zur D5100, es ist wirklich sehr schwierig sich zu entscheiden. Die D5100 ist wirklich moderner und hat letztlich auch die bessere Bildqualität, hat aber auch langesameren AF und einen sehr kleinen und dunkleren Sucher.
Bei den Sensoren hat sich zuletzt weniger getan, evtl. ist bei dieser Technologie langsam das Ende der Fahnenstange erreicht. Die D800 steht mit ihren gewaltigen 36 Megapixeln im digitalen Kleinbildformat alleine da und bloß Mittelformatkameras können ähnliches bieten. 24 Megapixel am APS-C / DX Format scheinen im Moment der vernünftige Standard und Kompromiß zwischen höchstmöglicher Auflösung bei niedrigstmöglichem Rauschen. Im Moment jedenfalls werden sich demnächst erscheinende Kameras wahrscheinlich eher durch andere technische Details von jetzigen unterscheiden, als durch noch höhere Auflösung.
Schon länger bin ich übrigens der Meinung, daß es über kurz oder lang auf ein anderes Medium hinauslaufen wird, auf eine komplett andere Sensortechnologie. Die wird dann gewiß nicht mehr das Rauschproblem haben. Dafür aber vielleicht andere?

Wie auch immer. Ein Nachfolger der D7100 dürfte in ein - zwei Jahren zu erwarten sein. Nach einem weiteren Jahr stehen dann die ersten relativ günstig im Gebrauchthandel und auch die Neupreise sind wie immer gefallen und drücken die Gebrauchtpreise. Dann ist eine D7100 aber gewiß immer noch zwischen 400 und 500,- Euro wert und der Aufpreis zum gebrauchten Nachfolger recht gering. Im Moment ist es ja so, daß man seine 7000 für etwa 400 - 450,- Euro los wird und für 300,- Euro Aufschlag eine sehr gute gebrauchte D7100 bekommen kann. Immens im Wert fallen die kleinen und kleinsten Nikons der 5'er und 3'er Reihen, die Erscheinungszyklen von manchmal nicht einmal einem Jahr unterliegen. 2009 erst, kam die D5000 heraus und bis 2013 folgten schon 5100, 5200 und 5300. Das heißt, das evtl. Ende 2014 schon wieder ein Nachfolger auftauchen könnte. Das ist unmöglich. Bei den kleineren sieht es bloß etwas besser aus, weil die Urahnen D40/40x und 60 zur 3'er Serie hinzugezählt werden müssen, während es zu den 5'ern mit der D50 keinen eigentlichen Urahnen gibt. Die 5'er haben als Alleinstellungsmerkmal ja ein Klappdisplay. Bei den größeren Nikons ist die Rechnung nicht ganz so einfach. Die D7000 galt als Nachfolgerin der D90 und damit der D70/70s/ und 80. Die D7100 allerdings soll angeblich auch die D300s ersetzen, während viele noch immer auf eine D400 warten.

Keiner weiß was genaues, aber ich weiß, daß die D7100 ein sehr guter Deal ist. Wer nicht unbedingt digitales Vollformat braucht, bekommt die optisch sehr ähnliche, aber sogar besser ausgestattete Kamera als die D600/610, zum weit günstigeren Preis.

Ciao

Mittwoch, 26. Februar 2014

Was tun damit?

Einem befreundeten Forumsmitglied teilte ich neulich mit, daß ich mit der D50 wohl nicht alt werde. Er regte aber an, die Kamera als wirkliche "Immerdabei" vielleicht im Kofferraum oder sonstwo im Auto zu bunkern. 
Naja, einerseits keine ganz abwegige Idee, denn man hätte eben immer eine Kamera dabei, solange man sein Auto mit hat und das Teil auch nicht darin liegen läßt. Andererseits würde ich mich dann vielleicht manchesmal ärgern, wenn ich ein tolles Motiv sehe und das dann bloß mit 6,1 MP abbilden kann. Zumal die Kamera mit dem AF 2,8/28mm zwar wirklich klein wäre, aber Ausschnittvergrößerungen so schon fast unmöglich werden.

Aber, weder die D50, noch mein eher überzähliges Blitzgerät Sunpak DigiFlash 2800 (in Europa eigentlich als Sunpak PF30X bezeichnet) werden gerne oder regelmäßig genutzt. Und das auch bloß herumliegende 18-55mm VR ist zwar nicht wirklich klein, hat aber schnellere Alternativen mit weiteren Brennweitenbereichen und wäre deutlich universeller als das AF 28mm. 
Die so mögliche Kombi ist also gar nicht mal schlecht (hier übrigens mit neuer Daumenpad - Belederung auf der Rückseite:


Das sehr kompakte und vor allem superleichte Sunpak übrigens beherrscht zwar Nikons iTTL und gänzlich manuelle Steuerung, arbeitet aber lange nicht mit jeder Kamera und bietet dann auch nicht jede Funktion. Damit meine ich noch nicht mal etwa Mastersteuerung oder Slavebetrieb, welche es beides nicht kann. Vielmehr harmonisiert das Sunpak einfach nicht mit jeder Nikon. Beispiel P7700, für die es von mir gedacht war. An der kann es alles, will aber partout nicht sein AF - Hilfslicht verwenden, sondern es geht ausschließlich das kleinere Hilfslicht der Kamera selbst. Anderes Beispiel, D5100. Funktioniert eigentlich perfekt, bis man näher als etwa um 50cm an Motive geht. Dann ist alles restlos unterbelichtet, egal in welchem Kameramodus, wobei man wegen der Nähe doch eher an deutliche Überbelichtung denken würde. Grund? Keine Ahnung. 
Sowohl an der älteren D300, als auch an der noch älteren D50 funktioniert es dagegen im Rahmen seiner wenigen Möglichkeiten perfekt und ist von Größe und Gewicht her auch wirklich sehr gut passend zur D50.
Aber eigentlich war solch eine Immerdabei-Rolle eher der kompakten P7700 samt Blitzgerät SB-300 zugedacht, die so ja kaum noch eine Daseinsberechtigung hätten. 
Mal schauen, es ist wirklich nicht einfach. Zumal sich eine D50 auch schlecht verkaufen ließe, weil mittlerweile einfach zu alt und rückständig im Vergelich zu modernen Kameras. Ohne Objektiv bringt sie vielleicht 50 - 70,- Euro, denn ich habe ja nicht mal die Originalverpackung oder deren Inhalt, außer den Akkus und dem Ladegerät. Zusammen mit dem 18-55mm wären es wohl so 70 - 100,- Euro, wobei ich bei letzterem schon viel Glück hätte. Dabei muß man das AF-S DX 18-55mm G VR ja auch mit mindestens 50,- Euro ansetzen. 
Zum Verschenken finde ich sie aber erstens zu schade und zweitens ist dem/der Beschenkten Auflösung und Display vielleicht zu klein, so daß sie dort auch bloß herumläge. Ich weiß mir im Moment also auch nicht wirklich was geht.

Ciao

Freitag, 21. Februar 2014

Weg damit!!!

Der Platz wird wirklich knapp, deswegen wird erstmal ausgemistet. Momentan habe ich zwei Kameras in Ebay stehen, auf die ich (notgedrungen) verzichten kann.

Zwei Minolta XE sind eine zu viel, also weg mit der XE-5. Da geht zwar der Zeitauslöser, aber auf den kann ich verzichten und die verbleibende XE-1 ist besser ausgestattet, weswegen sie mehr Daseinsberechtigung hat. Außerdem ist sie mit dem schwarzen Schriftzug auf matt verchromtem Hintergrund ein wenig hübscher.

Genau so in der Nikon Abteilung. FE mit Motor MD-11 muß gehen, bessere FE2 mit auch besserem Motor MD-12 kann bleiben. Die FE2 hat deutlich schnellere Zeiten, eine hellere Mattscheibe und kann vor allem auch TTL - Blitzbelichtung. Unschlagbare Argumente. Der MD-11 ist mit dem MD-12 fast baugleich, aber er schaltet sich nicht von selbst ab und weitergespult wird bei Einzelfotos erst, wenn man dessen Auslöser losläßt. Das alles kann der MD-12 viel besser.

An Objektiven habe ich ebenfalls stark ausgemistet, was Minolta betrifft. Beide Soligor Zooms 28-70 und 70-205mm plus ein Super Albinar 135mm und eines der 50mm Rokkore, müssen samt der XE-5 gehen.

Es verbleiben analog also erstmal die Nikon FE2 mit Motor, sowie die Minolta XE-1, XD-7 und XG-9 samt Winder.
Sowieso feste Plätze haben die digitalen Modelle Nikon D300, D5100, D50 und P7700 samt Objektiven und Blitzgeräten.

Die zwei EL2 gehen demnächst in die Kamerawerkstatt und man wird sehen was passiert. Läßt sich aus beiden defekten keine funktionierende Kamera basteln, gehen sie so wieder in die Bucht.

Ciao

Update vom 21.05.2014:

Alle analogen sind weg, es macht einfach keinen Spaß mehr. Wenn man sofortige Ergebnisse gewohnt ist, ergibt die nervige Warterei, verbunden mit Kosten, überhaupt keinen Sinn mehr. Für mich ist das nicht so magisch wie mancher wohl meint, sondern einfach nur lästig. Gerade auch bei Blitzaufnahmen ist man dann auch noch oft negativ überrascht, weil indirektes Blitzen oder TTL dann doch nicht so funktionierten wie man dachte.
Die zwei EL wurden entsorgt, weil nicht kostengünstig reparabel. Und tote Kameras verkaufe ich nicht mal auf Ebay.

Ciao

Mittwoch, 19. Februar 2014

Urahn?

Die Nikon D50 kam als vierte DSLR von Nikon heraus (wenn man die vorhergehenden und teils unförmigen "Experimente" mit Kodak und Fuji ausnimmt). Sie kam nach der D1, der D100 und der D70.

Die D1 hatte sehr geringe, aber damals halt noch normale Auflösung von etwa 2,74 Megapixeln im APS-C Format. Sie war aber hochprofessionell und sehr teuer. Kein Wunder, denn sie basierte zu großen Teilen auf der analogen Profikamera Nikon F5. Die D1 war aufgrund der geringen Auflösung hauptsächlich für die Arbeit als Pressefotograf für Tageszeitungen zu empfehlen, wo die Fotos klein sein durften und selbst bei deren besserer Qualität im Zeitungsdruck dann aber eher schlecht abgebildet wurden. Für viel mehr reichte die Auflösung einfach noch nicht aus, es sei denn man beschränkte sich halt auf eher kleine Abbildungen. Die Nikon D1 ist der Urahn der professionellen einstelligen Nikons, bis zur jetzigen D4.
Nikon D1 

Die zweite Nikon DSLR, die D100, basierte formal und teils technisch auf der bewährten, analogen Nikon F80 und sollte sowohl betuchte Amateure als auch Profis bedienen. Die damals typische Klientel semiprofessioneller Kameras (Nikon F100, Minolta Dynax 7, etc.). Die Auflösung hatte sich auf über 6 Megapixel mehr als verdoppelt und auch sonst war die Entwicklung natürlich nicht stehen geblieben. Auch die Nikon D100 hatte das APS-C Format, bei Nikon DX-Format genannt. In vielerlei Hinsicht war die D100 die bessere Wahl, denn Auflösung, Ausstattung und Bedienbarkeit waren damals hochmodern und effektiv. Und sie war nicht nur leichter, sondern auch kleiner und vor allem sehr viel billiger als eine D1. Gewichtige Argumente auch für Profis, die nicht auf einen ultrastabilen Korpus wie bei der D1 angewiesen waren. Wie auch die D1 verwendete die D100 das Blitzprotokoll DTTL, welches analoge Blitzgeräte nicht beherrschten und neue Blitzgeräte erforderte.
Nikon D100

Das Problem welches einem größeren Verkaufserfolg im Wege stand, war aber weiterhin der Preis. 
Canon machte es damals mit einem Paukenschlag vor, mit der EOS 300d. Der ersten, auch von weniger betuchten Amateuren bezahlbaren DSLR der Welt. Diese schlug ein wie eine Bombe und begründete die bis zum heutigen Tag fortgeführte Reihe der eher kleinen, aber gut ausgestatteten dreistelligen Canon Reihe. 

Nikon mußte also reagieren und brachte die Nikon D70 auf den Markt. Äußerlich komplett neu, denn sie basierte erstmals formal nicht mehr auf einer analogen Kamera. Sie hatte aber z. B. den wohl gleichen APS-C Sensor wie die D100, denn mit komplett neuer technischer Basis wäre sie zum angepeilten Verkaufspreis damals in der Kürze wohl nicht oder nur mit Verlusten realisiert worden. 
Die D70 war recht groß, sehr gut ausgestattet, zu großen Teilen händisch bedienbar und den entsprechenden Canon in fast allen Belangen überlegen. Sie war teils sogar der damals noch teuer verkauften D100 überlegen, konnte etwa 1/8000sek statt den 1/4000sek der großen Schwester. Sie bekam das neue und bis heute beispielhafte und überlegene Blitzprotokoll iTTL und ist selbst mit modernsten Blitzgeräten auch heute noch verwendbar. Die D70 war ein sehr goßer Erfolg. Gerade auch, weil man sehr viel Kamera für sein Geld bekam. Sie wurde später als D70s nochmal modernisiert und begründete die zweistellige gehobene Amateurreihe bei Nikon, die bis zur äußerst erfolgreichen D90 ging und mittlerweile mit den D7000 bis D7200 vierstellig quasi fortgeführt wurde. 
(Alle DX - Nikons im Amateurbereich sind mittlerweile vierstellig, wobei die 3000'er in etwa den Anfänger, die 5000'er den fortgeschritteneren bis anspruchsvolleren Amateur und die 7000'er den hoch ambitionierten bis halbprofessionellen Amateur oder selbst Profis bedienen sollen.)
Nikon D70 

Trotzdem war es aber gerade auch diese Größe, die einige potentielle Kunden weiterhin abschreckte. Außerdem die vielen Tasten, Räder und Schalter, die den Anfänger manchmal wohl eher verwirrten, als daß sie denn als die Hilfe erkannt wurden, die sie ja wirklich auch waren.
Bei den Canon EOS 300/350d jener Zeit wurde bereits einiges über die Menüs bedient, was an der D70 händisch an der Kameraoberfäche verstellt werden konnte oder mußte. Davon wollten viele aber einfach nichts wissen. Die kleinen EOS waren eher ideal für Menschen, die einfach nur Fotos in DSLR - Qualität wollten, ohne sich großartig um deren Enstehung kümmern zu müssen und nur seltener andere als die automatischen Einstellungen benötigten. Point and Shoot in Groß also und eben endlich DSLR - Bildqualität für die Masse. Und sie waren sehr kompakt, passten zur Not durchaus in mittlere Handtaschen oder wogen am Halsgurt nicht allzu viel. Viele Kunden wollten jedenfalls ganz einfach keine große und schwere und vermeintlich kompliziert zu bedienende Kamera. Ein legitimer Wunsch, den dann endlich auch Nikon zu bedienen wußte.

Es wurde die D50 entwickelt. Eine technisch zu sehr großen Teilen auf der D70 basierende Kamera in weit kleinerem Gehäuse und ein wenig modernerem Look. Damals im Nikon Repertoire recht klein wirkend, hat sie allerdings fast die Maße der späteren und höher angesiedelten D80, ist sogar schwerer als diese. Trotzdem war sie damals die kleinste Nikon, bot aber immer noch mehr als die kleinen Canons und war besser verarbeitet als diese. 
Auch die D50 wurde daher ein goßer Erfolg, denn sie zog die Anfänger und weniger Fototechnisch interessierten Amateure nun auch zu Nikon und bot trotzdem einige Features, die man sonst in den höheren Klassen bei Nikon fand. Außerdem war sie auch in dieser kleinen Klasse immer noch großzügig händisch bedienbar, obwohl es nun z. B. bloß noch hinten das Daumenrad gab und keines mehr unterhalb des Auslösers für den Zeigefinger. Und sie hatte immer noch einen eingebauten AF - Antrieb, so daß sie sowohl mit den alten AF Objektiven mit Stangen AF betrieben werden konnte, als auch mit den damals neuesten AF-S Objektiven. 
Allerdings fehlt auch einiges an Möglichkeiten, wohl um sich von den "besseren" Nikon DSLR abzugrenzen. So kann sie z. B. keine interne Blitz - Mastersteuerung über das eingebaute Blitzgerät, oder es lassen sich keine analogen MF (Manueller Fokus) Objektive kameraseitig abspeichern, die so komplett manuell bei Arbeitsblendenmessung verwendet werden müßten. 

Aber wollten/wollen so etwas Anfänger? Wohl erstmal nicht. Trotzdem halte ich den fehlenden AF - Antriebsmotor im Kameragehäuse der heutigen kleinen Nikons bis heute für einen Fehler, denn gerade die kleinen AF - Festbrennweiten wie das 1,8 50mm und noch mehr das 2,8 28mm, sind sehr zierlich und flach und würden dem Anfänger günstig zu erwerbende Objektive und sehr kleine und leichte Kamera/Objektiv - Kombinationen bescheren. Überhaupt halte ich die kleineren Nikon Reihen für teils übertrieben arg kastriert und man sollte bei Nikon bedenken, daß fehlende Funktionen die Kunden auch zu anderen Anbietern treiben können wo sie womöglich besser bedient werden. Nicht jeder möchte mehrere hundert Euro mehr ausgeben, bloß um seine alten analogen AF oder MF Objektive weiter komfortabel nutzen zu können. Auch aus Ärger darüber haben Menschen schon den Anbieter gewechselt und die alten Gläser verkauft. Und was die reine Bildqualität angeht, bieten die Mitbewerber mindestens gleichwertiges.
Nikon D50

Folgendes begründet am ehesten mein Fragezeichen im Titel. 
Der kamerainterne AF - Antrieb ist bis heute Alleinstellungsmerkmal dieser "kleinen" D50, während ausnahmslos alle Nachfolger in Nikons Anfängersegment keinen Antrieb mehr hatten/haben und ausschließlich mit AF-S Objektiven und entsprechend motorisierten Objektiven der Fremdhersteller funktionieren, wenn es denn Autofokus sein soll. 
Außerdem hat sie als einzige "kleine" Nikon noch ein Schulterdisplay, das nicht einmal mehr die relativ teuren 5000'er von heute besitzen, die dafür allerdings bis jetzt ausnahmslos mit praktischen Klappmonitoren glänzen.
Eigentlich also, gilt die D50 vielen zwar als Urahn der kleinsten Nikons, real betrachtet hat sie aber wie schon erwähnt eher die Größe einer Nikon D80/D90 und eingebauten AF - Antrieb, sowie das Display auf der Oberseite. 

So gesehen muß man meiner Meinung nach wohl eher die direkte Nachfolgerin, die D40, als Urahn der kleinsten Nikons sehen. Diese war dann ja auch deutlich kleiner. Sie war etwas schmaler, weil sie eben kein Schulterdisplay mehr hatte. Und sie war auch niedriger, weil sie keinen platzraubenden AF - Antrieb in der Kameraunterseite aufwieß, sondern ganz auf die Verwendung von elektronischen AF-S Objektiven setzte. Und zusammen mit dem großen und höher aufgelösten 2,5" Display, setzte sie konsequenter als alle Kameras davor auf Menübasierte Bedienung und ließ nur noch nötigste Einstellungen händisch über Taster usw. zu.
Ihr damals hochmodernes Design, ist bis heute wegweisend für Nikons kleinste Klasse und fast zeitlos zu nennen. Die D40 hat gerade wegen ihrer Einfachheit bis heute eine große Beliebtheit, auch wenn ich persönlich z. B. erst mit einer D3100 richtig zufrieden war. Aber man sollte sich vorher bewußt sein und gründlichst informieren, auf was man gegenüber einer D7000 - 7200 etwa doch alles verzichtet. Beide, D50 und D40 bieten vieles, aber lassen auch einiges weg. Je nach Gusto kann man sich so für die eine oder andere entscheiden, bei gleichwertiger Bildqualität. Und das ist ja auch etwas.
Nikon D40

Über das Für und Wider eines eingebauten AF-Antriebes im Gehäuse wird in den entsprechenden Foren oder auch an Fotostammtischen teils bis heute kontrovers diskutiert und nach wie vor kommt man zu keinem eindeutigen Ergebnis. Natürlich, eine Großzahl wirklicher Anfänger möchte ganz einfach nur schöne Bilder machen und ist mit einfachen Kit - Zooms zufrieden, wie dem zu sehr guten Fotos fähigen AF-S DX Nikkor 18-55mm G ED VRII, oder noch besser dem wirklich guten, universelleren und deutlich schneller fokussierenden AF-S DX Nikkor 18-105mm G ED VR. Und das ist ja verständlich, denn warum soll man diese Kombinationen nicht als Sprungbrett für bessere Kameras/Objektive nutzen? Oder man bleibt ganz genau dabei, weil man mit dem zufrieden ist was man hat.
Schon an der D50 ließen sich einfachere Zooms wie das erste AF-S DX18-55mm sowie das 18-135mm, beide noch ohne VR (Vibration Reduction) zukaufen oder als Kit mitbestellen, oder das deutlich besser verarbeitete und sehr schnell fokussierende AF-S DX 18-70mm (ebenfalls ohne VR), welches übrigens das erste, speziell für APS-C/DX konstruierte Objektiv von Nikon war und noch heute einen sehr guten Ruf hat.
Allerdings wäre eine hochmoderne und aktuelle D3300 mit einem zwar uralten, aber sehr guten AF 1,8 50mm oder 2,8 28mm erst wirklich richtig kompakt und z. B. unterwegs in fremden Städten eine richtige Immerdabei - Kamera für Street and People, wie es heute heißt.

Meine eigene Nikon D50 hat fast 39.000 Auslösungen auf dem Buckel, ist teils schon glänzend abgegriffen, hat ein paar wenige (unten dank PhotoScape kaum sichtbare) Kratzer in den Displays und das kunstlederne Daumenpad hinten löst sich komplett ab und wird demnächst kostengünstig ersetzt. 







Aber, man kann sie natürlich als vollwertige Fotokamera verwenden, wenn es keine allzu großen Ausdrucke geben soll, oder man die Fotos nur wenig beschneiden möchte. Die Bildqualität selbst ist sehr gut, denn gerade der alte Kodak CCD - 6,1MP Sensor ist für schöne JPEG direkt aus der Kamera bekannt und wird auch in der D40/70/100 dafür sehr gelobt. Zudem sind die Pixel noch recht groß (ähnlich wie bei den 12MP in der Vollformat D700) und neigen nicht ganz so zum Rauschen. Den 10MP CCD Sensor von Sony, der etwa in den Modellen D40x/60/3000/80/200 verwendet wurde, mag ich dagegen vom Rauschverhalten her nicht ganz so sehr. Nicht umsonst war es der erste CMOS 12MP Sensor (Sony) der D90/300/300s, der dann eine wirkliche Verbesserung war, was vor allem das Rauschverhalten betrifft. 
Was mich wirklich stört ist aber das Display. Es ist mit 2" heutzutage nicht nur vergleichweise klein, sondern noch schlimmer mit 130.000 Punkten sehr schlecht aufgelöst und hat einen sehr geringen Dynamikumfang. Lichter sind darin fast immer überstrahlt und Schatten tiefschwarz, so daß man kaum in der Lage ist die gerade gemachten Fotos zu beurteilen. Das ganze erinnert mehr an erste farbige Handydisplays. Leider war das damals einfach so und ich habe das so ähnlich auch bei Konica-Minolta Dynax 7d und Olympus E-300 erlebt. Es ist aber wirklich nervig weil man mittlerweile doch anderes gewohnt ist. Außerdem kann man nicht in das Foto zoomen, oder ich habe die Möglichkeit dafür noch nicht gefunden. Aber ist das alles schlimm? 
Nicht wirklich, denn erstens kann man zur Sicherheit immer ein paar Fotos mehr machen, weil es ja bloß digitale Dateien und keine Negative auf teurem Film sind (wenn man auch leider auf eine einzige einsteckbare 2 GB SD Speicherkarte beschränkt wird) und zweitens wird man dadurch fast immer positiv überrascht, denn die Fotos sehen später auf dem Monitor deutlich besser aus und man sieht, daß es wirklich nur am heutzutage ärmlichen Display hapert. Allerdings, es bliebt nervig und ich weiß nicht, ob ich so mit der D50 alt werde. Schließlich ist die Alternative, meine D3300 mit hochfeinem und 3" großem Display, deutlich besserem AF und vor allem hochaufgelöstem 24 Megapixel Sensor bei gleichzeitiger höherer Rauscharmut immer griffbereit. Und deren Speicherkapazität ist gegenüber der D50 ja fast schon unbegrenzt.
Doch weiter mit der alten Dame. 
Deren AF bietet fünf recht mittig angeordnete Sensoren mitsamt einem mittlerem Kreuzsensor und ist sogar erstaunlich schnell und akurat, egal ob mit Stangen AF oder AF-S Objektiven. Bei weniger Licht und dadurch fehlenden Kontrasten pumpt er aber natürlich zeitgenössisch ein wenig früher als heutige AF - Meßsysteme.
Die Größe der Kamera ist angenehm, etwa wie bei einer D80. Sie wirkt wie diese, oder eine D5000 etwas rundlich - knubbelig, liegt aber ebenfalls auch sehr gut in der Hand und hat ein angenehmes und für die Größe relativ hohes Gewicht. Übrigens, sowohl zur D50, als auch zur D70/70s und auch zu den direkten kleinen Nachfolgemodellen der D40/60/3000/5000'er Serie auch, gab es nie und gibt es noch immer keine offiziellen Batteriegriffe von Nikon selbst, sondern man mußte und muß immer noch, beim Zubehörhandel suchen und dann Einschränkungen in Kauf nehmen weil es keine direkten Kontakte zum Auslösen gab/gibt. Auch das empfinde ich als eher unnötige Kastration Nikons der günstigen Reihen, denn auch der bescheidenere Amateur macht seine Fotos gerne mal im Hochformat oder möchte den kleinen Finger komfortabel auf der Oberfläche eines Batteriegriffes parken, statt ihn irgendo unterhalb der Kamera Halt suchen zu lassen. Das sehr große Angebot wohl überwiegend in China hergestellter Batteriegriffe spricht buchstäblich Bände und Nikon läßt sich hier unnötig eine weitere Einnahmequelle entgehen. Übrigens ist die D70 hierbei eine Ausnahme, denn auch für diese gab es als einzige Kamera über den kleineren nie einen Batteriegriff von Nikon selbst.
Gerade auch mit meinem oben schon erwähnten alten analogen AF 2,8/28mm habe ich eine gut brauchbare Kombination für Street/People oder in Innenräumen dann mit Blitz. Oder auch wenn es mal robuster zugeht. Beides, Objektiv und Kamera, ist schließlich günstig wiederbeschaffbar. Wer es besonders leicht und flexibel, aber immer noch sehr scharf möchte, verwendet sogar das alte analoge und günstig zu bekommende AF Nikkor f/3,3-5,6 28-80mm G, das ganz aus Plastik daherkommt, aber sogar am Vollformat zu richtig scharfen Fotos mit wunderschönen Farben und Kontrasten fähig ist. Die ähnliche D - Variante ist gleichwertig und auch günstig zu bekommen. Ein gebrauchtes AF-S 18-55 VR ist allerdings gebraucht nicht teurer und dank Stabilisator bei weniger Licht dann natürlich die vielleicht bessere Wahl. Glücklich ist natürlich, wer wie ich über mehrere Nikon DSLR und damit auch mehrere AF-Objektive verfügt, die ausnahmslos an dem alten Gerät verwendet werden können.
Die Bedienung unterscheidet sich natürlich von meiner D610 und auch von meiner D3300, obwohl sie wie letztere ja auch nur ein Daumenrad hat. Wer sich mit Nikon DSLR halbwegs auskennt, kommt aber sehr gut zurecht und findet die Tasten, Schalter und Räder schnell fast blind. Das Menü ist noch relativ aufgeräumt und dank großer Beschriftung auch sehr gut bedienbar.

Was ich an allen bisher benutzten kleinen Nikons überhaupt nicht mag ist folgendes. 
Ich verwende fast ausschließlich den mittleren AF - Kreuzsensor, das habe ich mir schon bei meiner seligen Minolta 9000 AF so angewöhnt und das ist mir daher so in Fleisch und Blut übergegangen, daß ich nur selten mal anders verfahre. An allen mittleren bis großen und teuren Nikons kann man die Auswahlwippe für die AF Sensoren feststellen, sogar bei der analogen Amateurkamera Nikon F80 und sowieso bei der F100. Nur nicht bei allen kleinen Nikons. Leute, das nervt. 
Wirklich sehr oft kommt man mit dem Daumen oder sonstwie an diese auch noch sehr leichtgängigen Wippen/Steuerkreuze und zack hat sich der Fokuspunkt verstellt. Im Eifer des Gefechtes merkt man das nicht immer gleich und schon liegt man bei wichtigen Fotos daneben. Gerade auf dem winzigen Display der D50 ohne Zoom kann man aber absolut keine Schärfe beurteilen. Ist es denn eine so große Komplikation das wie bei den teureren Modellen verriegeln zu können? Oder gibt es andere Gründe warum sich ein Anfänger darüber ärgern muß, ein fortgeschrittener Amateur oder Profi sich aber gar keinen Gedanken darum machen braucht? Nicht mal im Menue läßt sich das fest einstellen, ich finde das unglaublich. Hier wird anscheinend davon ausgegangen, daß sich der Anfänger wohl sowieso hauptsächlich mit der grünen Vollautomatik abgibt, in der ihm sogar die Auswahl des zu fokussierenden Objektes abgenommen wird. Ob er will oder nicht. Wenn man aber in den übrigen Modi die Möglichkeit hat die Fokuspunkte händisch vorzuwählen, dann doch bitte mit der Möglichkeit, das Ganze auch feststellen zu können. Alles andere ist mehr als inkonsequent und vor allem sehr Bedienerunfreundlich.

Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu meckern. Alle kleinen Nikons sind bei einigen Funktionen kastriert, das sollte man halt vorher wissen, oder sich gründlich informieren. Oft genug werden sie etwa auf Amazon von manchem deswegen abgewertet, daß sie genau das machen was sie können und manches eben nicht.
Wer etwa Mastersteuerung am Blitz betreiben will braucht ein entsprechend teures Blitzgerät, welches genau das beherrscht (aktuell etwa Nikon SB-700/910, oder z. B. bestimmte Metz und Nissin). Wer unbedingt alte AF Objektive oder gar manuelle Objektive an solcher Kamera verwenden möchte, muß bestenfalls auf AF verzichten und bei letzteren sogar mit Arbeitsblende komplett manuell fotografieren. Das macht bei den kleinen und dunklen Spiegelsuchern aber auch eher keinen Sinn. Wer, wie ich, abwechselnd von den dunklen Gucklöchern einer D50/D3300 zum hellen und großen Glasprisma - Sucher eine D610 wechseln kann, der weiß wovon ich schreibe.
Dagegen kann die D50 wie einige andere kleinen und mittleren Nikons zusätzlich zum Zeitauslöser sehr komfortabel mit dem Infrarotsender ausgelöst werden.

Kann man eine D50 heute noch als Anfängerkamera empfehlen?
Wenn es absolut nur auf kleines Geld ankommt, bedingt ja. Man bekommt sie in obigem Zustand ab etwa 50,- Euro, mitsamt unstabilisiertem 18-55mm manchmal für etwa 80-100,-. 
Für wenig mehr bis dem doppelten Geld bekommt man aber auch deutlich bessere Kameras. Für 100 - 150,- eine D3000 oder D80 (mit Glück samt 18-55mm VR) und für unter 200,- sogar eine sehr schöne D3200, die ich als erste mich auch von der Auflösung her wirklich befriedigende kleine Nikon erlebte. Sie löst höher auf, ist rauschärmer als alle kleinen Vorgänger. Man kann sich real gesehen also eine D50 ersparen, denn gerade das Display stammt aus ganz anderen Zeiten und ist sehr gewöhnungsbedürftig. Wenn es aus Geldgründen nicht anders geht, ok. Oder als Gimmick. Oder eben als kleine Immerdabei wenn es ruppiger und robuster zugeht. Wer mehr möchte, wohl eher nicht. Bei allem Respekt vor den schönen Farben und der allgemeinen Anmutung der Fotos ist man bei knapp über 6 Megapixeln ganz schnell am Ende wenn man die Fotos dann beschneiden oder am Monitor in Details zoomen möchte. 
Ganz gut geeignet ist die D50 dadurch aber z. B. für Produktfotografie etwa für Ebay. Die Kamera, ein günstiges Objektiv mit geringer Nahdistanz (etwa das 18-55mm, oder ein altes AF 50mm mit Zwischenring oder Vorsatzlins), den Infrarotauslöser, ein Stativ und einen günstigen SB-400 Blitz zum indirekten Blitzen, einen geeigneten Unter- und Hintergrund, fertig ist das kleine Fotostudio.

 Ciao


(Nikon D50, analoges Nikon AF Nikkor f/2,8 28mm, Nikon Kleinstblitzgerät Speedlight SB-300)

Hier übrigens ein sehr schöner Überblick über alle Nikon und Fuji DSLR mit F Bajonett:

HENNIGArts. 


Nachtrag.

Mittlerweile fand ich selbst heraus wie man am Display in Aufnahmen zoomt:

1. Taste Play drücken, 
2.  Taste Enter drücken damit das Bild zur Vergrößerung ausgewählt ist, 
3. Die (ISO) Taste drücken und gedrückt halten damit sich ein roter Rahmen um das Bild zeigt, 
4. Gleichzeitig am Daumenrad drehen und damit diesen roten Rahmen verkleinern. 
5. Läßt man dann die Tasten los bekommt man das Bild angezeigt, daß man mit dem Rahmen beschnitten hat. 
6. Den Rahmen muß man danach wieder vergrößern oder erneut die Enter Taste drücken, weil man sonst alle Fotos der Bildervorschau in dieser Vergrößerung angezeigt bekommt. 
7. Geht's noch??


Ciao

Montag, 17. Februar 2014

Wie gewonnen so zerronnen.....

Manchmal hat man Pech, das ist einfach so. 
Ich hatte eine alte Nikon EL2 in Ebay bekommen, wirklich günstig sogar. Als sie kam, ärgerte ich mich zunächst über den Zustand, denn sie war fast überall angestoßen, von der üblichen Patina einer alten Kamera mal ganz abgesehen. Sie funktionierte aber und hatte wenig gekostet, also was soll's? 
Im Bad passierte dann das Unheil, als ich sie in den Zwischenräumen mit Wattestäbchen reinigen wollte. Sie flutschte mir aus der Hand und fiel auf den harten Fliesenboden. Mir wurde gleichzeitig heiß und kalt und dann sah ich das Ergebnis. Sie ist anscheinend ziemlich genau auf den Blitzschuh gefallen, der dadurch in das Prismendach gedrückt wurde:




Sieht übel aus, nicht? Sie funktioniert sogar noch, hat aber eine Macke. Sie läßt sich nicht mehr ausstellen! 
Normalerweise kann man sie auf zwei Arten ein und ausschalten. Einmal wie bei einer FM, FE oder FE2 z. B. indem man den Schnellschalthebel ein Stück abhebt. Zusätzlich aber auch mit dem Ringschalter um den Auslöser, der für das Abschalten bei Winderbetrieb vorgesehen ist. Beides geht aber nun nicht mehr. 
Als letzer, aber nicht mehr so bezeichneter, Nikkormat war die EL von Nikon schon von gelöteten Kabeln auf Leiterbahnen umgestellt worden. Ich nehme an, eine oder zwei Adern der Leiterbahn im Prismendach sind eingedrückt, so daß dort der Belichtungsmesser ständig aktiviert ist. Ich habe folglich die Batterie entnehmen müssen. 
Eigentlich wollte ich bessere Vergleichsfotos mit der recht ähnlichen aber doch auch sehr verschiedenen Nachfolgerin Nikon FE machen, aber das ist ja nun in's Wasser gefallen. Hier mal trotzdem ein schnelles Foto um wenigstens die  Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf der Oberkappe zu dokumentieren. 

Die Innereien sind sich bei den Modellen ähnlicher als die Äußerlichkeiten, aber dazu ein andermal mehr. 

An der Shilouette der hinteren EL sieht man unten auf dem Foto, daß diese deutlich höher ist und ein wesentlich breiteres Prismengehäuse hat. Die Breite ist nicht ganz so verschieden wie es hier aus der Perspektive wirkt, die EL hat sogar wenige Milimeter mehr. Nikon wollte halt kompakter werden und das ist ihr mit den FM und FE Modellen gelungen, die zwar nicht mehr so schwer waren, aber auch sehr robust.


In Ebay konnte ich aus Spanien eine andere, sogar optisch bessere, EL2 bekommen. Sogar noch günstiger als die andere, weil der Belichtungsmesser defekt sein soll. Aber die ist noch unterwegs. Man wird sehen. Ich habe Herrn Bruer geschrieben, der sich die Kameras ansehen und evtl. aus zwei defekten eine funktionierende basteln soll.

Herr Bruer

Ich schreibe an gleicher Stelle weiter wenn es Neuigkeiten zu meinem Problemfall gibt.

Ciao 

Kurzer Zwischenbericht, am 19.02.2014:

Die Kamera aus Ebay - Spanien ist da und hat leider das gleiche Problem. Zwar geht der Belichtungsmesser, aber auch sie hat einen leichteren Schlag auf das Prismendach bekommen und zeigt daher das absolut gleiche Verhalten. Wenigstens ist sie aber in optisch besserem Zustand. Ich werde also demnächst die Kameras gemeinsam zur Kamerawerkstatt senden und die Meinung des Reparateurs einholen, ob sich daraus ein funktionierendes Modell herstellen läßt. Kostet mich ja glücklicherweise bloß das Porto.


Ciao

Samstag, 8. Februar 2014

Canon T80

In den Achtzigern gab es einen großen Aufschwung bei den Spiegelreflexkameras. In den Siebzigern schon wurde der Boden für viele neue Technologien bereitet, die dann im nächsten Jahrzehnt ihren Durchbruch schafften, oder verfeinert wurden. Programmautomatik, TTL - Blitzautomatik, motorisiertes weiterspulen und zurückspulen des Films, sowie motorisierter Verschlußaufzug wurden geläufig und völlig normal. 
Experimente und fertige Kameras mit Autofokus gab es schon länger. Die Nikon F3 wurde sogar mittels spezieller Objektive zu AF befähigt. Und selbst eine hierzulande fast exotische Marke wie Chinon hatte eine AF - Kamera im Programm, die CE-4s mit unförmigem Objektiv samt außenliegendem AF - Meßsystem:

Zuerst Minolta und später Nikon machten jedoch vor, daß es auch weit eleganter ging. Nämlich mit Kameraseitig gehäuseintegriertem AF Mess und Regelsystem, sowie gehäuseintegriertem AF - Antrieb. Minolta brachte schnell nacheinander ganze drei Kameras (7000/9000/5000 AF) und vor allem eine Serie von Objektiven heraus, die ein neues Bajonett einführten. Das Minolta A - Bajonett. Nikon schaffte es mit der ersten Kamera mit integriertem AF schon das alte Bajonett beizubehalten. Nikon beließ es zunächst bei der sehr klassisch anmutenden F-501 AF, führte aber ebenfalls eine beachtliche Serie sehr guter AF - Objektive ein, die teils heute noch mit hochaufgelösten DSLR verwendet werden können. Und die Minolta AF jener Zeit haben als "Ofenrohrserie" bis heute legendären Ruf und werden teils auch noch an den heutigen Sony DSLR und SLT verwendet.

Canon verschlief den Trend wohl irgendwie und brachte mit der T80 eine Art umgebauter T70 für ziemlich unförmige AF - Objektive heraus. Diese funktionierten automatisch weder mit den Vorgängern T50/70, noch mit der wunderbaren und designerisch schon wegweisenden T90. Die T80 mitsamt ganzen drei lieferbaren Objektiven war somit fast ein geschlossenes System in sich. Aber nur fast, denn man konnte an ihr wenigstens die älteren FD Objektive verwenden. Hier die Kamera, mit den drei einzigen je erhältlichen AF Systemobjektiven. Das AF 1,8 50mm vorne. Rechts das 35-70mm als Drehzoom, welches über einen Hebel rechts am Objektiv bedient wurde. Und das Schiebezoom AF 4,5 70-205mm. Alle hatten drei vorwählbare Modi. Nämlich manuell, Einzelbild und kontinuierlicher AF, wobei letzteres wegen der sehr langsamen Technik eigentlich komplett vernachlässigbar war:


Voll die 80'er, oder? Extremer als ich es je bei einer anderen Kamera hatte. Und sie ist ein Blender. Suggeriert vordergründig Hochtechnologie, ist zeitgenössischer Konkurrenz (Minolta 9000AF, Nikon F-501) aber in fast jeder Beziehung gnadenlos unterlegen. Trotzdem ein designerischer Leckerbissen und eine grundsolide und schwere Kamera, die wie aus einem Stück gefeilt wirkt. Das Handling ist sogar traumhaft. Sie liegt sehr sehr gut in der Hand, ist sogar ein wahrer Handschmeichler. Der Sucher ist groß, hell und klar. Dafür bietet er fast Null Information, außer dem reinen Sucherbild eben und rechts winzige blinkende Leuchtzeichen.





Statt vernünftiger Einstellbarkeit gibt es fast ausschließlich Motivprogramme, Blitzsynchronisation bei 1/90Sek, schnellste Zeit 1/1000Sek. Selbst die Blitztechnik ist bescheiden und z. B. Nikon komplett unterlegen, die wenig später mit dem Nikon Speedlight SB-24 gigantische Maßstäbe setzten, die noch heute nachwirken und die Blitztechnik nachhaltig beeinflußten.





Nicht mal DX-Decodierung beherrscht diese damals "hochmoderne" Kamera, man muß den ISO-Wert wie in den 70'ern von Hand eingeben. Blende und Zeit können nicht nur nicht eingestellt werden, man kann sie nicht mal irgendwo ablesen. Auch nicht im Sucher. Man weiß gar nicht was die Kamera macht, wird komplett allein gelassen, ohne Information. Im Grunde also eine einfachste Point and Shoot in hochwertiger Verarbeitung.
Manuelles fokussieren ist ziemlicher Krampf, denn man muß um den Objektivmotor greifen um zwischen den kleinen Aussparungen den Fokusring zu fassen, was besonders beim langen Schiebezoom kein Spaß ist. 

Der AF-Antrieb selbst ist erstaunlich schnell, die Mess / Regeltechnik aber zeitgenössisch langsam. Das Ganze reagiert erst nach einer Art Gedenksekunde und regelt dann in Schritten nach, man merkt dabei fast wie das System die Bilder vergleicht. Man kommt aber zurecht, solange ausreichend Licht vorhanden ist. Dann ist das Ganze sogar sehr akkurat und trifft den Fokuspunkt genau. Das 50'er Objektiv ist wohl auch wegen seiner Lichtstärke das schnellste der drei Objektive:


Die AAA-Batterien werden ähnlich der Nikon F-501 in den Boden eingelegt, der auch ähnlich umständlich abzuschrauben ist wie bei dieser.


Canon erkannte den damaligen "Irrweg" und die T80 blieb quasi ein geschlossenes System mit ganzen drei AF - Objektiven. Diese sind nicht mal zum später folgenden und sehr erfolgreichen EOS AF - System kompatibel und mit AF ausschließlich an der T80 verwendbar. Selbst das Topmodell der T - Reihe, die stilistisch bis heute wegweisende T90, konnte mit der Objektiv-Troika AF-mäßig nichts anfangen und beschränkte sich auf die Verwendung der alten FD - Objektive. Was mich wundert, denn was hätte wohl gegen eine Verwendung von AF Objektiven an der damals hochmodernen Canon T90 gesprochen?
Alle drei Objektive sind, wie die T80 selbst,  grundsolide verarbeitet und entsprechen von der optischen Leistung her der zeitgenössischen Konkurrenz. Erfreulich das sehr solide und scharfe 50mm, das sehr leichte und kompakte Drehzoom 35-70mm und das vergleichsweise lichtstarke Schiebezoom 75-200mm mit durchgehender Offenblende f:4,5.
Zwar galt damals der Weg des Objektivinternen AF-Antriebes als eher falscher Ansatz und Minolta und Nikon machten vor, wie es mit Gehäuseintegriertem Antrieb viel schlanker ging, Aber heutzutage ist komischerweise genau das Standard, was damals verpönt war. Natürlich mit modernsten Ultraschall - Micromotoren, die kaum noch auftragen. Und oft noch mit integriertem Stabilisator. 

Canon war also eigentlich auf dem doch richtigen Weg, hatte bloß noch nicht die nötigen Technologien zur Hand. Die nachfolgenden EF (Electronic Focus) Objektive für Canon EOS Kameras waren dann aber goldrichtig und sind heute noch Standard.

Ciao

Mittwoch, 5. Februar 2014

Umbau Blitzfuß Metz 48 AF-1N

Der Mecablitz 48 AF-1 ist ein technisch und designerisch immer noch aktueller und zuverlässiger Systemblitz vom deutschen Hersteller Metz. Das Design ist nicht altbacken, obwohl ich in 2006 schon einen an meiner damaligen Sony a700 verwendete. Was ihn trotzdem negativ von aktuellen Modellen unterscheidet, besonders vom Nachfolger Metz Mecablitz 50 AF-1, ist die Befestigung mittels Kunststofffuß und Plastikrad mit arg feinem Gewinde.



Beides wurde bei vielen Metz mittlerweile mit einem Metallfuß und einem anderen Rad mit gröberem Gewinde oder dessen anderer Steigung verbessert. Metz 48 sind zwar wegen der Nachfolger 50 und 52 recht günstig zu bekommen, aber mechanisch sicherer Betrieb, einfaches Aufstecken und komfortable Befestigung sehen heutzutage im mittleren bis gehobenen Preissegment doch etwas anders aus. Und der Plastikfuß wirkt jetzt auch recht billig, das muß man mal deutlich sagen.
Irgendwo im Internet laß ich neulich, daß jemand kurzerhand den Metallfuß des Nachfolgers 50 AF-1 bestellt und befestigt hatte. Einerseits nicht abwegig, weil der 50 dem 48 fast wie ein Ei dem anderen gleicht, andererseits aber auch verwegen, weil der Autor von ganz anderem Innenleben des neueren Fußes schrieb. Leider finde ich den Bericht einfach nicht mehr. Im Grunde aber, sollte bei nüchterner Überlegung so ein Fuß doch kaum etwas anderes sein, als die bekannten SCA - Adapter, mit denen Metz ein und denselben Blitz an Kameras verschiedener Hersteller adaptieren kann. Und das seit vielen Jahren tut. Ich wollte es also auch wagen und bestellte kurzerhand bei Metz den neuen Fuß für 23,28 Euro inkl. Versand, der dann nach ein paar Tagen heute eintraf.
Die Blitzfüße sind beim 48 und 50 mit vier feinen Torxschrauben befestigt. Die genaue Bezeichnung des Schraubendrehers kenne ich nicht, aber es ist der, mit dem ich früher mal ein Nokiahandy auseinandernahm um die Schale zu wechseln. Vielleicht hilft das jemandem bei der Größe des Schraubendrehers.
Hat man alle Schrauben gelöst, kann man den Fuß leicht abziehen, wobei sich dann auch die rote Scheibe des AF - Hilfslichtes löst. Vorsicht, der Fuß hängt an einem Flachkabel, das vorsichtig abgezogen werden muß.



Das Innenleben der beiden Füße unterscheidet sich wirklich so sehr, daß bei mir leichte Panikanwandlungen aufkommen. Nicht mal der Slot für das Flachkabel liegt an gleichem Ort, ohje.


Andererseits verlockt das bessere und auch optisch gefälligere Befestigungssystem.


Also was soll's? Flachkabel paßt dann doch perfekt, ist aber durch die andere Lage des Slots etwas schwieriger in denselben zu bugsieren. Danach die rote Plexiglasscheibe nicht vergessen, den neuen Fuß in's alte Gerät stecken, Torxschrauben eindrehen, Batterien rein und einschalten.
Na geht doch, das Gerät startet zumindest schon mal ganz normal. Der AF - Zoom macht das übliche kurze Geräusch, die Kontrolleuchte leuchtet bald so grün wie sie soll und alles sieht gut aus. Vor allem sieht der Metz 48 jetzt gut aus, nämlich optisch bis auf die Beschriftung fast komplett wie der 50'er.


Der erste Test verläuft top, denn das Gerät blitzt indirekt und direkt wie es soll und wie ich es gewohnt bin. Die Befestigung geht jetzt wirklich leichter, denn nicht nur läßt sich die Metalloberfläche deutlich besser aufschieben, sondern das Rad braucht sehr viel weniger Umdrehung um sicher und solide zu befestigen. So soll es sein.
Hier noch ein Vergleichsfoto der Füße vom 48 nach dem Umbau und von meinem Hauptblitz Nissin Di866 Mark ll, dessen Vorgänger damals auch noch einen Kunststofffuß hatte.


Übrigens habe ich nach dem Umbau das aktuelle Firmware Update von Metz für den 48 AF-1 Nikon heruntergeladen und installieren können, denn der Metz wurde dabei offensichtlich noch als 48 erkannt. Natürlich kann ich keinerlei Gewährleistung für kompletten und unkomplizierten Betrieb nach solch einem Umbau geben. Da die Blitzfüße innerlich so ganz verschieden aussehen, kann man ja Störungen und Fehlfunktionen nicht gänzlich ausschließen. Und ich hab das Ganze ja heute erst durchgeführt.
Nachahmern wünsche ich also viel Glück.

Ciao

Sonntag, 2. Februar 2014

Die neue Nikon Df – einzigartiges Kamerakonzept

Die neue Nikon Df

Seit die, wie ich finde, vor allem in Schwarz wunderschöne DF herauskam, wurde sie einerseits freudig begrüßt, andererseits aber auch heftig kritisiert. Ich habe sie nicht und wahrscheinlich wird mich nicht nur ihr Kaufpreis in Zukunft daran hindern mir eine zuzulegen. Wäre sie günstiger, hätte ich aber ganz bestimmt ein Exemplar in besagtem Schwarz.
Einer der Hauptkritikpunkte ist das Design ansich, aber vor allem die Rückseite. Verstehen tu ich da noch, daß man sich einen Klappmonitor gewünscht hätte, den man halt wegklappen und damit das Design klassicher halten könnte. Andererseits sind Klappmonitore bei Nikon DSLR immer noch Alleinstellungsmerkmal der 5xxx'er Consumer - Reihe, schon seit der seligen D5000. Von daher hätte es dann einigen Kritikern gewiß auch wieder nicht gepasst.
Zweitens werden die der D600 ähnlichen Bedienungselemente der Rückseite bemängelt.
Dem setze ich gegenüber, daß die DF bei allem klassischem Design nunmal eine technisch absolut moderne Digitalkamera im Vollformat ist. Dazu gehört dann auch die Bedienung als solche. Wo soll man die nötigen Elemente denn dann verstecken oder wie gestalten, daß sie dem Retrofan zuträglich sind?
Andere wiederum bemängeln das AF Modul aus der D600, das wahrheitsgemäß auch nicht zum schnellsten und präzisesten des Herstellers gehört und selbst von meiner ollen D300 übertroffen wird. Dem gegenüber setze ich aber den wohl enthaltenen Sensor einer sauteuren D4, mit seinem fantastischen Darstellungsvermögen. Es wird viel bemängelt, finde ich, was die Kamera insgesamt nochmals stark verteuert hätte. Ohne Rückgriff auf bewährtes und manchmal halt zweitbestes im Regal, wäre die Kamera bestimmt in langsam unerschwingliche Höhen gestiegen. Was habe ich dann aber von einer Kamera die im Retrolook absolut alles mögliche hergibt, aber exorbitant teuer werden muß?
Ich denke, Nikon hat eigentlich einen ziemlich großen Spagat zwischen größtmöglichem Retrodesign und trotzdem höchstmöglicher Modernität in der Ausstattung geschafft. Leistung wurde gerade noch mit Bezahlbarkeit gepaart. Muß man auch eine DF besitzen um Sportfotografie zu betreiben? Oder um Videos zu drehen? Muß sie alle Technologien einer D4 haben und warum bitteschön? Der Preis ist hoch, aber es ist ja auch eine Kamera, die nicht von allen gekauft werden wird/will. Ich denke nicht, daß sie in den Stückzahlen einer D600/610 gebaut und verkauft werden wird. Genauso wie es Retroliebhaber gibt, wimmelt es schließlich auch von Menschen denen sich das Ganze überhaupt nicht erschließt.
Ich denke die DF soll ganz anders als mit technischen Raffinessen und Geschwindigkeit befriedigen und die Bedienelemente auf der Oberseite sind so klassisch gehalten, daß sich eigentlich von ganz alleine eine bedächtigere Art der Fotografie anbietet und wahrscheinlich auch von selbst einstellt. Nicht umsonst wird die Kamera mit einem 50mm "Normal"Objektiv ausgeliefert und nicht mit einem Standardzoom. Ganz wie in alten Analogzeiten, noch bevor es überhaupt AF gab. 

Rezension 

Samstag, 1. Februar 2014

Nikon FE2

Endlich ist mir sehr günstig eine Nikon FE2 vor die Flinte gekommen. Eigentlich war ich ja schon mit der FE zufrieden, aber 1/4000sek als kürzeste Verschlußszeit, 1/250sek als kürzeste Blitz-Synchronzeit und vor allem Blitz - TTL Belichtung bei ansonsten fast unveränderter Kamera bezüglich Vorgängerin FE, waren dann doch unschlagbare Argumente.
Nicht jeder weiß, daß es die FE2 normalerweise gar nicht gegeben hätte. Die Entwicklung der späteren Nikon FA zog sich damals wegen der neuartigen Mehrfeldmessung als Vorgängerin der späteren Matrixmessung so sehr dahin, daß Nikon sich entschloß ein Zwischenmodell herauszubringen. Das erklärt die hohe Ähnlichkeit zur alten FE und die teilweise Technik der FA. Sie ist im Grunde eine FA ohne Matrixmessung im Körper der FE, der ja tatsächlich bis auf Auslöser und fehlenden Batterietester nahezu identisch ist:



Es ist daher auch eher keine Umgewöhnung nötig, die Bodies gleichen sich wirklich fast wie ein Ei dem anderen. Gewicht und Anfassgefühl sind eigentlich identisch und man fühlt sich gleich zuhause.



Die Bedienung selbst ist sehr ähnlich, aber nicht gänzlich gleich. Der FE2 fehlt zum Beispiel erwähnte Batteriekontrollleuchte und der Hebel dafür, der bei der FE noch links neben dem Okular liegt.


Ansonsten gibt es von hinten keine Unterschiede soweit ich das sehen konnte, wobei ich die FE2 allerdings samt Datenrückwand MF-16 bekam.
Diese Datenrückwand hat übrigens zwei Kontakte am unteren Rand der Kamerarückseite zur Verfügung, während man an der FE nur die alte Datenrückwand MF-12 verwenden konnte, die dann störend und unschön  mit einem Kabel über die Blitzsynchronbuchse angesteuert wurde. Hier die neuen Kontakte von Kamera und Databack:



Die FE kann ich aktuell wegen eingelegtem Film nicht öffnen. Bekannterweiße sieht der spezielle und Wabenförmig geprägte Titanfolienverschluß der FE2 aber ganz anders aus, als der "normale" Verschluß der FE und ist mit der Grund für die deutlich gesteigerten Geschwindigkeiten, die damals übrigens in der FM2 noch Rekord waren. Ganz abgesehen von einer verbesserten Elektronik der FE2 gegenüber der FE.



Von vorne gibt es eher feine Unterschiede, wenn man von der nun vorhandenen und großen Typenbezeichnung einmal absieht. Der Zeitauslöserhebel hat ein leicht anderes Design und der Nikon Schriftzug scheint fetter auszufallen. Dazu sieht man schon von vorne den deutlich breiteren und abgerundeten Auslöseknopf. Ob das Zeitenrad seitlich anders geriffelt ist, weiß ich nicht genau.




Von oben ist auf den ersten flüchtigen Blick auch alles beim alten geblieben, aber man sieht dann doch die Unterschiede. Vor allem der fettere Auslöseknopf und die zusätzlichen Kontakte Im Blitzschuh für TTL- Blitzbelichtung, sowie die zwei zusätzlichen Zeiten 1/2000 und 1/4000sek fallen in's Auge. Daneben ist alles ein wenig anders gestylt, was das Zeitenrad und das Rad zur ISO-Einstellung betrifft. Hier hat man sich übrigens meiner Meinung nach verschlechtert, denn die kleine rote Kerbe am ISO-Rd ist kaum erkennbar. Dafür ist die rote Markierung zur Belichtungskorrektur größer ausgefallen. Bei der FE ist das noch genau anders herum gewesen. Statt zu tauschen, hätte Nikon aber doch eher beides etwas größer ausfallen lassen sollen.


Unten gibt es auch eher das gleiche Bild. Der Bodendeckel ist um das Stativgewinde der FE2 etwas gewölbt, um mehr Abstand zu Stativplatten zu bekommen. Der FE wurden, wie ich las, anfangs Abstandsplatten beigelegt, weil sie im Stativbetrieb mit größeren Auflage oder Wechselplatten mit dem Blendenring auflag, der dann nicht mehr verdreht werden konnte. Diese Tatsache finde ich etwas peinlich für Nikon, denn so etwas sollte einem derart renommierten Hersteller nicht passieren.


Zur Bedienung kann ich noch nicht viel sagen, die FE2 habe ich erst kurz. Aber schon beim einschalten merkt man den Unterschied. Wie auch die FE wird die FE2 eingeschaltet, indem man den Schnellspannhebel ein Stück wegklappt. Die FE geht dann sofort an und bleibt auch an, solange der Hebel in dieser Stellung ist.
Bei der FE2 ist das eleganter und sicherer gelöst. Klappt man den Hebel weg, passiert zunächst gar nichts, denn es wird quasi nur der Strom eingeschaltet. Man muß auch noch den Auslöser leicht eindrücken um die Belichtungsmessung zu aktivieren, die dann anbleibt, aber bei Nichtverwendung des Auslösers nach einigen Sekunden wieder ausgeht um Strom zu sparen.
Mehr kann ich noch nicht sagen, der Rest der Bedienung war bisher aber eher gleich. In der FE steckt noch ein angebrochener Film den ich erst verbrauchen möchte, dann wird die FE2 verwendet. in der FE2 ist übrigens eine Gittermattscheibe angebracht. Das Fokussieren geht meiner Meinung nach etwas erschwerter damit, die Kombination zwischen Gitter und Schnittbild/Mikroprismenring wäre für mich wohl ideal.
Ob die alte FE nun bei mir bleibt, lasse ich mal offen. Ich habe sowieso noch den Wunsch eine FG, FM2, FA und vor allem eine F3 zu bekommen. Das muß sich aber langsam angehen, denn die F3 wird doch noch hoch gehandelt, wenn sie wenigstens einigermaßen vorzeigbar aussehen soll, wobei mich Patina überhaupt nicht stört. Beide FE haben nicht nur Patina, sondern auch Dellen vorne und hinten am Prismendach, das ist kein Problem.

Minolta XG-9, Neubelederung.

Gestern bekam ich eine alte Minolta XG-9, die ich günstig in der Bucht erworben hatte. Gerade für dieses Modell scheint es sehr typisch zu sein, daß sich die Belederung vor allem vorne an der Leuchte des Zeitauslösers löst. Nahezu alle Kameras in der Bucht hatten dort Eselsohren an der Belederung. Also habe ich gleich eine neue Belederung bestellt. Die Kamera hier ist noch nicht gereinigt und der Spiegel ist bloß beschlagen, weil ich sie gerade aus dem Paket geholt hatte. Auch die fehlende Schraube vorne rechts an der Oberkappe wird noch ersetzt:





Die XG-9 gibt es so günstig, daß es sich einerseits lohnt, eine Neubelederung zu wagen und man andererseits sich nicht die Mühe machen muß, ewig nach einer tadellosen Kamera zu suchen. Ein fertig zugeschnittenes/ausgestanztes Set aus Kunstleder bekommt man für genau $17,60 (€ 13,41) samt Versand aus den USA hier:

Cameraleather.com.

Bestellung geht einfach, Bezahlung über Paypal. Der Verkäufer versendet sofort und das Set ist in wenigen Tagen da.
Ersteigert man also für etwa 1 - 5,- Euro eine XG-9, die ansonsten technisch und optisch gut ist und bestellt sich eine neue Belederung, kann man letztlich wirklich sehr günstig zu einem wunderschönen Fotoapparat kommen. Man bedenke, daß selbst noch tadellos belederte Exemplare dann ja doch irgendwann anfangen sich zu entfleddern und eine Neubelederung wäre bloß aufgeschoben. Dann also lieber gleich an's Werk.

Zunächst mache ich die Kameragurtösen ab. Die stören nicht mal so sehr beim Entfernen der alten Haut, wohl aber beim Beledern.



Die Rückwand bleibt beim Entledern dran, so kann man die Kamera deutlich besser halten. Ein Frontdeckel stört dagegen bloß, weil er sich beim befingern der Kamera doch öfter löst. Besser ablassen und schauen, daß man nicht mit den Fingern in den Spiegelkasten gerät.
Mit dem Entledern fängt man am Besten an irgendeiner Kante an. Abziehen geht meist leicht, denn die Eselsohren entstanden ja gerade weil sich der alte Kleber gelöst hat. Langsam abziehen, dann bleibt fast alles an der alten Haut hängen.


Beim Entledern meiner XG-9 zumindest, stieß ich vorne links auf eine dünne Aluminiumplatte, unter der sich eine Leiterbahn befindet, die komplett an der alten Belederung klebt. Diese habe ich mit einem kurzen Streifen Tesa fixiert.
Bevor ich es vergesse, das Tesa muß da so bleiben. Die Neubelederung klebt sehr aggressiv, so daß beim Trial and Error ständig diese kleine Platte hängenbleibt und wieder abgezogen werden muß. Dabei kann sich das dünne Aluminium leicht verbiegen. Also, besser gleich fixieren und das Ganze später so mit dem Neuleder zudecken. Die Lasche zum Abziehen am Tesa habe ich natürlich nicht so gelassen, die würde gewiß auftragen.



An der Rückwand blieb großflächig oder auch in Streifen alter Kleber hängen. Die Reste bekommt man supergut mit Haushalts-Brennspiritus ab. Dazu habe ich aber die Rückwand entfernt, damit kein Spiritus durch Ritzen in die Kamera gelangt. Und um diese besser halten zu können, habe ich dann auch die Fimandruckplatte entfernt. Das Filmmerkfenster kann bei der XG-9 dran bleiben, bei meiner XD-7 hatte ich es zum Beledern noch entfernt.



Die Platte ist bloß eingehakt. Auf der einen Seite horizontal, auf der anderen horizontal und vertikal. Indem man die Platte vorsichtig zur Seite (horizontal) drückt und zieht, hakt man sie aus den Nippeln aus.



Auf der anderen Seite muß man die Platte aus der horizontalen Fixierung drehen und dann vertikal aus dem letzten Nippel abziehen:


Mit dem Brennspiritus löst sich der alte Kleber endlich sehr gut und vollständig ab:


Danach beginnt das Neubeledern. Man bekommt von der Firma Cameraleather.com einen dünnen braunen Umschlag. In dem steckt auf Trägerfolie die Belederung, sowie ein paar dürre Hinweise auf Englisch.




Das Beledern ansich ist sehr einfach, aber ich brauchte beide Hände, daher gibt es keine Fotos. Es ist jedoch wirklich einfach und trotz der Warnung des Herstellers vor dem aggressiven Kleber, kann man durchaus mehrfach abziehen und neu anfangen. Dabei aber langsam und mit wenig Zug entfernen, um das Material nicht zu weiten. Um so wichtiger allerdings, daß man auf einer sehr sauberen Kamera arbeitet, denn Reste des alten Klebers wären beim abziehen fatal und müßten mühsam von der Klebeoberfläche entfernt werden. Wo man anfängt ist fast egal, man sollte es bloß nicht mittendrin machen, sondern an einer Kante. Fast so wie beim Abledern, wo man zweckmäßigerweise auch an einer Außenkante beginnt. Quasi als Übung dient sich die Rückwand an, wo man lange Kanten und große Flächen hat um sich die wenigen nötigen Fertigkeiten anzueignen. Beim Filmmerkfenster muß man die Belederung mit den Fingernägel etwas unter den Fensterrahmen drücken, das war's. Das weißliche am Fensterrahmen sind Kleberreste, die ich noch entferne.


Der Rest geht an der XG-9 genau so einfach, man muß aber an den Ösen usw. etwas mehr fummeln als an der Rückwand. Allerdings gab es beim Zuschnitt der XG-9 ein kleines Problem. Evtl. war es der Zuschnitt für ein anderes Modell, oder es ist ein allgemein gehaltener Zuschnitt für die älteren XG - Modelle (die neuere XG-M hat den ganz anderen Body einer X-700 etwa). Jedenfalls fehlte die Ausparung in der Belederung, wo sich an der Kamera der Abblendhebel befindet. Die Ausparung schnitt ich selbst heraus, indem ich das alte Belederungsstück auf das neue klebte und dann ausschnitt.




Hat man keine langen Fingernägel, sollte man an den Spitzen der Belederung diese mit einem spitzen Messer oder ähnlichem in die feinen Winkel etc. drücken. An den Kanten die neue Belederung gut festdrücken, denn dort löst sich alte Belederung immer zuerst.



Das Ergebnis läßt sich sehen, vor allem im Vergleich mit dem Foto vorher. Man sieht aber auch, wie ähnlich die neue Belederung dem Original ist:



Auch die Rückseite sieht wieder sehr gut aus.


Ich denke, je nach Allgemeinzustand lohnt sich eine Neubelederung in vielen Fällen. Vor allem wenn es ein liebgewonnenes Schätzchen wie z. B. die erste Kamera ist. Ob es noch andere Anbieter für Belederungen gibt weiß ich nicht, da ich mit meinem sehr zufrieden bin suchte ich nicht weiter. Man muß bei Cameraleather.com aber vorher in der Liste schauen, ob das jeweilige Modell angeboten wird. Für eine Chinon fand ich z. B. nichts. Man sollte dann nachfragen was geht. Größere Stücke zum selbst ausschneiden werden auch angeboten, aber das dürfte weit schwieriger zu bewerkstelligen sein. Richtig schwierig wird es gewiß bei echtem Leder, das ja wohl etwas dickwandiger und evtl. weicher sein dürfte.
Viel Glück.

Ciao