I am Henning

Sonntag, 26. Januar 2014

Minolta XE-1 / XE-5


Die Minolta XE-1 und 5 habe ich sehr spät überhaupt erst bemerkt. In meiner Anfängerzeit waren eher die XD und XG Reihen noch überall in Gebrauch und die X-500 und X-700 moderne und vielseitige Kameras. Die 500 in Chrom - Schwarz gefiel mir damals sehr und ich drückte mir die Nase an den Schaufenstern der damals noch recht zahlreichen Fotofachgeschäfte platt. Aber nicht nur sie wurde von mir angehimmelt, sondern auch verschiedene Leica R und vor allem die für mich sensationell aussehende und riesige Mittelformatkamera Asahi Pentax 6x7 mit Holzhandgriff. Damals hatte ich wenig bis gar keine Ahnung und schaute mir die Kameras an die mir rein visuell gefielen.
Die XE sind mir damals nie aufgefallen. Es fehlte mir auch schlicht am Geld für solche Kameras und so wurden es später erst die Mamiya ZE, ZE 2 und ZE-X und dann als letzte analoge eine gebrauchte Minolta 9000 AF. Und viel später der Zugang zu den digitalen Spiegelreflexkameras.
Jahre später, in einer Anwandlung mich nochmals der analogen Fotografie zu widmen, versuchte ich vieles verschiedenes. Von diversen späten und eher schäbig verarbeiteten Prakticas, bis zu einer Leica R4 und einer Minolta X-700. Damals passte es aber irgendwie nicht und alles wurde wieder verkauft
Zur Zeit gibt es einen weiteren Versuch von mir, nochmal analog etwas zu machen. Nichts ernsthaftes, einfach mal so zum Spaß. Das Ganze kostet vom reinen Equipment ja eher wenig, wird beim Entwickeln und Bestellung der Abzüge dann aber doch recht kostspielig. 
Jedenfalls bekam ich zunächst meine wunderschöne XD-7, die ich sogar neu belederte, wie man an anderer Stelle hier nachlesen kann. Eine X-700 war eher Beifang und bei einer für die Stieftochter ersteigerten XG-M war noch ein schöner Motor Drive 1 bei, von diversen Objektiven bei allen Kameras mal ganz zu schweigen. Als ich nach Minolta bei analogen Kameras in Ebay stöberte, sah ich mir dann die XE's genauer an und war beeindruckt vom schlichten aber schönen Design und der Größe der Kameras. Das Design ist eigentlich schnörkellos und praktisch, aber durch diverse Teile auch wieder etwas verspielt. Das rückwärtige Bildzählwerk, der recht große On/Off Schalter, die seitliche Batteriekontrolleinheit mit Schalter und Leuchte, oder auch die zwei Metallpunkte am Filmmerkfenster durchbrechen das sonst eher klare Design und lassen einen zunächst immer neues entdecken. Ich laß dann, daß die XE-1 zwischen der SR-T Reihe und den professionellen XM angesiedelt sei. Das läßt sich nachvollziehen, den auch vom Aussehen her liegt sie designerisch ziemlich dazwischen, von der Ausstattung mal ganz abgesehen. Sie hat schon viel was die XM bietet, z. B. Zeitautomatik, aber nicht deren schnelleren Verschluß oder gar Wechselsucher, obwohl man das auf den ersten Blick meinen könnte. Das überwiegend schwarze Prismengehäuse der XE-1 sieht aus wie ein abnehmbarer Wechselsucher und war bei der späteren XE-5 sogar ganz in Schwarz gehalten. Ich mag so etwas ja überaus gerne. Das sticht aus der Masse immer hervor, ähnlich der Teilbelederung an meiner Nikon FE und anderen Kameras. Diese Nikons haben mir früher gerade deshalb auch gefallen. Design spielt halt immer eine recht große Rolle, auch wenn es mit dem eigentlichen Zweck nicht das Geringste zu tun hat. Aber man wird extrem davon beeinflußt.
Die XE-1 bietet kaum außergewöhnliches, nicht mal Messwertspeicherung. Das einzig neue für mich war jetzt, daß man auf Arbeitsblendenmessung umschalten kann. Der entsprechende Drucktaster (der ein recht massiver Stift ist) sieht aus wie der Abblendtaster bei der XD-7 z. B., rastet aber in der jeweiligen Stellung ein. Das mag für bestimmte Aufgaben von Vorteil sein. Ansonsten gibt die Bedienung keine Rätsel auf und man braucht auch keine Bedienungsanleitung wenn man sich nur ein wenig mit Kameras ansich auskennt. Eines muß man sich aber vergegenwärtigen. Die beiden Kameras sind sehr groß und recht schwer. Eine XD-7 ist merklich kompakter dagegen:

Vor allem am massigen Spiegelkasten und dem breiten und hohen Prismengehäuse, aber auch an der schieren Größe und Breite der Kamera an sich sieht man hier die deutlichen Unterschiede. Gleichwohl ist aber auch die XD-7 kein Leichtgewicht. An der unteren Draufsicht läßt sich auch schön der Übergang in neuere Zeit sehen. Der Auslöser steht nicht mehr wie bei den XE noch rechts vom Zeitenrad, sondern wurde bei der XD in das Zeitenrad integriert. Das spart jede Menge Platz und wurde so auch bei den günstigeren XG und späteren X-300/500/700 Modellen verwirklicht, die dann allesamt auch den neueren Touchswitch-Auslöser haben (oder wie der heißt), der schon auf reine Berührung reagiert und fast gar keinen Druck zum aktivieren der Belichtungsmessung braucht.

Die nach der XE-1 erschienene XE-5 unterscheidet sich optisch neben der Modellbezeichnung erstmal durch das komplett schwarze Prismendach und ist so wenigstens von vorne sofort zu erkennen. Einige Dinge wurden an ihr weggelassen. Ob diese fehlende Ausstattung relevant ist oder nicht, muß aber jeder selbst für sich entscheiden, ich mag beide Kameras gleich gern und zum reinen Fotografieren fehlt es der wunderschönen XE-5 an nichts.

Die ausstattungsmäßigen und technischen Unterschiede sind folgende:

Die XE-1 hat vor dem Schnellspannhebel einen Hebel für Mehrfachbelichtung, bzw. aushebeln des Filmtransportes. Jedesmal wenn man vor dem Spannen den Hebel verschiebt, wird der Film also nicht weitertransportiert.


Die XE-1 hat einen kleinen Hebel links vom Sucherokular, mit dem man es verschließen und bei Stativaufnahmen vor Fremdlicht schützen kann. Etwas was ich auch an anderen Kameras sehr mag und die XD-7 ebenfalls besitzt.

Die XE-1 hat außerdem einen Umschalter unterhalb der Synchronbuchse, mit dem dieser Anschluß für Elektronenblitze (X) oder bestimmte Blitzleuchten (FP) umgeschaltet werden kann.


Auch von oben sieht man z. B. die vordere verchromte Stirnfläche des XE-1 Prismengehäuses (oben) und ganz rechts an der vorderen Kante den Hebel für Mehrfachbelichtung.


Daneben fiel mir noch auf, daß der XE-5 die Fenster zur Blendenzahleinspiegelung im Sucher fehlen, sowie ein Fensterchen das an der 1 wohl zur Sucheraufhellung dient? Das Prismendach aus Plastik ist also komplett fensterlos. Außerdem hat es ein etwas anderes Design, das auf mich persönlich sogar gefälliger wirkt. Und es fehlt die optische Filmtransportkontrolle. Die braucht man aber eher nicht, denn es ging schon vorher ohne, indem man beobachtet, ob sich beim Spannen die Rückspulkurbel mitdreht. Alles in allem also verschmerzbare Einsparungen an einer trotzdem fantastischen Kamera.

Ansonsten scheinen beide Kameras nämlich absolut gleich. Sucht man in Ebay nach XE Modellen, fällt auf, daß einige einen defekten Zeitauslöser haben, der dann oft seitlich schräg absteht. So auch bei meiner XE-1 aus dem DSLR Forum, was aber vom Verkäufer vorher angemerkt wurde. Als ich ihn trotzdem ausprobieren wollte, stand er auch seitlich schräg nach oben ab. Mit einigem Ausprobieren fand ich eine einzige und etwas komplizierte vorläufige Abhilfe:

1. Verschluß spannen.

2. Den Zeitauslöser komplett spannen und festhalten.

3. Danach den Auslöser und den separaten Auslöser des Zeitauslösers (Vorlaufwerkes) drücken.

4. Den Hebel des Zeitauslösers dann loslassen und so zurückschnellen lassen.

Den Zeitauslöser werde ich in einer Kamerawerkstatt begutachten lassen, denn die Reparatur lohnt wirklich nur wenn sie sehr günstig ist. Und wann brauche ich schon mal einen Zeitauslöser? Die ansonsten super erhaltene Kamera hat mich 20,- inkl. Versand gekostet, Neuabdichtung wird ebenfalls 20,- samt Versand kosten. Das alleine macht aber schon den aktuellen Preis bei Ebay aus. Und der wird nur bei Ebay gezahlt, denn in Foren bekommt man sie weit günstiger und die ausgerufenen Sofortkaufpreise bei Ebay sind Mondpreise der üblichen Photographica Händler und keinesfalls maßgeblich.
Leider lösen manche XE anscheinend auch gar nicht mehr aus und ich habe dahingehend von generellen Elektronikproblemen gelesen, ohne das aber weiter zu vertiefen. So sporadisch wie ich diese Kameras verwenden werde, sollten sie evtl. länger halten. Wichtig ist aber wohl, daß sie überhaupt verwendet werden. Gerade bei analogen Kameras gibt es diverse Standschäden.
Die XE-1 wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Leitz entwickelt und hat sehr sehr große Ähnlichkeit mit der Leica R3, one wirklich gleich auszusehen Der Copal - Verschluß wurde von Leitz entickelt und vom Traditionshersteller Copal gebaut. Er wurde später von Seiko verändert und u. a. für die Minolta XD-7 und XD-5 und verschiedene Leica R hergestellt. In der XD-7 und Leica R4 habe ich diese überarbeitete Version als einen der leisesten und angenehmsten Verschlüsse überhaupt erlebt. Verschlußgeräusch und Spiegelschlag erinnerten mich bei der XD-7 jetzt spontan an die Leica R4 die ich einmal hatte.

Insgesamt kann ich sagen, daß die XE beide bedingt empfehlenswert sind, weil beide wohl nicht unproblematisch zu sein scheinen. Sie werden zwar öfter als zuverlässige und robuste Kameras beschrieben, aber man findet auch viele defekte Exemplare und auch dazu gibt es Erfahrungen und Kommentare auf Webseiten (siehe Links unten). Dazu kommen die immense Größe und das recht hohe Gewicht. Das liegt nun wirklich nicht jedem und Unauffälligkeit sieht anders aus. Ich mag sie sehr, auch weil sie gerade wegen der Größe noch besser in meinen Händen liegen. Aber eine XD-7 oder XD- 5 ist für nostalgisch veranlagte analoge Fotoanfänger oder Wiedereinsteiger vielleicht die angenehmere und zuverlässigere Wahl. Zudem haben die beiden auch die deutlich helleren Mattscheiben und die XD-7 zusätzliche Blendenautomatik und sogar fast so etwas wie eine Programmautomatik.

Hier kann man einiges zu den beiden XE nachlesen:

Erik Fiss

Minolta XE Reihe

Ernst Giger

Ciao


Dienstag, 21. Januar 2014

Nikon D300

Mein Weg zu Nikon:

Seit etwa 5 Jahren tummle ich mich nun bei den Nikon DSLR herum. Eigentlich kam ich ja von Konica-Minolta / Sony. Wegen meiner damals letzten analogen Spiegelreflexkamera, der wunderbaren Minolta 9000 AF, ergab es sich, daß meine erste DSLR von der gleichen Marke kam. So wurde es also die Konica-Minolta Dynax 7 digital. Allerdings wurde ich damals zunächst von den ganzen Einstellungen erschlagen, die man an einer analogen Kamera überhaupt nicht hatte. Weißabgleich, JPEG Kompression, interne Bildbearbeitung und dergleichen mehr überforderten mich ehrlich. Dazu kam, daß ich mich erst seit einem Jahr mit Computern beschäftigte und Bildbearbeitung am PC noch eine wirkliche Aufgabe war. Nach etwa einem halben Jahr habe ich sie deswegen wieder verkauft und mit einfacheren digitalen Kompaktkameras fotografiert, wobei ich mit einer Fuji Finepix S304 sehr sehr gute Ergebnisse hatte. Später wurde es die nochmals deutlich bessere Sony CyberShot DSC-H3 und danach die sehr robuste Canon PowerShot G9.
Die Canon G9 war ähnlich gut einstellbar wie viele DSLR und ich lernte mit ihr eine Menge bezüglich digitaler Fotografie. So kam bald doch wieder der Wunsch nach einer DSLR auf. Da ich noch die zwei alten Objektive hatte, ein Minolta AF f/1,7 50mm und ein gut brauchbares Sigma AF 28-200mm Schiebezoom, wurde es eine Sony. Sony hatte zwischenzeitlich das komplette Kamera/Objektiv/Blitz Ressort von Konica-Minolta übernommen und stark verbesserte Kameras auf Basis der Minolta Technologien herausgebracht. Die Sensoren stellt Sony bis heute selbst her und von Konica-Minolta hatte man neben dem Bajonettanschluß den wunderbaren und wegweisenden Gehäuseinternen Bildstabilisator übernommen, Ich ersteigerte über Ebay eine gebrauchte Sony Alpha 200, die in etwa ein weiterer Nachfolger des damaligen Amateurmodelles Konica-Minolta Dynax 5 d war, nachdem sich vorher die eigentliche Nachfolgerin Alpha 100 erfolgreich etabliert hatte.
Mit dieser a200 war ich leidlich zufrieden. Der 10 Megapixel Sensor war nicht der schlechteste, die Bedienung war sehr einfach, der Stabilisator überaus effektiv, gerade auch mit dem alten und dunklen Sigma Zoom. Aber die Gehäusequalität gefiel mir gar nicht. Im Gegensatz zur Dynax 7 d knarzte es überall, oder jedenfalls hatte ich das entsprechende Gefühl. Zudem war die a200 für meine Hände nicht nur klein (das ist meine jetzige Zweitkamera Nikon D5100 ja auch), sondern ich wußte nicht wohin mit meinen kurzen Fingern. Obwohl ja schon kurz, stießen sie vorne in der winzigen Lücke zwischen Griff und Bajonettanschluß gegen den Anschluß und das Gehäuse, wobei die Fingernägel Spuren im billigen Kunststoff hinterließen. Auch ein ansich guter Ansmann Batteriegriff half da nicht wirklich. Das ging so wirklich nicht, auch wenn ich mit der Bildqualität sehr zufrieden war, die etwa auf Höhe einer Nikon D80 lag. Also wieder weg damit.
Die nachfolgende Sony Alpha 700 war dagegen ein wahrer Traum von Kamera. Super verarbeiteter Body, sehr schöne Bedienung, auch über das große und sehr gut ablesbare rückwärtige Infodisplay, riesiger 3" Monitor, deutlich besserer und schnellerer AF. Dazu ergonomisch in ganz anderen Regionen. Ich war beeindruckt und zufrieden, kaufte immer mal wieder günstige ältere Minolta Objektive und das eine oder andere gebrauchte Blitzgerät. Was etwas störte war irgendwann das Rauschen. Und, obwohl nacheinander die Vollformater Sony a900 und 850 herauskamen und Begehrlichkeiten weckten, gab es plötzlich auch immer wieder Gerüchte, daß Sony sich über Kurz oder Lang aus dem Vollformat wieder zurückziehen würde. Haben sie zwar nicht (a99), aber sie haben sich wohl endgültig aus der traditionellen Spiegelreflextechnik verabschiedet.
Gleichzeitig las ich immer wieder, daß die Nikons D300s besonders rauscharm wäre und unschlagbaren AF in ihrem Segment der halbprofessionellen Kameras hätte und mit einer ungleich besseren Verarbeitung gesegnet sei.

Ich machte Nägel mit Köpfen und wagte, den oft mit erheblichen Kosten verbundenen Wechsel auf ein komplett anderes Sytem, zu Nikon. Ich verkaufte alles von und für Konica-Minolta / Sony und bekam auch alles sogar besser los als erhofft.
Ich legte mir gleichzeitig eine gebrauchte D80 und eine neue D300s zu, einfach um Vergleichen zu können und um zu schauen, ob es eine halbprofessionelle wie die D300s überhaupt sein muß. Wenn ich mich recht erinnere, startete ich mit dem AF-S 18-200, AF-S 70-300, einem Sigma AF 105mm Macro und einem alten Nikon AF 1,8 50mm, dazu einen Metz Mecablitz 48 AF-1.

Die D80 war dann zwar nicht schlecht, aber im Vergleich etwa zur Sony a200 mit eher gleicher Bildqualität gesegnet. Gegen den wertigen Body der D300s, deren 12 Megapixel, sauschnellem AF, LiveView und Filmmöglichkeit usw, hatte sie keine Chance. Und wenn man mal einen 3" Monitor hat, mit hochauflösenden fast 1 Million Pixeln, will man auch nicht mehr auf 2,5" mit etwa einem Viertel der Pixel schauen. Jedenfalls ging es mir so. Letztlich ausschlaggebend war es aber auch die nochmals deutlich direktere Bedienbarkeit und die Verarbeitung, denn sonst hätte es auch eine D90 werden können. Die fiel aber wegen ihrer Ähnlichkeit zur D80 auch später immer wieder aus der Auswahl. Wenn ich heute ab und an die D80 meiner Stieftochter in die Hand nehme, weiß ich warum. Die Bodygröße liegt mir nicht, ist weder Fisch noch Fleisch. Nochmal ein Stück kleiner als eine D7000 und nicht wirklich höher aber breiter als meine D5000, die ich irgendwann hatte. Das geht bei mir einfach nicht. Nicht zur ständigen und ernsthaften Verwendung. Komischerweise hatte ich das Problem bei der deutlich kleineren D5100 nicht. Vielleicht, weil die eine klar definierte Aufgabe als Ersatzkamera hatte und nicht mein Hauptmodell war.

Die D300s hat mich danach längere Zeit begleitet. Irgendwann hatte ich zu ihr mein Standardobjektiv gefunden. Das Tamron SP AF f/2,8 17-50mm VC, das meine Familie und mich z. B. als alleiniges Objektiv beim Nordseeurlaub begleitete und wirklich gute Arbeit leistete.







Dazu das Sigma AF DC 18-200mm HSM. Zusammen mit dem originalen Batteriegriff hatte man fast zwei Kilo zu schleppen, aber die Bildqualität übertraf alles bisherige deutlich. Obwohl die Sony a700 den wohl gleichen Sensor hatte, war Nikon bei der internen Bildbearbeitung und vor allem der JPEG - Engine anscheinend merklich firmer als Sony. Die D300s rauschte jetzt vielleicht nicht so viel weniger, hatte aber ein deutlich angenehmeres Graurauschen und kein ekliges Farbrauschen. Oder jedenfalls erst viel später als die Sony. Bis ISO 1600 war es sehr angenehm, bis ISO 3200 erträglich, wenn man nicht sehr vergrößern oder ausschneiden wollte.

Dann kam wieder mal die Überlegung auf, ohne viel Geld in's Vollformat zu wechseln und sich dabei kaum umstellen zu müssen. Die Vollformatkamera D700 gleicht der D300s sehr (wenn sie auch nicht den gleichen Body hat, wie oft behauptet wird) und ich konnte sogar den Batteriegriff an ihr weiterverwenden, was ein seltenes Glück ist und sich bisher auch nicht wiederholte.
Die D700 war der Hammer, in jeder Beziehung. Hammer Gewicht, Hammer Bildqualität, was das äußerst geringe und späte Rauschen und eine fast 3D mäßige Bildanmutung angeht:



Mein Standardobjektiv mußte ich verkaufen, weil das Tamron ausschließlich für das kleinere Nikon DX Format gerechnet ist. Nach mehreren Versuchen mit verschiedenen Objektiven, bekam ich das wirklich mal ganz wunderbare Nikon AF Nikkor f/2,8-4 24-85mm D. Vergleichsweise kompakt und mit einem absolut brauchbaren Macro - Modus bis 1:2 versehen, hat es mir sehr viel Freude bereitet und Bilder beschert, die mir selbst überaus gut gefielen. Der allgegenwärtige Ken Rockwell schreibt wenig schmeichelhaftes über das gute Stück, keine Ahnung was für ein Montagsmodell er hatte. Vor allem aber beschwert er sich über den seiner Meinung nach umständlich zuzuschaltenden Makromodus des Objektives. Komischerweise stört ihn der noch viel umständlichere Makromodus beim AF Nikkor 28-85mm D nicht, der dazu nur im Weitwinkelbereich stattfindet und bei dem der AF ausgeschaltet wird. Beim AF 24-85mm D hat man dagegen Makro fast über den gesamten Brennweitenbereich und das alles mitsamt AF.

 http://www.kenrockwell.com/nikon/2485af.htm

Auch wegen anderen, durch eigene Erfahrungen nicht nachvollziehbaren, Äußerungen, ist Herr Rockwell leider keine Referenz mehr für mich. Hier Beispielfotos, mit meinem damaligen Nikon AF Nikkor f/2,8-4 24-85mm D:





Und mit dem Vollformat hatte ich endlich wieder richtiges Weitwinkel. Mit einem Objektiv, das ganz speziell dafür konstruiert ist, dem wunderbar auskorrigierten Sigma EX AF 15-30mm. Einem vergleichweise riesigen, schweren und sehr Flareanfälligen Superweitwinkelzoom:




Einziger "Nachteil" der D700 waren mir damals das wirklich sehr hohe Gewicht, vor allem mit Batteriegriff und mit allen oben erwähnten Zooms 24-85 und 15-30mm und dem Tamron SP AF 70-300mm USD VC. Und ich dachte man könne durchaus mehr Auflösung gebrauchen, denn 12 Megapixel hatte ich ja schon an der D300s gehabt und mich dahingehend nicht verbessert. Es folgte also eine Nikon D600.
Aber was soll ich sagen? Richtig warm wurde ich mit der irgendwie nie. Zwar stimmten Bildqualität und Auflösung, das Rauschen verbesserte sich nochmals, aber es paßte nie ganz zwischen uns. Ich habe bis heute keine Ahnung warum.
Zudem dachte ich damals immer öfter, daß für meine Fotografie, die Wege die Bilder herzuzeigen, kein hochaufgelöstes Vollformat erforderlich, ja sogar geradezu überkandidelt wäre. Ich beschloß also (dummerweiße) ein radikales Downgrade.
Es wurde die eigentlich ganz wunderbare D7000, die ich günstig aus dem DSLR Forum erwerben konnte. Geld genug gab es durch den Verkauf der D600 und den Vollformatobjektiven zudem genug:






Leider wurde ich auch mit der D7000 nicht richtig warm. Sie lag nicht sehr gut in der Hand, der AF war merklich schlechter als noch an der D300s und mit der Bildqualität vor allem draußen und in Verbindung mit einem gebraucht wieder angeschafften Tamron 17-50mm war ich ganz und gar nicht zufrieden. Die Farben waren manchmal komisch, wirkten gelbstichig. Woran auch immer das gelegen haben mag.

Die D300:
Irgendwann laß ich dann eine Tauschanzeige im DSLR Forum. Jemand wollte seine wenig gebrauchte D300 gegen eine D7000 tauschen, da er Video brauche. Ich meldete mich, tauschte die Kamera und bekam sogar noch 100,- Euro Wertausgleich obendrauf.
Es war fast wie ein Dejavue, sie ist mit der D300s ja fast komplett baugleich, meine Nikon D300:









Es gibt noch keine Nachfolgerin dieser Kamera, sie wurde noch lange in der Variante D300s verkauft. Daher gibt es immer noch keine neue Nikon DX Kamera, die derart direkte Zugriffe auf die wichtigsten Parameter bietet und zudem eine so wertigen und stabilen. aber auch schweren und großen Body besitzt. In der Bedienung aber vor allem, ist die D300/s immer noch unerreicht, von den Vollformatern D700 und D800 natürlich abgesehen, ich rede von DX Kameras. Nikon hat der D7000 in Form der D7100 ein immenses und erfolgreiches Update verpasst, sie hat den deutlich besseren und schnelleren AF und höchstmögliche Auflösung von 24 Megapixeln bei nochmals verbessertem Rauschen. Aber sie ist nunmal kleiner als eine D300 und hat den weniger professionellen Body, ähnlich der D7000 und D600/610.

Wenn man sich unbedingt an der D300 reiben will, gibt es auch da ein paar wenige Punkte:

Das etwas wabbelig-unpräzise Steuerkreuz wurde schon an der D300s merklich verbessert und zudem mit einem mittleren OK-Taster versehen.

Ein einziger Kartenslot für CompactFlash l und ll / Microdrive wurde an der D300s mit insgesamt zwei Steckplätzen für CompactFlash l und SD Card verbessert, die man zudem im Zugriff schön konfigurieren kann. Dafür wiederum kann ich in der D300 einen CompactFlash ll/SD Card Adapter verwenden und so zur Not eben auch SD Cards einschieben, was prima funktioniert.

Der Kartenslot wird mit einem Hebel rechts unten neben dem Hauptdisplay entriegelt. Das ist nicht nur umständlich, sondern bietet auch eine potentielle zusätzliche Fehlerquelle. Bei der D300s wird die Klappe wie bei vielen anderen DSLR einfach nach hinten geschoben und so entriegelt.

Bei der D300 kann die Eigenart auftreten, daß mit der Zeit feiner Staub hinter dem Glas des Hauptmonitors in der linken unteren Ecke sichtbar wird. So auch bei meiner, aber so minimal, daß man unter dem zusätzlich aufgeklebten GGS - Schutzglas eigentlich nichts mehr davon sehen kann, es sei denn man weiß es.

Der LiveView war einer der ersten bei Nikon und verhält sich fast indiskutabel schlecht. Angefangen beim Zuschalten, das nicht über Direktzugriff erfolgt. Man muß vielmehr den LiveView Modus vorwählen, am unteren Rändelrad links oben auf dem Body. Ist man dann im LiveViewmodus? Nein, man muß erst den Auslöser drücken um ein LiveView Bild zu bekommen. Der AF ist dabei absolut langsam und am besten drückt man dabei die hintere AF On Taste. Das Ganze war an der D300s mit Direktzugriffstaste eine Winzigkeit besser und an der D7000 und D600 nochmals besser und auch weitaus schneller, aber immer noch ein Trauerspiel. Die D5000 konnte ich genau so vergessen, die D90 später dann auch. An der D3100 meiner Nichte kommt man in etwa wie bei der D7000/600 zurecht. An meiner ehemaligen D5100 ebenfalls und die S3300 ist im Live View bisher am besten. In der Beziehung hat sich Nikon aber wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Nebenher hatte ich noch etliche andere günstige und ältere DSLR, wie etwa eine Sony a550 oder Olympus E-510. Bei der Sony war der AF im LiveView schon ganze Längen besser, richtig gut. Wenn das schon bei einer älteren Sony so klappt, will ich gar nicht wissen wie schnell das die aktuellem machen. Die Olympus war auch nicht gerade der Renner, obwohl die E-330 damals sogar die erste DSLR Kamera mit LiveView überhaupt war.

Insgesamt aber bin ich sehr zufrieden mit meiner D300. Eine Kamera die dank teils ähnlicher Vorgängerin D200 schon von Anfang an quasi ausgereift war, professionelle Ansprüche bei DX Fotografie befriedigt und immer noch eines der schnellsten AF Module mitbringt. Vorausgesetzt natürlich, das Objektiv macht mit. Ein AF-S Nikkor 18-55mm VR mit einfachstem Ringmotor wird auch an der D300 nicht zum Sportobjektiv. Batteriegriff habe ich, wie man oben sieht, aber nur falls er benötigt wird. An Objektiven verwende ich zur Zeit die zwei uralten AF Nikkore 2,8 28mm und 1,8 50mm. Dazu die Gläser, die ich auch an meiner Zweitkamera D5100 verwenden kann, das AF-S DX Nikkor f/3,5-5,6 16-85mm G ED VR und das wunderbare Sigma AF f/3,5-6,3 18-200mm DC OS HSM Wunderbar? Ja wunderbar. Das Teil hat mich damals schon an der Sony a700 überzeugt, ist offenblendig brauchbar und abgeblendet fast in jedem Brennweitenbereich ausreichend bis gut scharf. Es ist zudem besser als das AF-S Nikkor 18-200mm VRll. Da kann jeder sagen was er will, ich habe es eben so erfahren. Und günstiger ist es auch noch, vor allem gebraucht. Meins bekam ich für gerade 120,- Euro.
An Blitzen nutze ich überwiegend den Nissin Speedlite Di866 Professional Mark ll, den Metz Mecablitz 50 AF-1 und bis vor kurzem auch den kleinen Nissin i40. Das alles ist heutiger Stand, eine Momentaufnahme. Alles ist im Fluß, alles ändert sich. Die Fluktuation bei mir ist manchesmal beängstigend.

Ciao  

Nachtrag vom 19.02.2015:

Und genau deshalb ging die D300 später wieder. Aktuell habe ich bloß die D610 und D3300.

Nachtrag vom 28.05.2015

Auch die D3300 ist Geschichte, momentan habe ich immer noch die D610 und eine D7100. Dazu gesellt sich demnächst wieder eine D300 in sehr gutem Zustand. Ich konnte auf Ebay nicht widerstehen, da war eine zu günstig im Angebot. Sie soll sich dann vor allem in der Fototasche im Auto aufhalten, um wirklich immer einen Apparat dabei zuhaben. Womöglich mit dem guten AF-S DX 18-70mm.



Sonntag, 19. Januar 2014

Meßsucherkameras mit Zentralverschluß

In der Vergangenheit habe ich immer wieder verschiedene Meßsucherkameras versucht. Teile aus den 70'ern und 80'ern wie die Agfa Optima Sensor Electronic oder z. B. Yashica Electro 35. Aber auch viel ältere andere Agfas, Zeiss Ikon oder eine wunderschöne King Regula llld. Allen gemein waren zwei für mich entscheidente negative Dinge. Die Mischbildentfernungssucher, sowie das Ereignislose und wirklich langweilige Geräusch des jeweiligen Zentralverschlußes. Hört sich gewiß komisch an, ist aber einfach so. Die Alternativen mit Tuchschlitzverschluß oder anderem sind dann meistens ätzend teuer, oder brauchen ebenso teure Wechselobjektive (Leica M usw.) und es bleibt ja beim fummeligen Mischbild-Entfernungsmesser. Hier Beispiele meiner Meßsucherkameras:

Zuletzt hatte ich die erwähnte King Regula, ein damals sauteures Gerät mit Wechselobjektiven dank Bajonett:


Die Agfa Optima 1a hat zwar keinen Meßsucher, man muß die Entfernung schätzen, war aber ansonsten die angeblich erste vollautomatisch belichtende Sucherkamera der Welt. Point and shoot aus alter Zeit also. Die Kamera habe ich noch und sie hat auch noch einen Film geladen. Ob sie dann bleiben wird ist aber äußerst fraglich:



Eine deutlich andere Liga, obwohl unter der Marke eine der günstigeren, war dann eine Zeiss Ikon Contina:





Wunderschönes Gerät, aber leider defekt. Überhaupt hat man in Ebay meist immer das gleiche Problem. Leute finden im Schrank, im Keller oder auf dem Dachboden eine olle Kamera vom Opa, Onkel oder Tante Anna. Macht noch Klick und klack, glänzt dank Chrom wie eine Speckschwarte. Zack in Ebay und als noch funktionierend angegeben. Daß der Meßsucher komplett danebenhaut, der Selen Belichtungsmesser lange tot ist, die Verschlußzeiten nicht mehr stimmen und dazu oft der Zeitauslöser hakt oder ganz klemmt. All das registrieren sie erst, wenn man das ach so tolle Schätzchen dann reklamiert und genervt wieder abgeben will.
Gleiches hier bei der ansich wunderschönen Mamiya Ruby Standard, einer hierzulande recht seltenen Kamera. Ich war hier wirklich sehr enttäuscht über einige Mängel:


Für mich hat sich das Thema auch damit erledigt. Nicht nur wegen versteckten oder unerkannten Mängeln, die es so ja auch bei Spiegelreflexkameras gibt. Es ist der winzige Fleck im Sucher, der sich Mischbild nennt und der vor allem in dunklen Bildpartien kaum zu erkennen ist. Oder wie erwähnt das laue und leise Klick des Zentralverschlußes. Bei dem man nichts der Kamera anmerkt, sich innerlich nichts merklich regt, weil kein Tuch- oder Lamellenverschluß bewegt wird. Meistens kann man zudem keine Objektve wechseln, oder es fehlt an automatischer Belichtung. Die Batterien sind nicht mehr zu bekommen, oder es gibt erst gar keinen internen Belichtungs- oder Entfernungsmesser. Egal welches Modell, keines habe ich wirklich gerne verwendet, das sollte alles sagen. Diese Art Kamera liegt mir wohl einfach nicht. Probiert habe ich es nun oft genug.

Ciao

Here i am

Heute hab ich diesen Blog eröffnet. Ich bin ja immer mitteilsam was meine Fotoapparate und teils meine Fotos betrifft, vielleicht ist das hier ja ein geeigneter Platz dafür.

Angefangen Mitte der 80'er habe ich mich analog ernsthafter über Mamiya ZE, ZE2 Quartz und ZE-X (http://mamiya-ze.joerg-mueck.de/), bis zur damals für mich gigantisch technischen Minolta 9000 AF bewegt. Alles gebrauchte Maschinen und alle funktionierten tadellos. Kaum erwähnenswert zwei Versuche im Mittelformat, mit Pentacon Six und Kiev 88 TTL.

Die 9000 war dank AF für mich damals das geilste überhaupt, denn endlich konnte ich mich ganz auf das Motiv konzentrieren, weil nicht nur die Belichtung sondern auch die Fokussierung auf Wunsch von ganz alleine abliefen. Damals wie heute bevorzugte ich zwar Zeitautomatik, aber meist beließ ich die Blende in einer Stellung.
Einen damals sehr teuren Motor hatte ich leider nicht, so wie ich sie hier fotografiert habe, hätte ich sie sehr gerne gehabt:


Ich hatte aber bloß das AF 1,7 50mm und ein mittelprächtiges Sigma Schiebezoom 28-200mm. Hat damals aber für alles gereicht und die Schärfe war immer sehr zufriedenstellend bis richtig gut.
Die 9000 war meiner Meinung nach die mit am einfachsten zu bedienende Kamera ihrer Zeit, denn alles ging händisch und sehr sehr gut erreichbar direkt am Body. Geniale Shifttasten für Zeit und Blende, superschönes Moduswahlrad mit kleinem Display innerhalb des Rades:


Leider hatte Minolta damals bei der Entwicklung der AF Kameras auf ein neues Bajonett gesetzt, so daß all die alten aber sehr guten Rokkor Objektive nicht mehr verwendbar waren. Ein Weg den z. B. auch Canon ging und den Nikon tunlichst vermieden hat. Ein Alleinstellungmerkmal der 9000 AF ist bis heute der Spannhebel, den sonst keine Kamera mit Gehäuseintegriertem AF hatte. Ich fand eigentlich immer besser selber zu entscheiden, ob nach der Auslösung neu gespannt werden soll oder nicht. Die Wahl hat man bei anderen Kameras eher nicht, weil es ein Motor sofort nach der Auslösung übernimmt:


Eigentliche Traumkamera damals war für mich aber die Nikon F501 AF. Die Minolta wurde es, weil ich sie gebraucht günstig erwerben konnte, samt dem 50'er Objektiv. Erst sehr viel später, habe ich mir nehr aus nostalgischem Interesse doch noch eine 501 auf Ebay geschossen. Das Design gefällt mir immer noch wirklich gut, der AF ist ähnlich lahm wie bei der Minolta. Die Bedienung ähnlich direkt wie bei der Minolta 9000, aber nicht so einfach. Wo man bei der Minolta Shifttasten verschiebt, muß man bei der Nikon am Zeitenrad drehen oder am Blendenrad des Objektives. Natürlich spielen da Vorlieben mit und bei der Nikon FE z. B. oder meinen alten Minolta XD-7 und XE-1 mag ich es ja gerade old fashioned. Aber damals fand ich die Bedienung der Minolta um Ecken besser und schneller. Aber schön ist die alte Nik dann doch, oder?


Auf Flickr kann man übrigens ein paar meiner Kameras der letzten Zeit sehen, da ist immer ein Kommen und Gehen, denn Schnäppchen gibt es immer wieder in Foren oder auf Ebay: http://www.flickr.com/photos/beckerhenner/sets/72157635501804977/

Ciao